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Eiter im Hals: Ursachen, Symptome, Behandlung und wann zum Arzt?

Chaghaf Team
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Eiter im Hals: Ursachen, Symptome, Behandlung und wann zum Arzt?

Eiter im Hals ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein sichtbares Zeichen, das bei verschiedenen Entzündungen und Infektionen auftreten kann. Weiße oder gelbliche Beläge auf den Mandeln kommen beispielsweise bei einer Mandelentzündung vor. Ein echter Eiterherd neben einer Mandel kann dagegen auf einen sogenannten Peritonsillarabszess hinweisen – eine behandlungsbedürftige Komplikation einer Infektion im Halsbereich. [1] [2]

Entscheidend ist deshalb, zwischen einem einfachen eitrigen Belag auf den Mandeln und einem Abszess im Gewebe neben der Mandel zu unterscheiden. Während viele Halsentzündungen unkompliziert verlaufen, kann ein Peritonsillarabszess die Atemwege beeinträchtigen und muss rasch medizinisch behandelt werden. [2]

Was bedeutet Eiter im Hals?

Eiter besteht unter anderem aus abgestorbenen Abwehrzellen, Zellbestandteilen und Krankheitserregern. Im Hals kann er sich als weißlicher oder gelblicher Belag auf den Mandeln zeigen. Solche Beläge können bei einer Mandelentzündung auftreten und sind nicht automatisch ein Hinweis auf einen Abszess. [1]

Bei einem Peritonsillarabszess sammelt sich der Eiter dagegen in einem abgegrenzten Hohlraum im Gewebe neben einer Mandel. Die Infektion ist dabei meist einseitig und geht häufig aus einer Entzündung des Rachens oder der Mandeln hervor. An der Entstehung können mehrere Bakterienarten beteiligt sein. [2]

Welche Ursachen kann Eiter im Hals haben?

Mandelentzündung

Eine akute Mandelentzündung kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Zu den typischen Beschwerden gehören Halsschmerzen, gerötete und geschwollene Mandeln sowie Schmerzen beim Schlucken. Auf den Mandeln können weiße oder gelbliche Beläge beziehungsweise eitrige Streifen sichtbar sein. [1] [3]

Eine bakterielle Infektion mit Streptokokken kann ebenfalls zu eitrigen Belägen führen. Gleichzeitig können Fieber, geschwollene Halslymphknoten und starke Schluckbeschwerden auftreten. Das Aussehen der Mandeln allein reicht jedoch nicht aus, um zuverlässig zwischen einer viralen und einer bakteriellen Infektion zu unterscheiden. [3]

Peritonsillarabszess

Eine besonders wichtige Ursache für einen ausgeprägten Eiterherd im Hals ist der Peritonsillarabszess. Dabei entsteht eine mit Eiter gefüllte Ansammlung im Gewebe neben einer Mandel. Die Erkrankung tritt besonders häufig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. [2]

Typisch ist eine zunehmend starke, meist einseitige Halsentzündung. Häufig kommen Fieber, schmerzhafte Schluckbeschwerden, Ohrenschmerzen auf derselben Seite und eine eingeschränkte Mundöffnung hinzu. Auch eine kloßige, gedämpfte Stimme und vermehrter Speichelfluss sind typische Hinweise. [2]

Weitere mögliche Ursachen

Weiße Beläge im Rachen sind nicht immer Eiter. Auch andere Erkrankungen oder Veränderungen können ähnliche Erscheinungen verursachen. Deshalb sollte bei unklaren, wiederkehrenden oder ausgeprägten Veränderungen im Hals eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Welche Symptome treten bei Eiter im Hals auf?

