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Haarausfall: Ursachen, Symptome und was wirklich helfen kann

Chaghaf Redaktion
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Haarausfall: Ursachen, Symptome und was wirklich helfen kann

Haare gehören zu unserem Erscheinungsbild – deshalb fällt es vielen Menschen sofort auf, wenn beim Waschen, Bürsten oder auf dem Kopfkissen mehr Haare als gewöhnlich liegen. Ein gewisser täglicher Haarverlust ist allerdings normal. Entscheidend ist, ob sich die Haardichte sichtbar verändert, kahle Stellen entstehen oder der Ausfall plötzlich und ungewöhnlich stark zunimmt. [1]

Haarausfall, medizinisch Alopezie genannt, kann vorübergehend oder dauerhaft auftreten. Die möglichen Ursachen reichen von erblich bedingtem Haarausfall über hormonelle Veränderungen und bestimmte Erkrankungen bis hin zu Stress, Nährstoffmangel, Medikamenten oder einer starken mechanischen Belastung der Haare. [1] [2]

Wie viel Haarausfall ist normal?

Der menschliche Haarzyklus besteht aus verschiedenen Phasen. Während ein Teil der Haare wächst, befinden sich andere Haare in einer Ruhephase und fallen anschließend aus. Deshalb ist täglicher Haarverlust zunächst kein Zeichen für eine Erkrankung.

Die American Academy of Dermatology nennt etwa 50 bis 100 Haare pro Tag als normalen Bereich. Die tatsächliche Menge kann jedoch von Person zu Person und abhängig von den Wasch- und Pflegegewohnheiten unterschiedlich auffallen. [1]

Problematisch wird es vor allem dann, wenn die Haare insgesamt sichtbar dünner werden, sich der Scheitel verbreitert, der Haaransatz zurückweicht oder kahle beziehungsweise deutlich ausgedünnte Stellen entstehen. [3]

Welche Ursachen kann Haarausfall haben?

Haarausfall hat nicht nur eine einzige Ursache. Für eine erfolgreiche Behandlung ist deshalb entscheidend, zunächst herauszufinden, warum die Haare ausfallen. [1]

Erblich bedingter Haarausfall

Die androgenetische Alopezie ist weltweit eine der häufigsten Formen des Haarausfalls. Sie kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen und hängt unter anderem von genetischen Faktoren und der Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber Androgenen ab. [1]

Bei Männern zeigt sich diese Form häufig durch einen zurückweichenden Haaransatz oder eine zunehmende Ausdünnung am Oberkopf. Bei Frauen steht dagegen häufig eine diffuse Ausdünnung beziehungsweise ein breiter werdender Scheitel im Vordergrund. [3]

Haarausfall nach Schwangerschaft und Geburt

Nach einer Schwangerschaft kann es bei Frauen vorübergehend zu verstärktem Haarausfall kommen. Hormonelle Veränderungen nach der Geburt können dazu führen, dass vermehrt Haare gleichzeitig in die Ruhe- und anschließend in die Ausfallphase übergehen. [2]

Diese Form des diffusen Haarausfalls wird häufig als Telogen-Effluvium bezeichnet. Ähnliche Reaktionen können auch nach Fieber, einer Erkrankung, einer Operation, deutlichem Gewichtsverlust oder einer starken körperlichen oder psychischen Belastung auftreten. [2]

Stress und starke körperliche Belastungen

Starker körperlicher oder psychischer Stress kann den Haarzyklus beeinflussen. Charakteristisch ist, dass der Haarausfall nicht unbedingt unmittelbar nach dem belastenden Ereignis beginnt, sondern mit zeitlicher Verzögerung auftreten kann. [2]

Deshalb ist es bei plötzlich auftretendem diffusem Haarausfall sinnvoll, auch Ereignisse oder Erkrankungen der vergangenen Monate zu berücksichtigen.

