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Anämie: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung der Blutarmut

Chaghaf Redaktion
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Anämie: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung der Blutarmut

Anämie, umgangssprachlich auch Blutarmut genannt, bedeutet, dass im Blut zu wenig Hämoglobin vorhanden ist oder die Zahl beziehungsweise Funktion der roten Blutkörperchen beeinträchtigt ist. Dadurch kann der Körper weniger Sauerstoff zu seinen Geweben transportieren. Müdigkeit, Schwäche, Schwindel und Atemnot gehören deshalb zu den häufigsten Beschwerden. [1]

Anämie ist allerdings keine einheitliche Erkrankung. Hinter einer Blutarmut können unter anderem Eisen- oder Vitaminmangel, Blutverlust, chronische Erkrankungen, Entzündungen, Infektionen oder vererbte Veränderungen der roten Blutkörperchen stehen. Deshalb ist es wichtig, nicht nur den niedrigen Hämoglobinwert zu behandeln, sondern auch die zugrunde liegende Ursache zu finden. [1]

Was ist Anämie?

Rote Blutkörperchen enthalten Hämoglobin, ein Protein, das Sauerstoff bindet und ihn von der Lunge in den Körper transportiert. Sinkt die Hämoglobinkonzentration unter den für die jeweilige Person geltenden Normalbereich, kann die Sauerstoffversorgung des Gewebes beeinträchtigt sein. [1]

Der Begriff „Blutarmut“ kann dabei etwas irreführend sein: Eine Anämie bedeutet nicht zwangsläufig, dass insgesamt zu wenig Blut vorhanden ist. Entscheidend sind vielmehr die Menge und Funktion der roten Blutkörperchen beziehungsweise die Hämoglobinkonzentration.

Wie ein Hämoglobinwert medizinisch einzuordnen ist, hängt unter anderem von Alter, Geschlecht, Schwangerschaft und weiteren physiologischen Faktoren ab. Ein einzelner Laborwert sollte deshalb immer im individuellen Zusammenhang beurteilt werden. [1]

Anämie Ursachen: Wie entsteht Blutarmut?

Die Ursachen einer Anämie lassen sich vereinfacht in mehrere Gruppen einteilen. Dazu gehören eine unzureichende Bildung roter Blutkörperchen, ein verstärkter Abbau dieser Zellen und Blutverluste. Auch mehrere Ursachen können gleichzeitig vorliegen. [1]

1. Eisenmangel

Eisenmangel ist weltweit eine der wichtigsten ernährungsbedingten Ursachen für Anämie. Eisen wird für die Bildung von Hämoglobin benötigt. Fehlt dem Körper über längere Zeit ausreichend Eisen, können schließlich nicht genügend funktionsfähige rote Blutkörperchen gebildet werden. [1]

Ein Eisenmangel kann beispielsweise durch eine zu geringe Eisenzufuhr, einen erhöhten Bedarf oder eine eingeschränkte Aufnahme im Darm entstehen. Besonders wichtig ist außerdem chronischer Blutverlust. Starke Monatsblutungen gehören zu den häufigen Ursachen; auch Blutungen im Magen-Darm-Trakt können eine Eisenmangelanämie verursachen. [2]

2. Mangel an Vitamin B12 oder Folat

Für die Bildung normaler roter Blutkörperchen benötigt der Körper unter anderem Vitamin B12 und Folat. Ein Mangel an einem dieser Vitamine kann zu einer sogenannten megaloblastären Anämie führen, bei der die roten Blutkörperchen unter anderem ungewöhnlich groß und nicht normal funktionsfähig sind. [3]

Bei Vitamin-B12-Mangel können zusätzlich neurologische Beschwerden wie Kribbeln, Muskelschwäche oder Sehstörungen auftreten. Deshalb sollte ein entsprechender Mangel medizinisch abgeklärt und nicht ausschließlich über die Behandlung der Anämie betrachtet werden. [3]

3. Blutverlust

Akute oder chronische Blutungen können ebenfalls eine Anämie verursachen. Während ein größerer Blutverlust beispielsweise nach einer Verletzung oder Operation unmittelbar auffallen kann, entwickeln sich chronische Blutungen manchmal unbemerkt.