Die Beschwerden hängen von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Bei einer Mandelentzündung können unter anderem folgende Symptome auftreten:

  • Halsschmerzen
  • gerötete und geschwollene Mandeln
  • weiße oder gelbliche Beläge auf den Mandeln
  • Schmerzen beim Schlucken
  • Fieber
  • geschwollene oder druckempfindliche Lymphknoten am Hals
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Bei einem Peritonsillarabszess sind die Beschwerden häufig deutlich stärker. Charakteristisch sind vor allem starke einseitige Halsschmerzen, zunehmende Schluckbeschwerden und Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes. Die Stimme kann verändert oder auffällig dumpf klingen. [2]

Bei der Untersuchung kann außerdem auffallen, dass die Schwellung auf einer Seite stärker ausgeprägt ist und das Gaumenzäpfchen zur gegenüberliegenden Seite gedrängt wird. [2]

Eiter auf den Mandeln oder Abszess: Was ist der Unterschied?

Ein eitriger Belag auf den Mandeln und ein Peritonsillarabszess sind nicht dasselbe. Bei einer Mandelentzündung liegt der Belag auf der Oberfläche der entzündeten Mandel. Beim Abszess sammelt sich Eiter dagegen im Gewebe neben der Mandel und verursacht häufig eine ausgeprägte, einseitige Schwellung. [2]

Besonders aufmerksam sollte man bei einer Kombination aus einseitig starken Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, eingeschränkter Mundöffnung, kloßiger Stimme und einer sichtbaren einseitigen Schwellung werden. Diese Kombination passt zu einem Peritonsillarabszess und sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden. [2]

Wie wird Eiter im Hals diagnostiziert?

Die Diagnose beginnt mit einer Untersuchung des Mund- und Rachenraums. Dabei achtet die Ärztin oder der Arzt unter anderem auf Schwellungen, Rötungen, Beläge und eine mögliche Verlagerung des Gaumenzäpfchens. Zusätzlich werden Beschwerden, Krankheitsverlauf und Begleitsymptome erfragt. [2]

Besteht der Verdacht auf einen Peritonsillarabszess, kann eine Feinnadelaspiration eingesetzt werden. Dabei wird Flüssigkeit aus der verdächtigen Schwellung entnommen. Eine Ultraschalluntersuchung kann ebenfalls bei der Diagnose helfen. Wenn der Befund unklar ist oder eine Ausbreitung der Infektion in tiefere Halsbereiche vermutet wird, kann eine Computertomografie erforderlich sein. [2]

Bei Verdacht auf eine Streptokokkeninfektion kann je nach klinischem Befund zusätzlich ein Rachenabstrich beziehungsweise ein entsprechender Schnelltest oder eine mikrobiologische Untersuchung sinnvoll sein. [3]

Wie wird Eiter im Hals behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Eine virale Hals- oder Mandelentzündung benötigt in der Regel keine Antibiotika. Bei einer nachgewiesenen oder klinisch begründeten bakteriellen Infektion können Antibiotika dagegen erforderlich sein. [1] [3]

Ein Peritonsillarabszess benötigt in der Regel eine ärztliche Behandlung mit Antibiotika und eine Entleerung des Eiterherdes. Dafür kommen insbesondere eine Nadelaspiration oder eine Inzision mit anschließender Drainage infrage. Die konkrete Vorgehensweise hängt vom Befund und vom Allgemeinzustand der betroffenen Person ab. [2] [4]

Zusätzlich können eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine geeignete Schmerzbehandlung notwendig sein. Bei schweren Verläufen kann eine stationäre Behandlung erforderlich werden, insbesondere wenn die Flüssigkeitsaufnahme nicht ausreichend möglich ist oder Probleme mit den Atemwegen bestehen. [2]

Müssen die Mandeln entfernt werden?

Eine Mandeloperation ist bei einem einzelnen Peritonsillarabszess nicht automatisch notwendig. Eine Tonsillektomie kann jedoch in bestimmten Situationen erwogen werden, etwa wenn wiederholt Mandelentzündungen oder Abszesse auftreten oder ohnehin eine andere medizinische Indikation für eine Entfernung der Mandeln besteht. [2]

Was kann man selbst gegen Halsschmerzen tun?