Nährstoffmangel und unausgewogene Ernährung

Eine unzureichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen kann ebenfalls mit Haarausfall verbunden sein. Zu den möglichen Faktoren zählen unter anderem ein Mangel an Eisen, Protein oder Zink. Auch bestimmte Vitaminmängel können eine Rolle spielen. [1]

Allerdings sollte nicht automatisch angenommen werden, dass jeder Haarausfall durch einen Vitaminmangel verursacht wird. Nahrungsergänzungsmittel sind nicht grundsätzlich die Lösung. Eine übermäßige Zufuhr bestimmter Nährstoffe kann sogar schädlich sein und unter Umständen den Haarausfall verschlimmern. [4]

Schilddrüsenerkrankungen und andere Krankheiten

Erkrankungen der Schilddrüse können zu einer Ausdünnung der Haare führen. Auch andere Erkrankungen kommen als Ursache infrage, darunter bestimmte Autoimmunerkrankungen und Infektionen der Kopfhaut. [1] [2]

Kreisrunder Haarausfall

Bei der Alopecia areata handelt es sich um eine Erkrankung, bei der das Immunsystem die Haarfollikel angreift. Typisch sind plötzlich auftretende, klar begrenzte kahle Stellen. Die Erkrankung kann nicht nur die Kopfhaut, sondern beispielsweise auch Augenbrauen oder Wimpern betreffen. [1]

Ob und wie schnell die Haare wieder nachwachsen, ist unterschiedlich. Wenn dies nicht von selbst geschieht, können dermatologische Behandlungen infrage kommen. [5]

Medikamente

Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Haarausfall auslösen. Dazu gehören unter anderem einige Arzneimittel gegen Krebs, bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen, Gicht oder andere Erkrankungen. [2]

Ein Medikament sollte bei Verdacht auf eine Nebenwirkung jedoch nicht eigenständig abgesetzt werden. Sinnvoll ist eine ärztliche Rücksprache, um mögliche Alternativen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

Haare färben, Hitze und starkes Styling

Häufige chemische Behandlungen, intensive Hitze und bestimmte Frisuren können das Haar schädigen. Besonders Frisuren, bei denen die Haare dauerhaft unter Spannung stehen, können eine sogenannte Traktionsalopezie verursachen. [2]

Stark beanspruchtes Haar kann zudem leichter abbrechen. Haarbruch ist nicht dasselbe wie Haarausfall aus dem Haarfollikel, kann aber ebenfalls zu einer sichtbar geringeren Haardichte führen.

Welche Anzeichen sprechen für behandlungsbedürftigen Haarausfall?

Einige Veränderungen sind leicht zu übersehen. Zu den typischen Anzeichen gehören:

  • eine zunehmend dünnere Haarstruktur,
  • ein breiter werdender Scheitel,
  • ein dünner werdender Pferdeschwanz,
  • ein zurückweichender Haaransatz,
  • langsam größer werdende kahle Stellen,
  • plötzlich auftretende kahle Bereiche oder
  • deutlich verstärkter Haarausfall über einen längeren Zeitraum. [3]

Besonders bei plötzlich auftretenden oder ungewöhnlichen Veränderungen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Je nach Form des Haarausfalls kann ein früher Behandlungsbeginn die Erfolgsaussichten verbessern. [1]

Was kann man gegen Haarausfall tun?

Die richtige Behandlung hängt von der Ursache ab. Es gibt deshalb keine einzelne Methode, die bei jeder Form von Haarausfall funktioniert. Zunächst sollte möglichst geklärt werden, ob eine Erkrankung, ein Nährstoffmangel, eine hormonelle Veränderung, ein Medikament oder eine andere Ursache dahintersteckt. [1]

Sanfte Haarpflege

Bei dünner werdendem oder geschädigtem Haar ist eine schonende Pflege sinnvoll. Dermatologische Empfehlungen umfassen unter anderem ein mildes Shampoo, eine pflegende Spülung und einen vorsichtigen Umgang mit nassem Haar. Starkes Ziehen und unnötige mechanische Belastungen sollten vermieden werden. [4]

Auch intensive Hitze, sehr straffe Frisuren und häufige chemische Behandlungen können reduziert werden, wenn das Haar bereits geschädigt oder brüchig ist. [2]

Ausgewogene Ernährung statt ungezielter Nahrungsergänzung

Eine abwechslungsreiche Ernährung liefert die für gesundes Haar benötigten Nährstoffe. Bei einem tatsächlich nachgewiesenen Mangel kann eine gezielte Behandlung sinnvoll sein. Einfach auf Verdacht hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, ist dagegen nicht empfehlenswert. [4]

