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Silber für den Körper: Wirkung, mögliche Vorteile und Risiken

Chaghaf Team
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Silber für den Körper: Wirkung, mögliche Vorteile und Risiken

Silber ist vor allem als Edelmetall für Schmuck, Besteck und technische Anwendungen bekannt. Gleichzeitig wird es seit langer Zeit auch mit medizinischen und gesundheitlichen Anwendungen in Verbindung gebracht. Besonders kolloidales Silber wird im Internet als Mittel gegen Bakterien, Pilze oder verschiedene Erkrankungen beworben.

Wichtig ist jedoch, zwischen der medizinischen Verwendung bestimmter Silberpräparate und der Einnahme von kolloidalem Silber als Nahrungsergänzungsmittel zu unterscheiden. Zwar besitzen Silberionen und Silbernanopartikel nachweisbare antimikrobielle Eigenschaften, daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass die Einnahme von Silber gesundheitsfördernd oder zur Behandlung von Krankheiten geeignet ist. [1]

Was ist Silber?

Silber ist ein chemisches Element mit dem Symbol Ag und der Ordnungszahl 47. Das glänzende Edelmetall wird unter anderem für Schmuck, Elektronik und verschiedene industrielle Anwendungen eingesetzt.

Für den menschlichen Körper ist Silber allerdings kein essenzieller Mineralstoff. Es gibt keine bekannte physiologische Funktion, aufgrund derer Menschen Silber über die Nahrung aufnehmen müssten. Insbesondere die orale Einnahme von kolloidalem Silber lässt sich deshalb nicht mit der Versorgung mit lebensnotwendigen Mineralstoffen wie Eisen oder Zink vergleichen. [1]

Welche gesundheitlichen Wirkungen von Silber sind bekannt?

Antimikrobielle Eigenschaften

Silber kann unter bestimmten Bedingungen das Wachstum von Mikroorganismen hemmen. Insbesondere Silberionen und Silbernanopartikel zeigen in Laboruntersuchungen eine antimikrobielle Wirkung gegen verschiedene Bakterien. Die untersuchten Mechanismen können unter anderem die Zellmembran und die Stoffwechselprozesse von Mikroorganismen beeinträchtigen. [2]

Auch gegen bestimmte Pilze wurden in Laboruntersuchungen hemmende Effekte von Silbernanopartikeln beobachtet. Eine Studie untersuchte beispielsweise die Wirkung gegen Trichosporon asahii und zeigte eine deutliche Hemmung des Pilzwachstums unter den untersuchten Laborbedingungen. [3]

Solche Ergebnisse aus Laboruntersuchungen sind jedoch nicht gleichbedeutend mit einer nachgewiesenen Behandlungsmöglichkeit beim Menschen. Entscheidend ist daher, die antimikrobielle Wirkung von Silber nicht mit einem allgemeinen gesundheitlichen Nutzen von eingenommenem Silber gleichzusetzen.

Silber in der Wundversorgung

Eine medizinisch etablierte Anwendung von Silber findet sich bei bestimmten Wundauflagen und anderen lokal angewendeten Produkten. Silber kann dabei aufgrund seiner antimikrobiellen Eigenschaften Bestandteil spezieller Wundversorgungen sein.

Die Studienlage zur Wirksamkeit ist allerdings abhängig von der jeweiligen Wundart, dem verwendeten Silberpräparat und der Behandlungssituation. Eine systematische Übersichtsarbeit zu Verbrennungen kam beispielsweise zu dem Ergebnis, dass silberhaltige Wundauflagen und topische Silberpräparate gegenüber Kontrollbehandlungen nicht grundsätzlich überlegen waren. [4]

Damit sollte die Verwendung von Silber in der Medizin nicht mit der Einnahme von kolloidalem Silber gleichgesetzt werden. Medizinische Produkte werden für konkrete Anwendungsgebiete entwickelt und unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt.

Kolloidales Silber: Was steckt dahinter?

Kolloidales Silber besteht aus sehr kleinen Silberpartikeln, die in einer Flüssigkeit verteilt sind. Solche Produkte werden teilweise als Nahrungsergänzungsmittel oder als alternative Mittel zur Vorbeugung und Behandlung verschiedener Erkrankungen angeboten.

Für die Einnahme von kolloidalem Silber gibt es jedoch keinen überzeugenden wissenschaftlichen Nachweis, dass es Krankheiten wirksam behandelt oder das Immunsystem verbessert. Das US-amerikanische National Center for Complementary and Integrative Health weist ausdrücklich darauf hin, dass Silber bei oraler Einnahme keine bekannte notwendige Funktion oder gesundheitliche Funktion im menschlichen Körper besitzt. [1]

Welche Risiken hat die Einnahme von Silber?

Die orale Einnahme von Silber ist nicht harmlos. Ein besonders bekanntes Risiko ist die sogenannte Argyrie. Dabei lagert sich Silber im Körpergewebe ab und kann zu einer dauerhaft blau-grauen Verfärbung der Haut führen. Diese Veränderung ist in der Regel nicht rückgängig zu machen. [1] [5]

Nach Angaben der Agency for Toxic Substances and Disease Registry kann eine längerfristige Belastung mit Silber zu Argyrie führen. Silber kann sich dabei in verschiedenen Geweben des Körpers ablagern. [5]

Darüber hinaus kann kolloidales Silber die Aufnahme bestimmter Medikamente beeinträchtigen. Dazu zählen beispielsweise einige Antibiotika sowie Thyroxinpräparate. Die Einnahme kann dadurch die Wirkung bestimmter Arzneimittel beeinflussen. [1]

Für die Behandlung von Krankheiten sollte kolloidales Silber deshalb nicht als Ersatz für eine medizinisch geprüfte Therapie verwendet werden. Auch die Tatsache, dass Silber in bestimmten medizinischen Produkten eingesetzt wird, bedeutet nicht, dass die Einnahme von Silberlösungen einen vergleichbaren Nutzen hat.

