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Sesamöl für die Haut: Anwendungen, Wirkung und Risiken

Chaghaf Redaktion
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Sesamöl für die Haut: Anwendungen, Wirkung und Risiken

Sesamöl wird seit Langem nicht nur in der Küche, sondern auch zur Hautpflege verwendet. Das Pflanzenöl enthält verschiedene bioaktive Bestandteile und kann die Hautoberfläche geschmeidiger machen. Untersuchungen zu Pflanzenölen zeigen zudem antioxidative und entzündungsmodulierende Eigenschaften von Sesamöl. Die wissenschaftliche Datenlage speziell zur kosmetischen Anwendung auf der Gesichtshaut ist jedoch begrenzt. [1] [2]

Deshalb sollte Sesamöl eher als pflegendes Öl betrachtet werden und nicht als bewiesene Behandlung für Akne, Falten, Pigmentflecken oder andere Hauterkrankungen.

Was kann Sesamöl für die Haut tun?

Sesamöl enthält unter anderem ungesättigte Fettsäuren sowie natürliche Bestandteile wie Sesamin und Sesamolin. Labor- und Übersichtsarbeiten beschreiben antioxidative und entzündungsbezogene Eigenschaften verschiedener Pflanzenöle, darunter auch Sesamöl. [2]

Für die tägliche Hautpflege kann ein geeignetes kosmetisches Sesamöl insbesondere interessant sein, wenn die Haut nach der Reinigung trocken oder gespannt wirkt. Öl kann dabei helfen, die Hautoberfläche geschmeidiger zu halten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sesamöl eine medizinische Wirkung bei Hautkrankheiten besitzt. Bei ausgeprägter trockener, entzündeter oder erkrankter Haut sollte die Ursache abgeklärt werden.

Sesamöl als Pflege für trockene Haut

Bei trockener Haut kann Sesamöl als ergänzendes Pflegeprodukt verwendet werden. Pflanzliche Öle können die Hautoberfläche glätten und dazu beitragen, den Feuchtigkeitsverlust der Haut zu reduzieren. [2]

Besonders sinnvoll ist es, ein Öl beziehungsweise eine geeignete Feuchtigkeitspflege nach dem Waschen auf die noch leicht feuchte Haut aufzutragen. Dermatologen empfehlen bei trockener Haut grundsätzlich eine regelmäßige Feuchtigkeitspflege; Cremes und Salben sind dabei häufig wirksamer als leichte Lotionen. [3]

Sesamöl kann daher eine Ergänzung sein, sollte aber nicht automatisch die gesamte Hautpflege ersetzen.

Sesamöl im Gesicht: So können Sie es anwenden

Wenn Sie Sesamöl im Gesicht ausprobieren möchten, reicht zunächst eine sehr kleine Menge.

  • Gesicht mit einem milden Reinigungsprodukt reinigen.
  • Haut vorsichtig trocken tupfen und leicht feucht lassen.
  • Ein bis wenige Tropfen Sesamöl zwischen den Fingerspitzen verteilen.
  • Das Öl dünn auf die Haut auftragen.
  • Zunächst nur einmal täglich oder jeden zweiten Tag anwenden.

Bei empfindlicher oder zu Unreinheiten neigender Haut sollte die Reaktion besonders genau beobachtet werden. Produkte für zu Akne neigende Haut sollten möglichst als nicht komedogen gekennzeichnet sein. [4]

Sesamöl gegen Akne – hilft das wirklich?

