
Eileiterschwangerschaft: Symptome, Warnzeichen und Behandlung
Eine Eileiterschwangerschaft ist eine Schwangerschaft, bei der sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter einnistet. In den meisten Fällen befindet sich die Schwangerschaft im Eileiter. Seltener kann sich das Schwangerschaftsgewebe beispielsweise am Eierstock, am Gebärmutterhals oder in der Bauchhöhle ansiedeln. [1]
Eine Eileiterschwangerschaft kann zunächst wie eine normale frühe Schwangerschaft wirken. Typische Beschwerden sind deshalb nicht immer eindeutig. Treten jedoch Schmerzen im Unterbauch, insbesondere einseitig, oder ungewöhnliche vaginale Blutungen auf, sollte eine Eileiterschwangerschaft medizinisch abgeklärt werden. [1] [2]
Wichtig ist vor allem, Warnzeichen ernst zu nehmen: Wenn der Eileiter durch das Wachstum der Schwangerschaft reißt, kann es zu einer gefährlichen inneren Blutung kommen. Eine solche Komplikation erfordert eine sofortige medizinische Behandlung. [1]
Was ist eine Eileiterschwangerschaft?
Normalerweise wandert die befruchtete Eizelle durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter und nistet sich dort in der Gebärmutterschleimhaut ein. Bei einer Eileiterschwangerschaft findet die Einnistung außerhalb der Gebärmutterhöhle statt. Am häufigsten ist ein Eileiter betroffen. [1]
Das Schwangerschaftsgewebe kann sich dort nicht normal weiterentwickeln. Gleichzeitig kann der betroffene Eileiter durch das Wachstum gedehnt und schließlich verletzt werden. Dadurch besteht das Risiko einer Blutung in die Bauchhöhle. [1]
Eine Eileiterschwangerschaft kann daher nicht zu einer normalen Geburt führen und muss medizinisch überwacht beziehungsweise behandelt werden.
Welche Symptome hat eine Eileiterschwangerschaft?
Die Beschwerden treten häufig zwischen der vierten und zwölften Schwangerschaftswoche auf. Manche Frauen haben anfangs allerdings überhaupt keine Symptome; eine Eileiterschwangerschaft kann dann beispielsweise bei einer frühen Ultraschalluntersuchung entdeckt werden. [2]
Unterbauchschmerzen, häufig auf einer Seite
Zu den wichtigsten möglichen Anzeichen gehören Schmerzen im Unterbauch. Typischerweise treten sie auf einer Seite auf. Die Schmerzen können plötzlich beginnen, sich allmählich entwickeln oder zeitweise stärker und schwächer werden. [2]
Einseitige Unterbauchschmerzen bedeuten allerdings nicht automatisch, dass eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Auch andere Ursachen kommen infrage. Bei einer möglichen Schwangerschaft sollten solche Beschwerden dennoch ärztlich abgeklärt werden.
Vaginale Blutungen oder Schmierblutungen
Auch vaginale Blutungen können bei einer Eileiterschwangerschaft auftreten. Sie können sich von der normalen Monatsblutung unterscheiden und beispielsweise schwächer, unregelmäßig oder dunkler sein. [1] [2]
Blutungen in der frühen Schwangerschaft haben jedoch verschiedene mögliche Ursachen. Eine Blutung allein beweist deshalb keine Eileiterschwangerschaft. Zusammen mit Schmerzen oder anderen Beschwerden sollte sie aber medizinisch beurteilt werden.
Schulterspitzenschmerz
Ein ungewöhnlicher Schmerz an der Schulterspitze kann ebenfalls ein Warnzeichen sein. Er kann auftreten, wenn Blut aus einer verletzten Eileiterregion in die Bauchhöhle gelangt und dort das Zwerchfell reizt. [2]
Insbesondere wenn Schulterspitzenschmerzen zusammen mit Bauchschmerzen, Blutungen, Schwindel oder Schwäche auftreten, ist eine schnelle medizinische Abklärung wichtig.
Schwindel, Schwäche oder Ohnmacht
Starker Schwindel, ausgeprägte Schwäche oder eine Ohnmacht können bei einer inneren Blutung auftreten. In Verbindung mit starken oder plötzlich zunehmenden Bauchschmerzen sind diese Beschwerden ein medizinischer Notfall. [2]
Beschwerden beim Wasserlassen oder Stuhlgang
Manche Betroffene bemerken außerdem Schmerzen oder Druck beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang. Auch Durchfall oder Veränderungen der normalen Darmfunktion können vorkommen. Diese Beschwerden sind allerdings unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben. [2]
Wann ist eine Eileiterschwangerschaft ein Notfall?