Hilft Silber gegen Pilzinfektionen?

Silbernanopartikel können das Wachstum bestimmter Pilze unter Laborbedingungen hemmen. Das wurde beispielsweise für Trichosporon asahii untersucht. [3]

Aus solchen Laborergebnissen lässt sich jedoch keine allgemein wirksame Behandlung von Pilzinfektionen beim Menschen ableiten. Für eine therapeutische Empfehlung sind klinische Untersuchungen am Menschen erforderlich.

Kann Silber bei Augenproblemen helfen?

Für verschiedene Anwendungen am Auge werden gelegentlich Produkte mit Silber beworben. Die vorhandene Evidenz rechtfertigt jedoch keine allgemeine Empfehlung, Silberlösungen zur Vorbeugung oder Behandlung von Augeninfektionen einzusetzen.

Das National Center for Complementary and Integrative Health weist darauf hin, dass es keine ausreichenden Belege dafür gibt, dass kolloidales Silber bei entsprechenden medizinischen Problemen einen nachgewiesenen Nutzen bietet. [1]

Kann Silber gegen Krebs eingesetzt werden?

Auch im Zusammenhang mit Krebs wurde die Wirkung von Silbernanopartikeln untersucht. Eine experimentelle Studie untersuchte beispielsweise silberbasierte Nanopartikel an Zellen im Zusammenhang mit Darmkrebs und beobachtete unter den jeweiligen Laborbedingungen eine Hemmung der Zellvermehrung. [6]

Solche Ergebnisse sind jedoch als experimentelle Forschung zu verstehen. Sie zeigen nicht, dass kolloidales Silber Krebs bei Menschen behandeln oder heilen kann. Eine solche Schlussfolgerung wäre wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.

Gibt es besondere Vorteile für Männer oder Frauen?

Für einen besonderen gesundheitlichen Nutzen von Silber bei Männern oder Frauen gibt es keinen überzeugenden wissenschaftlichen Nachweis. Auch das Tragen von Silberschmuck sollte nicht mit einer medizinischen Wirkung auf den Körper gleichgesetzt werden.

Der wichtigste Unterschied besteht zwischen dem äußeren Gebrauch bestimmter medizinischer Silberprodukte und der Aufnahme von Silber über den Mund. Während Silber in bestimmten medizinischen Anwendungen gezielt eingesetzt werden kann, ist die Einnahme von kolloidalem Silber nicht als allgemein gesundheitsfördernde Maßnahme belegt. [1]

Fazit: Ist Silber für den Körper gesund?

Silber besitzt nachweisbare antimikrobielle Eigenschaften und kann deshalb in bestimmten medizinischen Produkten, etwa bei ausgewählten Wundauflagen, eingesetzt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Silber ein notwendiger Mineralstoff ist oder dass die Einnahme von kolloidalem Silber gesundheitliche Vorteile bringt.

Für oral eingenommenes kolloidales Silber fehlt ein überzeugender Nachweis für einen Nutzen bei Krankheiten. Gleichzeitig bestehen Risiken wie die dauerhaft mögliche blau-graue Hautverfärbung durch Argyrie und mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten. [1] [5]

Wer Silber zu medizinischen Zwecken verwenden möchte, sollte deshalb zwischen zugelassenen beziehungsweise medizinisch vorgesehenen Silberprodukten und frei beworbenen kolloidalen Silberlösungen unterscheiden. Bei bestehenden Erkrankungen oder einer regelmäßigen Medikamenteneinnahme ist eine ärztliche Rücksprache besonders sinnvoll.

Quellen [+]

[1] National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH): Colloidal Silver: What You Need To Know. 2023. https://www.nccih.nih.gov/health/colloidal-silver-what-you-need-to-know

[2] Kubyshkin A, Chegodar D, Katsev A, Petrosyan A, Krivorutchenko Y, Postnikova O: Antimicrobial Effects of Silver Nanoparticles Stabilized in Solution by Sodium Alginate. 2016. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27747311/

[3] Xia Z-K, Ma Q-H, Li S-Y et al.: The antifungal effect of silver nanoparticles on Trichosporon asahii. Journal of Microbiology, Immunology and Infection. 2016. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24877597/

[4] Aziz Z, Abu SF, Chong NJ: A systematic review of silver-containing dressings and topical silver agents for burn wounds. Burns. 2012. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22030441/

[5] Agency for Toxic Substances and Disease Registry (ATSDR): Silver – ToxFAQs. U.S. Department of Health and Human Services. https://wwwn.cdc.gov/Tsp/ToxFAQs/ToxFAQsDetails.aspx?faqid=538&toxid=97

[6] El-Deeb NM, El-Sherbiny IM, El-Aassara MR, Hafez EE: Novel Trend in Colon Cancer Therapy Using Silver Nanoparticles Synthesized by Honey Bee. Journal of Nanomedicine & Nanotechnology. 2015. https://www.walshmedicalmedia.com/open-access/novel-trend-in-colon-cancer-therapy-using-silver-nanoparticlessynthesized-by-honey-bee-34292.html

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