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Anis: Wirkung, Vorteile, Anwendung und wichtige Hinweise

Chaghaf Redaktion
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Anis: Wirkung, gesundheitliche Vorteile und wichtige Hinweise

Anis gehört zu den Gewürz- und Heilpflanzen, die seit langer Zeit in verschiedenen Kulturen verwendet werden. Charakteristisch sind die kleinen, aromatischen Früchte der Pflanze Pimpinella anisum, deren süßlich-würziger Geschmack vor allem auf ätherische Inhaltsstoffe wie trans-Anethol zurückzuführen ist.

Traditionell wird Anis vor allem bei leichten Verdauungsbeschwerden und Beschwerden der oberen Atemwege eingesetzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erkennt für entsprechende Aniszubereitungen traditionelle Anwendungsgebiete an. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die klinische Evidenz begrenzt ist und ein Teil der Bewertung auf langjähriger traditioneller Anwendung und experimentellen Daten beruht. [1]

Was ist Anis?

Anis ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Botanisch wird sie als Pimpinella anisum bezeichnet. Für Lebensmittel und traditionelle Arzneimittel werden vor allem die getrockneten Früchte verwendet. Aus ihnen kann beispielsweise Anistee hergestellt werden. [1]

Anis sollte nicht mit Sternanis verwechselt werden. Beide Gewürze besitzen ein ähnliches Aroma, stammen jedoch von unterschiedlichen Pflanzen. Der hier beschriebene Anis ist Pimpinella anisum.

Anis Wirkung: Was ist wissenschaftlich belegt?

Die Wirkung von Anis wird häufig umfassender dargestellt, als es die wissenschaftliche Datenlage zulässt. Für bestimmte traditionelle Anwendungen gibt es eine plausible Grundlage, doch Anis ist kein nachgewiesenes Heilmittel für eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen.

Die EMA führt Anisfrüchte insbesondere im Zusammenhang mit leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen und Beschwerden der oberen Atemwege. Die entsprechende Bewertung basiert unter anderem auf traditioneller Anwendung und experimentellen Untersuchungen; ausreichende klinische Studien zur Wirksamkeit liegen nicht für alle dieser Anwendungen vor. [1]

Anis und Verdauung

Eine der bekanntesten traditionellen Anwendungen von Anis betrifft den Verdauungstrakt. Aniszubereitungen werden traditionell bei leichten krampfartigen Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen verwendet. Experimentelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass Aniszubereitungen eine entspannende Wirkung auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts haben können. [1]

Das bedeutet jedoch nicht, dass Anis nachweislich sämtliche Verdauungsprobleme behandelt. Für Beschwerden wie anhaltenden Durchfall, wiederkehrende starke Bauchschmerzen oder ungeklärte Magenprobleme sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Anis bei Husten und Erkältung

Auch bei Beschwerden der oberen Atemwege hat Anis eine lange Tradition. Die EMA nennt Aniszubereitungen als traditionelles Mittel bei katarrhalischen Beschwerden der oberen Atemwege. Experimentelle Daten weisen zudem auf einen entspannenden Effekt auf die Muskulatur der Atemwege hin. [1]

Damit ist allerdings nicht belegt, dass Anis eine Atemwegserkrankung heilt oder beispielsweise Asthma behandelt. Bei Atemnot, starken Beschwerden oder länger anhaltendem Husten sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Entzündungshemmende Wirkung und Rheuma

Der Ausgangsartikel schreibt Anis eine entzündungshemmende Wirkung und einen möglichen Nutzen bei rheumatischen Beschwerden zu. Für eine solche therapeutische Anwendung beim Menschen gibt es jedoch keine ausreichende Grundlage, um Anis als Behandlung von Rheuma oder Gelenkentzündungen zu empfehlen.

Anis enthält biologisch aktive Pflanzenstoffe, und für einzelne Bestandteile wurden in experimentellen Untersuchungen verschiedene pharmakologische Eigenschaften beschrieben. Daraus lässt sich jedoch keine gesicherte Behandlung von rheumatischen Erkrankungen ableiten.