Sesamöl wird teilweise als Hausmittel gegen Pickel und Akne empfohlen. Es gibt Hinweise auf antioxidative und entzündungsbezogene Eigenschaften des Öls, doch daraus lässt sich nicht ableiten, dass Sesamöl Akne zuverlässig behandelt. Für eine solche Wirkung fehlen ausreichende klinische Belege. [1] [2]

Wer zu Akne neigt, sollte deshalb nicht ausschließlich auf Sesamöl setzen. Dermatologische Empfehlungen konzentrieren sich je nach Ausprägung unter anderem auf Wirkstoffe wie Benzoylperoxid, Salicylsäure oder Retinoide. Eine geeignete, nicht komedogene Pflege kann dabei helfen, trockene und gereizte Haut zu vermeiden. [4]

Bei stärkerer oder anhaltender Akne ist eine dermatologische Behandlung sinnvoll.

Sesamöl gegen Falten und Hautalterung

Sesamöl enthält antioxidativ wirkende Bestandteile, weshalb es häufig in Zusammenhang mit der Hautalterung gebracht wird. Antioxidative Eigenschaften allein bedeuten jedoch nicht, dass das Öl Falten beseitigen oder die Hautalterung stoppen kann. [2]

Wer seine Haut vor vorzeitiger Hautalterung schützen möchte, sollte vor allem auf einen konsequenten Sonnenschutz achten. Ein Breitband-Sonnenschutz mit geeignetem Lichtschutzfaktor schützt die Haut vor UV-Strahlung und ist wesentlich zuverlässiger als ein Pflanzenöl. [5]

Sesamöl zum Aufhellen der Haut?

Sesamöl sollte nicht als bewährtes Mittel zur Hautaufhellung betrachtet werden. Für die Behauptung, dass eine Mischung aus Sesamöl und Kurkuma die Haut gezielt aufhellt oder Pigmentflecken entfernt, gibt es keine ausreichenden klinischen Belege.

Hausgemachte Mischungen sollten außerdem nicht automatisch als harmlos angesehen werden. Besonders bei empfindlicher Haut können bestimmte Inhaltsstoffe Reizungen verursachen.

Sesamöl und Sonnenlicht: Kein Ersatz für Sonnencreme

Einige ältere Untersuchungen und populäre Hautpflegeartikel schreiben Sesamöl eine gewisse UV-absorbierende Wirkung zu. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass Sesamöl einen zuverlässigen Sonnenschutz bietet.

Eine konkrete Aussage wie „Sesamöl schützt die Haut zu 30 Prozent vor UV-Strahlung“ ist für die praktische Hautpflege nicht ausreichend abgesichert. Sesamöl sollte deshalb niemals als Ersatz für Sonnencreme verwendet werden.

Für den Alltag empfehlen Dermatologen einen Breitband-Sonnenschutz mit mindestens SPF 30, insbesondere bei längerer Sonnenexposition. [3] [5]

Sesamöl und Reis: Ist eine Gesichtsmaske sinnvoll?

Eine Mischung aus Sesamöl und Reismehl wird traditionell als Gesichtsmaske verwendet. Für die behaupteten Effekte auf Kollagen, Elastin oder eine gezielte Hautverjüngung gibt es jedoch keine ausreichenden Belege.

Reismehl kann durch seine mechanische Struktur die Haut reizen, wenn damit stark gerieben wird. Bei empfindlicher oder entzündeter Haut sollte auf aggressive Peelings und starkes Reiben besser verzichtet werden.

Sesamöl und Apfelessig: Vorsicht bei Hausmitteln

Eine Mischung aus Sesamöl und Apfelessig wird teilweise gegen unreine Haut empfohlen. Von einer regelmäßigen Anwendung solcher Mischungen auf dem Gesicht ist jedoch abzuraten.

Apfelessig ist sauer und kann insbesondere bei empfindlicher oder bereits gereizter Haut Brennen und Irritationen verursachen. Eine solche Hausmischung ist daher keine wissenschaftlich etablierte Aknebehandlung.

Kann Sesamöl allergische Reaktionen verursachen?

Ja. Sesam gehört zu den bekannten Lebensmittelallergenen. Auch Bestandteile von Sesamöl können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen beziehungsweise Kontaktdermatitis auslösen. Entsprechende Fälle wurden in der medizinischen Literatur beschrieben. [6] [7]

Wer bereits eine bekannte Sesamallergie hat, sollte Sesamöl nicht ohne ärztliche Rücksprache auf die Haut auftragen.