Medizinische Behandlung

Je nach Diagnose stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei bestimmten Formen des erblich bedingten Haarausfalls kann beispielsweise Minoxidil eingesetzt werden. Es kann bei geeigneten Patientinnen und Patienten das Fortschreiten verlangsamen und teilweise das Nachwachsen von Haaren fördern. [5]

Bei anderen Formen, etwa der Alopecia areata, kommen wiederum andere Therapien infrage. Entscheidend ist deshalb eine Diagnose, bevor eine Behandlung ausgewählt wird. [5]

Wann sollte man wegen Haarausfall zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist besonders sinnvoll, wenn der Haarausfall plötzlich oder sehr stark auftritt, kahle Stellen entstehen oder sich die Haardichte zunehmend verändert. Auch begleitende Beschwerden der Kopfhaut oder andere gesundheitliche Symptome sollten abgeklärt werden.

Eine dermatologische Untersuchung kann dabei helfen, die Ursache des Haarausfalls einzugrenzen und eine passende Behandlung zu bestimmen. Je früher die Ursache erkannt wird, desto eher können behandelbare Auslöser beseitigt oder ein weiteres Fortschreiten bestimmter Formen des Haarausfalls gebremst werden. [1]

Haarausfall vorbeugen: Was im Alltag sinnvoll ist

Nicht jede Form des Haarausfalls lässt sich verhindern. Besonders genetisch bedingter Haarausfall ist nicht einfach durch eine bestimmte Haarpflege oder Ernährung vermeidbar. Dennoch lässt sich unnötige Haarschädigung reduzieren. [2]

  • Vermeiden Sie dauerhaft sehr straffe Frisuren.
  • Reduzieren Sie unnötige Hitze durch Föhn, Glätteisen oder Lockenstab.
  • Behandeln Sie nasses Haar besonders vorsichtig.
  • Vermeiden Sie übermäßige chemische Belastungen, wenn das Haar bereits geschädigt ist.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
  • Nehmen Sie hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel nicht ohne nachvollziehbaren Grund ein.
  • Lassen Sie anhaltenden oder ungewöhnlichen Haarausfall ärztlich abklären. [4]

Fazit

Haarausfall ist häufig und kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Ein gewisser täglicher Haarverlust ist normal; sichtbar dünner werdendes Haar, kahle Stellen oder ein plötzlich deutlich verstärkter Ausfall sollten dagegen genauer betrachtet werden. [1] [3]

Hormonelle Veränderungen nach einer Schwangerschaft, Stress, Erkrankungen, Nährstoffmängel, Medikamente, genetische Faktoren und bestimmte Autoimmunerkrankungen gehören zu den möglichen Auslösern. Eine wirksame Behandlung setzt deshalb möglichst eine genaue Ursachenklärung voraus. [1] [2]

Werden die Haare zunehmend dünner oder treten plötzlich kahle Stellen auf, sollte nicht nur zu einem beliebigen Haarpflegeprodukt gegriffen werden. Eine dermatologische Abklärung kann zeigen, welche Form des Haarausfalls vorliegt und welche Behandlung tatsächlich sinnvoll ist. [5]

Quellen [+]

[1] American Academy of Dermatology (AAD): Hair Loss – Who Gets and Causes. Laufend aktualisierte Fachinformation. https://www.aad.org/public/diseases/hair-loss/causes/18-causes

[2] Mayo Clinic: Hair Loss – Symptoms and Causes. Aktualisierte Fachinformation. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/hair-loss/symptoms-causes/syc-20372926

[3] American Academy of Dermatology (AAD): Hair Loss – Signs and Symptoms. Laufend aktualisierte Fachinformation. https://www.aad.org/public/diseases/hair-loss/insider/begin

[4] American Academy of Dermatology (AAD): Hair Loss – Tips for Managing. Laufend aktualisierte Fachinformation. https://www.aad.org/public/diseases/hair-loss/treatment/tips

[5] American Academy of Dermatology (AAD): How to Treat Hair Loss. Laufend aktualisierte Fachinformation. https://www.aad.org/public/diseases/hair-loss/treatment

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