Zu möglichen Ursachen gehören starke Menstruationsblutungen sowie Blutungen im Magen-Darm-Bereich. Dort können unter anderem Geschwüre, entzündliche Erkrankungen oder bestimmte Medikamente eine Rolle spielen. [2]

Eine Eisenmangelanämie sollte deshalb nicht automatisch mit einer vermeintlich eisenarmen Ernährung erklärt werden. Insbesondere bei Erwachsenen mit ungeklärtem Eisenmangel kann es wichtig sein, nach einer möglichen Blutungsquelle zu suchen. [2]

4. Chronische Erkrankungen und Entzündungen

Auch chronische Erkrankungen können die Bildung roter Blutkörperchen beeinflussen. Dazu gehören unter anderem chronische Entzündungen und bestimmte Nieren- oder Krebserkrankungen. [1]

Bei chronischen Erkrankungen ist die Blutarmut daher nicht unbedingt auf einen einfachen Eisenmangel zurückzuführen. Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und den jeweiligen Laborbefunden.

5. Vererbte Formen der Anämie

Einige Formen der Blutarmut entstehen durch genetische Veränderungen. Dazu gehören beispielsweise Thalassämien und die Sichelzellkrankheit. Bei diesen Erkrankungen sind Struktur, Bildung oder Funktion der roten Blutkörperchen beziehungsweise des Hämoglobins verändert. [1]

Solche Formen können familiär gehäuft auftreten und unterscheiden sich in Ursache, Verlauf und Behandlung deutlich von einer klassischen Eisenmangelanämie.

6. Verstärkter Abbau roter Blutkörperchen

Bei einer hämolytischen Anämie werden rote Blutkörperchen schneller abgebaut, als der Körper sie ersetzen kann. Mögliche Ursachen sind unter anderem Autoimmunreaktionen, bestimmte Medikamente, Infektionen oder vererbte Erkrankungen. [1]

Anämie Symptome: Woran erkennt man Blutarmut?

Die Beschwerden hängen unter anderem davon ab, wie stark die Anämie ausgeprägt ist und wie schnell sie entstanden ist. Eine langsam entwickelte Blutarmut kann zunächst relativ unauffällig bleiben, während ein ausgeprägter oder schnell entstandener Mangel deutlichere Beschwerden verursachen kann. [1]

Typische Anämie-Symptome sind:

  • Müdigkeit und ungewöhnliche Erschöpfung,
  • Schwäche und verminderte körperliche Leistungsfähigkeit,
  • Schwindel oder Benommenheit,
  • Kopfschmerzen,
  • Atemnot, insbesondere bei körperlicher Belastung,
  • Herzklopfen oder ein beschleunigter Herzschlag,
  • blasse Haut oder blasse Schleimhäute.

Bei stärker ausgeprägter Anämie können unter anderem eine schnelle Atmung und ein deutlich beschleunigter Herzschlag auftreten. [1]

Weitere mögliche Symptome bei Eisenmangel

Eine Eisenmangelanämie kann zusätzliche Beschwerden verursachen. Dazu gehören beispielsweise Haarausfall, Veränderungen der Nägel, eine schmerzende Zunge oder der ungewöhnliche Drang, Dinge zu essen, die keine Lebensmittel sind, etwa Eis. Dieses Phänomen wird als Pica bezeichnet. [2]

Solche Symptome sind nicht ausschließlich für Eisenmangel typisch. Sie können aber ein Anlass sein, die Eisenversorgung und andere mögliche Ursachen medizinisch untersuchen zu lassen.

Warum macht Anämie müde?

Hämoglobin transportiert Sauerstoff zu den Organen und Muskeln. Wenn aufgrund einer Anämie weniger Sauerstoff transportiert werden kann, kann sich das unter anderem durch Müdigkeit, Schwäche und eine geringere körperliche Belastbarkeit bemerkbar machen. [1]

Bei körperlicher Belastung steigt der Sauerstoffbedarf. Deshalb fällt eine Anämie häufig zunächst beim Treppensteigen, Sport oder anderen körperlich anstrengenden Tätigkeiten auf. Atemnot oder Herzklopfen können dann stärker werden. [1]

Wie wird Anämie festgestellt?

Eine Anämie lässt sich nicht zuverlässig anhand der Symptome allein feststellen. Für die Diagnose ist eine Blutuntersuchung erforderlich. Ein Blutbild gibt unter anderem Aufschluss über Hämoglobin und die Anzahl sowie bestimmte Eigenschaften der Blutzellen. [2]

Wenn eine Anämie festgestellt wurde, folgt die Suche nach ihrer Ursache. Je nach Situation können weitere Blutwerte untersucht werden, beispielsweise zur Beurteilung des Eisenstatus oder der Versorgung mit Vitamin B12 und Folat. Bei einem unklaren Eisenmangel können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein, um mögliche Blutungen oder andere Ursachen aufzuspüren. [2] [3]

Anämie Behandlung: Was hilft gegen Blutarmut?