Auch bei unbekannter Verträglichkeit ist es sinnvoll, ein neues Produkt zunächst an einer kleinen Hautstelle zu testen. Bei Rötung, Brennen, Juckreiz, Schwellung oder Ausschlag sollte die Anwendung beendet werden.

Ist Sesamöl für fettige Haut geeignet?

Das hängt von der individuellen Haut ab. Auch fettige Haut benötigt eine geeignete Pflege, aber nicht jedes Öl wird von jeder Haut gleich gut vertragen.

Bei fettiger oder zu Akne neigender Haut sind leichte, nicht komedogene Pflegeprodukte häufig die bessere Wahl. Dermatologen empfehlen bei zu Akne neigender Haut ausdrücklich Produkte mit Hinweisen wie „nicht komedogen“ oder „verstopft die Poren nicht“. [4]

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wenn Sesamöl für die Hautpflege verwendet werden soll, sollte ein Produkt gewählt werden, das ausdrücklich für die kosmetische beziehungsweise äußerliche Anwendung geeignet ist.

  • Auf eine klare Produktkennzeichnung achten.
  • Möglichst ein hochwertiges, für die Hautpflege vorgesehenes Produkt verwenden.
  • Bei empfindlicher Haut zunächst eine kleine Menge testen.
  • Bei bekannter Sesamallergie vorsichtig sein beziehungsweise auf die Anwendung verzichten.
  • Bei entzündlicher oder erkrankter Haut nicht ausschließlich auf Hausmittel setzen.

Wann sollte man einen Hautarzt aufsuchen?

Ein Hautarzt sollte insbesondere dann aufgesucht werden, wenn Hautprobleme länger bestehen, sich verschlimmern oder mit starken Entzündungen, Schmerzen, Schwellungen oder wiederkehrenden Ausschlägen verbunden sind.

Auch bei starker Akne ist eine professionelle Behandlung sinnvoll, da eine frühzeitige Therapie helfen kann, Entzündungen und spätere Narben zu reduzieren. [4]

Fazit

Sesamöl kann als pflegendes Öl für die Haut interessant sein, insbesondere um die Hautoberfläche geschmeidig zu halten. Wissenschaftliche Untersuchungen beschreiben unter anderem antioxidative und entzündungsbezogene Eigenschaften von Sesamöl und anderen Pflanzenölen. Die klinische Evidenz für konkrete kosmetische Versprechen ist jedoch begrenzt. [1] [2]

Sesamöl sollte daher nicht als bewiesene Behandlung gegen Akne, Falten oder Pigmentflecken betrachtet werden. Ebenso ersetzt es keine Sonnencreme. Bei empfindlicher Haut und insbesondere bei einer bekannten Sesamallergie ist Vorsicht angebracht.

Quellen [+]

[1] Anti-Inflammatory and Skin Barrier Repair Effects of Topical Application of Some Plant Oils – PubMed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29280987/

[2] Review zu den Eigenschaften verschiedener Pflanzenöle für die Haut – PubMed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29280987/

[3] American Academy of Dermatology – Tipps zur Pflege trockener Haut. https://www.aad.org/public/everyday-care/skin-care-basics/dry/dermatologists-tips-relieve-dry-skin

[4] American Academy of Dermatology – Akne: Hautpflege und Behandlung. https://www.aad.org/public/diseases/acne/skin-care/tips

[5] FDA – Sunscreen: How to Help Protect Your Skin from the Sun. https://www.fda.gov/drugs/understanding-over-counter-medicines/sunscreen-how-help-protect-your-skin-sun

[6] Sesame allergy: current perspectives – PMC. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5414576/

[7] Allergic contact dermatitis caused by sesame oil – PubMed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18186747/

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