Bei einer unkomplizierten Halsentzündung können Schonung, ausreichendes Trinken und geeignete Maßnahmen zur Linderung von Schmerzen und Fieber hilfreich sein. Bei starken Beschwerden sollte die Einnahme von Schmerz- oder Fiebermitteln nach Packungsbeilage oder ärztlicher Empfehlung erfolgen.

Ein sichtbarer Eiterbelag sollte jedoch nicht eigenständig abgekratzt oder ausgedrückt werden. Insbesondere bei Verdacht auf einen Abszess gehört die Behandlung in ärztliche Hände.

Wann ist Eiter im Hals ein Notfall?

Ein Peritonsillarabszess kann sich auf tiefer liegende Gewebe ausbreiten und in schweren Fällen die Atemwege gefährden. Deshalb sollte bei entsprechenden Warnzeichen nicht abgewartet werden. [2] [4]

Sofortige medizinische Hilfe ist insbesondere erforderlich bei:

  • schwerer oder zunehmender Atemnot
  • deutlichen Problemen beim Schlucken von Speichel
  • starkem Speichelfluss, weil Schlucken kaum möglich ist
  • rasch zunehmender Schwellung im Hals- oder Rachenbereich
  • starker einseitiger Halsentzündung mit eingeschränkter Mundöffnung
  • deutlich veränderter oder kloßiger Stimme in Verbindung mit starken Halsschmerzen
  • ausgeprägter Verschlechterung des Allgemeinzustands

Bei Atemnot oder einer akuten Beeinträchtigung der Atemwege sollte unverzüglich der Rettungsdienst verständigt werden. [2]

Wie lässt sich Eiter im Hals vorbeugen?

Nicht jede Halsentzündung lässt sich verhindern. Eine gute Handhygiene und das Vermeiden engen Kontakts zu Personen mit akuten Infektionen können jedoch dazu beitragen, die Übertragung von Krankheitserregern zu reduzieren.

Bei wiederkehrenden oder starken Mandelentzündungen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Eine frühzeitige Diagnose und geeignete Behandlung können dazu beitragen, Komplikationen wie einen Peritonsillarabszess zu vermeiden. [3] [4]

Fazit

Eiter im Hals kann verschiedene Ursachen haben. Weiße oder gelbliche Beläge auf den Mandeln treten beispielsweise bei einer Mandelentzündung auf und können sowohl bei viralen als auch bei bakteriellen Infektionen vorkommen. Ein abgegrenzter Eiterherd neben einer Mandel ist dagegen typisch für einen Peritonsillarabszess und erfordert eine medizinische Behandlung. [1] [2]

Besonders ernst zu nehmen sind starke einseitige Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, eine eingeschränkte Mundöffnung, eine kloßige Stimme oder Atemprobleme. Bei solchen Beschwerden sollte die Ursache rasch ärztlich abgeklärt werden, da ein Abszess die Atemwege gefährden oder sich in umliegende Gewebe ausbreiten kann. [2]

Quellen [+]

[1] Mayo Clinic: Tonsillitis – Symptoms & Causes. Aktualisierte Fachinformation. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/tonsillitis/symptoms-causes/syc-20378479

[2] MSD Manual Professional Edition: Peritonsillarabszess und Peritonsillitis. Überarbeitet 2024, aktualisiert 2025. https://www.msdmanuals.com/de/profi/hals-nasen-ohren-krankheiten/oropharypharyngeale-störungen/peritonsillarabszess-und-peritonsillitis

[3] Mayo Clinic: Strep Throat – Symptoms & Causes. Aktualisierte Fachinformation. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/strep-throat/symptoms-causes/syc-20350338

[4] American Academy of Family Physicians: Peritonsillar Abscess. American Family Physician, 2017. https://www.aafp.org/afp/2017/0415/p501

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