Anis als krampflösendes Mittel

Die traditionelle Anwendung bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden passt zu experimentellen Beobachtungen, nach denen Aniszubereitungen die glatte Muskulatur des Darms entspannen können. [1]

Die im Ausgangsartikel enthaltene Behauptung, Anis könne epileptische Anfälle reduzieren, ist dagegen nicht ausreichend belegt und sollte nicht als gesundheitliche Empfehlung übernommen werden. Epilepsie erfordert eine medizinische Diagnose und gegebenenfalls eine gezielte antiepileptische Behandlung.

Kann Anis den Appetit steigern?

Anis wird traditionell auch als verdauungsförderndes Gewürz verwendet. Die Behauptung, Anis steigere gezielt die Aktivität von Verdauungsenzymen und dadurch zuverlässig den Appetit, lässt sich jedoch nicht ausreichend durch klinische Daten belegen.

Ein Anistee kann nach einer Mahlzeit oder bei einem leichten Völlegefühl angenehm sein. Eine medizinisch relevante Appetitlosigkeit sollte jedoch nicht einfach mit Anis behandelt werden, insbesondere wenn sie länger anhält oder mit Gewichtsverlust verbunden ist.

Anis und Schlaf: Hilft Anistee beim Einschlafen?

Anis wird teilweise als beruhigendes Hausmittel gegen Schlafprobleme empfohlen. Für eine zuverlässige Behandlung von Schlafstörungen durch Anis fehlen jedoch überzeugende klinische Nachweise.

Ein warmer, koffeinfreier Anistee kann als Bestandteil einer persönlichen Abendroutine angenehm sein. Daraus lässt sich aber keine nachgewiesene schlaffördernde Wirkung ableiten. Bei länger anhaltender Schlaflosigkeit sollte nach den möglichen Ursachen gesucht werden.

Anis bei Menstruationsbeschwerden

Auch die Anwendung von Anis bei Menstruationsbeschwerden wird traditionell beschrieben. Die im Ausgangsartikel enthaltene Aussage, Anis wirke im Körper wie das Hormon Östrogen und könne deshalb Menstruationsschmerzen zuverlässig lindern, ist für eine allgemeine gesundheitliche Empfehlung zu weitgehend.

Wer regelmäßig unter starken Regelschmerzen leidet, sollte die Beschwerden ärztlich abklären lassen. Starke oder neu auftretende Schmerzen können unterschiedliche Ursachen haben und sollten nicht allein mit Kräutertee behandelt werden.

Anis in Schwangerschaft und Stillzeit

Besondere Vorsicht ist bei der Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit angebracht. Die EMA weist darauf hin, dass ausreichende klinische Daten zur Sicherheit von Anisfrüchten und entsprechenden Zubereitungen in diesen Lebensphasen fehlen. In ihrer Bewertung wird die Anwendung von Anisfrüchten und Aniszubereitungen während Schwangerschaft und Stillzeit daher nicht empfohlen. [2]

Die im Ausgangsartikel enthaltene Empfehlung, Anis könne gegen Ende der Schwangerschaft die Wehen fördern und die Geburt erleichtern, sollte deshalb nicht als allgemeine Selbstmedikation übernommen werden.

Auch die häufige Behauptung, Anis steigere bei stillenden Frauen zuverlässig die Milchproduktion, ist nicht ausreichend belegt. Bei Problemen mit der Milchbildung sind Hebamme, Stillberatung oder ärztliche Betreuung die geeigneteren Ansprechpartner.

Anis für Kinder: Was ist zu beachten?

Anis wird traditionell auch in Teemischungen für Verdauungsbeschwerden verwendet. Aus der traditionellen Anwendung bei Erwachsenen lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass jede Aniszubereitung für Säuglinge oder kleine Kinder geeignet ist.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen gewöhnlichen Anisfrüchten und konzentriertem ätherischem Anisöl. Für Anisöl gelten deutlich strengere Sicherheitsvorgaben. Die EMA führt für Arzneimittel mit Anisöl unter anderem eine Gegenanzeige für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren auf. [3]

Ätherisches Anisöl sollte deshalb nicht eigenständig zur Behandlung von Beschwerden bei Kindern eingesetzt werden.

Anisöl ist nicht dasselbe wie Anistee

Bei der Verwendung von Anis sollte zwischen den getrockneten Früchten und ätherischem Anisöl unterschieden werden. Ein Anistee enthält die Inhaltsstoffe in einer deutlich anderen Form als ein konzentriertes ätherisches Öl.