Besonders gefährlich wird eine Eileiterschwangerschaft, wenn der betroffene Eileiter reißt. Eine solche Ruptur kann zu einer starken inneren Blutung führen und lebensbedrohlich werden. [1]
Sofort medizinische Hilfe ist erforderlich bei:
- plötzlich auftretenden, starken oder zunehmenden Bauchschmerzen,
- starkem Schwindel oder ausgeprägter Schwäche,
- Ohnmacht oder Kreislaufkollaps,
- starken Schmerzen zusammen mit vaginalen Blutungen,
- Schulterspitzenschmerzen in Verbindung mit weiteren Warnzeichen.
Bei solchen Beschwerden sollte nicht auf einen späteren Arzttermin gewartet werden. Der Verdacht auf eine rupturierte Eileiterschwangerschaft muss unverzüglich medizinisch abgeklärt werden. [2]
Wie wird eine Eileiterschwangerschaft festgestellt?
Die Diagnose lässt sich nicht allein anhand der Symptome stellen. Da die Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, werden in der Regel mehrere Untersuchungen miteinander kombiniert. [3]
Schwangerschaftstest und Beta-hCG
Bei einer bestehenden Schwangerschaft lässt sich das Schwangerschaftshormon hCG im Blut nachweisen. Bei Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft können wiederholte Blutuntersuchungen sinnvoll sein, um die Entwicklung des hCG-Wertes zu beobachten. Häufig werden die Werte in einem Abstand von etwa 48 Stunden kontrolliert. [3]
Der hCG-Wert allein kann eine Eileiterschwangerschaft jedoch nicht sicher beweisen oder ausschließen. Er wird zusammen mit den Beschwerden und den Ergebnissen der Ultraschalluntersuchung beurteilt. [3]
Vaginaler Ultraschall
Eine transvaginale Ultraschalluntersuchung ist ein wichtiges Verfahren bei der Abklärung. Dabei wird untersucht, ob sich eine Schwangerschaft in der Gebärmutter erkennen lässt und ob Hinweise auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter bestehen. [3]
Sehr früh in der Schwangerschaft kann eine eindeutige Zuordnung allerdings schwierig sein. Wenn im ersten Ultraschall keine Schwangerschaft in der Gebärmutter zu sehen ist, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass eine Eileiterschwangerschaft vorliegt. Je nach Situation können weitere Bluttests und Ultraschalluntersuchungen notwendig sein. [3]
Wie wird eine Eileiterschwangerschaft behandelt?
Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von den Beschwerden, dem Ultraschallbefund, der Größe und Lage der Schwangerschaft sowie der Entwicklung des hCG-Wertes ab. In bestimmten frühen Fällen kommt eine engmaschige Beobachtung infrage; andere Situationen erfordern Medikamente oder eine Operation. [4]
Abwartende Behandlung unter Kontrolle
Bei ausgewählten Frauen mit sehr früher Eileiterschwangerschaft und niedrigen beziehungsweise sinkenden hCG-Werten kann eine engmaschige Überwachung möglich sein. Dabei wird regelmäßig kontrolliert, ob das Schwangerschaftsgewebe von selbst zurückgeht. [4]
Diese Vorgehensweise kommt nur unter geeigneten medizinischen Voraussetzungen infrage. Eine engmaschige Nachkontrolle ist entscheidend, da auch bei einer zunächst stabilen Situation Komplikationen auftreten können.
Behandlung mit Methotrexat
Bei bestimmten frühen Eileiterschwangerschaften kann das Medikament Methotrexat eingesetzt werden. Es verhindert, dass sich das Schwangerschaftsgewebe weiterentwickelt. Nach der Behandlung sind regelmäßige Blutkontrollen erforderlich, um sicherzustellen, dass der hCG-Wert ausreichend abfällt. [4]
Ob Methotrexat geeignet ist, hängt von verschiedenen medizinischen Voraussetzungen ab. Bei bestimmten Befunden oder bei einer bereits eingetretenen Ruptur ist eine medikamentöse Behandlung nicht ausreichend beziehungsweise nicht geeignet.