Die Behandlung hängt immer von der Ursache ab. Eine Eisenmangelanämie wird beispielsweise häufig mit Eisenpräparaten behandelt. Gleichzeitig sollte geklärt werden, warum der Eisenmangel entstanden ist. [2]

Liegt dagegen ein Vitamin-B12- oder Folatmangel vor, muss die entsprechende Versorgung verbessert und die Ursache des Mangels behandelt werden. Bei einer Anämie infolge einer chronischen Erkrankung steht wiederum die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. [1] [3]

Bei bestimmten erblichen oder hämolytischen Formen der Anämie sind wiederum andere Therapien notwendig. Deshalb ist es nicht sinnvoll, bei Müdigkeit auf eigene Faust hoch dosierte Eisenpräparate einzunehmen, ohne zuvor einen tatsächlichen Eisenmangel feststellen zu lassen.

Kann die Ernährung einer Anämie vorbeugen?

Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, eine ausreichende Versorgung mit Eisen, Folat und Vitamin B12 sicherzustellen. Zu den eisenhaltigen Lebensmitteln gehören unter anderem Fleisch, Hülsenfrüchte und bestimmte grüne Gemüse. [2]

Bei einer veganen oder stark eingeschränkten Ernährung sollte besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 geachtet werden, da Vitamin B12 natürlicherweise vor allem in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Ein festgestellter Mangel sollte gezielt behandelt werden. [3]

Ernährung allein reicht jedoch nicht immer aus. Wenn beispielsweise starke Monatsblutungen, eine chronische Erkrankung, eine Aufnahmestörung oder eine unerkannte Blutung die Ursache ist, muss auch dieser Auslöser behandelt werden.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für Anämie?

Bestimmte Personengruppen haben ein erhöhtes Risiko für Blutarmut. Dazu gehören insbesondere kleine Kinder, menstruierende Frauen sowie Schwangere und Frauen nach der Geburt. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen oder bestimmten Ernährungs- und Aufnahmestörungen können stärker gefährdet sein. [1]

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit etwa 40 Prozent der Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten, 37 Prozent der Schwangeren und 30 Prozent der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren von Anämie betroffen sind. Diese globalen Schätzungen beziehen sich auf das Jahr 2019 und zeigen, dass Blutarmut insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen ein bedeutendes Gesundheitsproblem darstellt. [4]

Wann sollte man bei Anämie zum Arzt?

Anhaltende Müdigkeit, unerklärliche Leistungsschwäche, wiederkehrender Schwindel, Atemnot oder Herzklopfen sollten nicht automatisch auf Stress oder Schlafmangel zurückgeführt werden. Solche Beschwerden können viele Ursachen haben, darunter auch eine Anämie. [1]

Eine ärztliche Abklärung ist besonders wichtig, wenn die Beschwerden neu auftreten, zunehmen oder mit auffälliger Blässe, stärkeren Blutungen, deutlicher Atemnot oder ausgeprägter Schwäche einhergehen.

Bei plötzlich auftretender starker Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht oder einem erheblichen Blutverlust ist eine sofortige medizinische Beurteilung erforderlich.

Fazit

Anämie ist keine einzelne Krankheit, sondern ein medizinischer Befund mit zahlreichen möglichen Ursachen. Eisenmangel gehört zu den häufigsten ernährungsbedingten Auslösern, doch auch Vitamin-B12- oder Folatmangel, Blutverlust, chronische Erkrankungen, Entzündungen und vererbte Erkrankungen können eine Blutarmut verursachen. [1]

Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Atemnot, Kopfschmerzen, Herzklopfen und blasse Haut gehören zu den häufigsten Beschwerden. Eine sichere Diagnose ist jedoch nur durch eine Blutuntersuchung möglich. [1] [2]

Entscheidend ist deshalb nicht nur, den Hämoglobinwert zu erhöhen, sondern die Ursache der Anämie zu finden und gezielt zu behandeln. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung der sinnvollste Weg.

Quellen [+]

[1] World Health Organization (WHO): Anaemia. Aktuelle Fachinformation. https://www.who.int/health-topics/anaemia

[2] NHS: Iron deficiency anaemia. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.nhs.uk/conditions/iron-deficiency-anaemia/

[3] NHS: Vitamin B12 or folate deficiency anaemia. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.nhs.uk/conditions/vitamin-b12-or-folate-deficiency-anaemia/

[4] World Health Organization (WHO): Anaemia – Fact Sheet. 10. Februar 2025. https://www.who.int/vietnam/news/fact-sheets/detail/anaemia

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