Die EMA weist ausdrücklich darauf hin, dass Anisöl bei falscher beziehungsweise übermäßiger Anwendung erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen kann. Für Arzneimittel mit Anisöl bestehen deshalb besondere Anwendungseinschränkungen. [3]

Die Vorstellung, dass ein natürliches ätherisches Öl grundsätzlich harmlos sei, ist daher falsch.

Welche Nebenwirkungen kann Anis haben?

Aniszubereitungen werden traditionell verwendet, sind aber nicht für jeden Menschen geeignet. Personen mit einer Allergie gegen Anis, Anethol oder bestimmte verwandte Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler können allergische Reaktionen entwickeln. Dazu können Haut- oder Atemwegsreaktionen gehören. [1]

Bei konzentriertem Anisöl ist besondere Vorsicht erforderlich. Die EMA beschreibt bei Überdosierungen unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Krampfanfälle. Solche Risiken zeigen, warum ätherisches Anisöl nicht mit einem gewöhnlichen Anistee gleichgesetzt werden sollte. [2] [3]

Wie wird Anis traditionell verwendet?

Eine verbreitete Form ist Anistee aus getrockneten Anisfrüchten. Die EMA beschreibt entsprechende Arzneimittelzubereitungen unter anderem als Tee, der getrunken wird. [1]

Für den Alltag kann Anis außerdem als Gewürz in Speisen und Getränken verwendet werden. Das ist von einer therapeutischen Anwendung mit konzentrierten Extrakten oder ätherischen Ölen zu unterscheiden.

Wann sollte man Beschwerden ärztlich abklären lassen?

Anis kann bei leichten, vorübergehenden Beschwerden eine traditionelle Option sein. Er sollte jedoch nicht dazu führen, dass ernsthafte Symptome über längere Zeit unbeachtet bleiben.

Ärztlicher Rat ist insbesondere sinnvoll bei:

  • starken oder wiederkehrenden Bauchschmerzen,
  • anhaltendem Durchfall oder Erbrechen,
  • Atemnot oder starken Atemwegsbeschwerden,
  • ungeklärtem Gewichtsverlust,
  • starken oder ungewöhnlichen Menstruationsschmerzen,
  • anhaltenden Schlafproblemen oder
  • Beschwerden, die sich trotz Selbsthilfe nicht bessern.

Fazit: Anis ist interessant, aber kein Allheilmittel

Anis ist ein aromatisches Gewürz und eine traditionell verwendete Heilpflanze. Besonders bei leichten krampfartigen Verdauungsbeschwerden und Beschwerden der oberen Atemwege besteht eine lange Anwendungstradition. Die EMA bewertet diese Einsatzbereiche als traditionelle Anwendungen, betont aber gleichzeitig die begrenzte klinische Evidenz. [1]

Viele weitergehende Versprechen aus populären Ratgebern – etwa eine zuverlässige Wirkung gegen Schlaflosigkeit, Rheuma oder epileptische Anfälle – sind dagegen nicht ausreichend belegt. Auch Aussagen über eine gezielte Steigerung der Milchproduktion oder eine geburtsfördernde Wirkung sollten nicht als gesicherte Fakten dargestellt werden.

Für den normalen Gebrauch als Gewürz oder traditionellen Anistee kann Anis interessant sein. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, der Anwendung bei Kindern, Allergien oder der Verwendung von konzentriertem Anisöl ist dagegen besondere Vorsicht angebracht. [2] [3]

Quellen [+]

[1] European Medicines Agency (EMA): Anisi fructus – Herbal medicinal product, Pimpinella anisum L. Aktualisierte Informationen und wissenschaftliche Bewertung. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/anisi-fructus

[2] European Medicines Agency (EMA): Final assessment report on Pimpinella anisum L., fructus and Pimpinella anisum L., aetheroleum. 2014. https://www.ema.europa.eu/en/documents/herbal-report/final-assessment-report-pimpinella-anisum-l-fructus-and-pimpinella-anisum-l-aetheroleum_en.pdf

[3] European Medicines Agency (EMA): Anisi aetheroleum – Herbal medicinal product, Pimpinella anisum L. Aktualisierte Informationen und wissenschaftliche Bewertung. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/anisi-aetheroleum

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