Operation
Eine Operation kann notwendig sein, wenn eine Eileiterschwangerschaft weit fortgeschritten ist, starke Beschwerden verursacht, eine Ruptur vorliegt oder eine medikamentöse beziehungsweise abwartende Behandlung nicht infrage kommt. Häufig wird die Operation mittels Bauchspiegelung durchgeführt. [4]
Je nach Situation kann der betroffene Eileiter erhalten oder entfernt werden. Welche Methode gewählt wird, hängt unter anderem vom Zustand des Eileiters, der Blutung, der Schwangerschaftssituation und der Funktion des anderen Eileiters ab. [1]
Kann man nach einer Eileiterschwangerschaft wieder schwanger werden?
Eine Eileiterschwangerschaft bedeutet nicht automatisch, dass künftig keine Schwangerschaft mehr möglich ist. Auch nach Entfernung eines betroffenen Eileiters können viele Frauen erneut schwanger werden, sofern der andere Eileiter funktionsfähig ist. [4]
Nach einer bereits durchgemachten Eileiterschwangerschaft ist das Risiko für eine weitere Eileiterschwangerschaft allerdings erhöht. Bei einer erneuten Schwangerschaft ist deshalb eine frühe ärztliche Kontrolle sinnvoll, damit möglichst früh festgestellt werden kann, wo sich die Schwangerschaft befindet. [4]
Welche Faktoren erhöhen das Risiko?
In vielen Fällen lässt sich nicht eindeutig feststellen, warum eine Eileiterschwangerschaft entsteht. Bestimmte Faktoren können das Risiko jedoch erhöhen. Dazu gehören unter anderem eine frühere Eileiterschwangerschaft, Erkrankungen oder Schädigungen der Eileiter, bestimmte Infektionen des Beckens, frühere Operationen an den Eileitern, eine Schwangerschaft nach einer Kinderwunschbehandlung sowie Rauchen. [4]
Auch eine Schwangerschaft trotz eingesetzter Spirale ist selten; tritt sie dennoch ein, ist der Anteil der Schwangerschaften, die außerhalb der Gebärmutter liegen, erhöht. Insgesamt sind Schwangerschaften unter einer Spirale jedoch selten. [4]
Was bedeutet eine Eileiterschwangerschaft für die betroffene Frau?
Neben den körperlichen Folgen kann eine Eileiterschwangerschaft auch emotional sehr belastend sein. Der Verlust einer Schwangerschaft kann Trauer, Angst oder Unsicherheit über eine spätere Schwangerschaft auslösen. Solche Gefühle sind nachvollziehbar und sollten nicht unterschätzt werden. [4]
Bei anhaltender emotionaler Belastung kann professionelle Unterstützung hilfreich sein. Auch Gespräche mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder einer Hebamme können dabei helfen, die körperlichen und emotionalen Folgen einzuordnen.
Das Wichtigste zu den Symptomen einer Eileiterschwangerschaft
Eine Eileiterschwangerschaft kann sich anfangs kaum von einer normalen frühen Schwangerschaft unterscheiden. Typische Warnzeichen sind einseitige Unterbauchschmerzen und vaginale Blutungen; auch Schulterspitzenschmerzen oder Kreislaufbeschwerden können auftreten. [1] [2]
Entscheidend ist deshalb nicht, anhand einzelner Symptome selbst eine Diagnose zu stellen. Wer schwanger sein könnte und ungewöhnliche Schmerzen oder Blutungen entwickelt, sollte zeitnah medizinischen Rat einholen. Bei starken Schmerzen, Schwindel, Ohnmacht oder Anzeichen einer inneren Blutung ist sofortige Notfallhilfe erforderlich. [2]
Eine früh erkannte Eileiterschwangerschaft lässt sich in vielen Fällen erfolgreich behandeln. Welche Behandlung notwendig ist, wird individuell anhand der medizinischen Befunde entschieden. [4]
Quellen [+]
[1] Assurance Maladie (ameli.fr): Grossesse extra-utérine. 8. Dezember 2025. https://www.ameli.fr/assure/sante/devenir-parent/grossesse/difficultes-et-maladies-pendant-la-grossesse/grossesse-extra-uterine
[2] National Health Service (NHS): Ectopic pregnancy – Symptoms. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.nhs.uk/conditions/ectopic-pregnancy/symptoms/
[3] National Health Service (NHS): Ectopic pregnancy – Diagnosis. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.nhs.uk/conditions/ectopic-pregnancy/diagnosis/
[4] National Health Service (NHS): Ectopic pregnancy – Overview und Treatment. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.nhs.uk/conditions/ectopic-pregnancy/