Abgestorbene Haut an den Füßen entfernen: So geht es richtig
Trockene, raue oder verdickte Haut an den Füßen ist weit verbreitet. Besonders an den Fersen und an den stärker belasteten Bereichen der Fußsohle kann sich mit der Zeit Hornhaut bilden. Sie entsteht häufig als natürliche Reaktion auf wiederholten Druck und Reibung und dient zunächst dem Schutz der darunterliegenden Haut. [1]
Wer abgestorbene Haut an den Füßen entfernen möchte, sollte jedoch nicht möglichst viel Haut abtragen. Eine schonende Kombination aus Aufweichen, vorsichtigem Feilen und regelmäßiger Pflege ist meist sinnvoller als aggressives Schrubben oder Schneiden. [1][2]
Warum bildet sich abgestorbene und verhärtete Haut an den Füßen?
Hornhaut entsteht vor allem dort, wo die Haut regelmäßig Druck oder Reibung ausgesetzt ist. Zu enge oder schlecht sitzende Schuhe, langes Stehen, bestimmte Fußformen und wiederholte Belastungen können die Bildung verstärken. [1]
Besonders häufig betroffen sind die Fersen, der Fußballen und andere Stellen, an denen beim Gehen viel Druck auf die Haut wirkt. Die Haut wird dort dicker und rauer, um das darunterliegende Gewebe zu schützen.
Sehr trockene Haut kann zusätzlich zu Rissen führen. Gerade an den Fersen können diese Risse unangenehm werden und bei stärkerer Ausprägung sogar schmerzen oder bluten. [2]
Abgestorbene Haut an den Füßen richtig entfernen
Die sicherste Vorgehensweise besteht darin, die verhärtete Haut zunächst weich zu machen und anschließend nur einen kleinen Teil der überschüssigen Haut vorsichtig zu entfernen.
1. Füße kurz in warmem Wasser einweichen
Ein kurzes Fußbad in warmem Wasser kann verhärtete Haut weicher machen. Dadurch lässt sich die Hornhaut anschließend leichter und schonender bearbeiten. Ein langes oder sehr heißes Bad ist dagegen nicht notwendig und kann trockene Haut zusätzlich austrocknen. [1]
Etwa 5 bis 10 Minuten reichen in der Regel aus. Anschließend sollten die Füße vorsichtig abgetrocknet werden.
2. Hornhaut vorsichtig mit Bimsstein oder Fußfeile bearbeiten
Nach dem Einweichen kann ein Bimsstein oder eine geeignete Fußfeile verwendet werden. Dabei sollte die verhärtete Haut sanft und ohne starken Druck bearbeitet werden. Ziel ist nicht, die gesamte Hornhaut auf einmal zu entfernen, sondern überschüssige Haut schrittweise abzutragen. [1]
Besonders wichtig ist, nicht so lange zu feilen, bis die Haut empfindlich wird. Zu starkes Abtragen kann zu Verletzungen, Blutungen und Infektionen führen. [1]
3. Anschließend die Füße gründlich eincremen
Nach der Reinigung und dem vorsichtigen Entfernen der Hornhaut sollte die Haut regelmäßig mit einer geeigneten Feuchtigkeitscreme gepflegt werden. Für sehr trockene oder verhärtete Fersen können Cremes mit etwa 10 bis 25 Prozent Urea hilfreich sein. Auch Produkte mit Alpha-Hydroxysäuren oder Salicylsäure können die verdickte Haut schrittweise weicher machen. [2]
Für die Nacht kann zusätzlich eine einfache, fettreiche Salbe wie Vaseline verwendet werden. Baumwollsocken können anschließend helfen, die Pflege auf der Haut zu halten. [2]
Wie oft sollte man Hornhaut entfernen?
Hornhaut muss nicht täglich mechanisch entfernt werden. Häufig ist es besser, die Haut regelmäßig zu pflegen und nur bei Bedarf vorsichtig mit einem Bimsstein oder einer Fußfeile zu bearbeiten.
Wenn die Ursache der Hornhaut – beispielsweise ständiger Druck durch ungeeignete Schuhe – bestehen bleibt, kann sie sich immer wieder neu bilden. Deshalb ist die Kombination aus Pflege und Druckentlastung wichtiger als möglichst häufiges Peeling. [1]
Welche Hausmittel sind sinnvoll?
Im Internet werden zahlreiche selbstgemachte Fußpeelings empfohlen, beispielsweise Mischungen aus Zucker, Salz, Zitronensaft, Natron oder verschiedenen Ölen. Solche Mischungen sind jedoch nicht grundsätzlich notwendig, um Hornhaut zu behandeln.
Vor allem aggressive Säuren oder grobe Peelingpartikel können empfindliche, rissige oder bereits gereizte Haut zusätzlich schädigen. Bei trockenen Fersen sind eine schonende Reinigung, ein geeignetes Feuchtigkeitsprodukt und vorsichtiges Feilen meist die sinnvollere Strategie.
Auch ätherische Öle oder stark parfümierte Produkte sind nicht erforderlich. Bei empfindlicher Haut können sie Reizungen verursachen.
Warum Zitronensaft nicht die beste Wahl ist
Zitronensaft wird häufig als natürliches Peeling empfohlen. Bei trockener oder rissiger Haut kann eine saure Mischung jedoch brennen und die Haut zusätzlich reizen. Deshalb sollte man insbesondere auf offene Risse oder gereizte Haut keine aggressiven Hausmittel auftragen.
Wenn die Fersen stark trocken und rissig sind, sollte die Haut zunächst beruhigt und regelmäßig mit einer geeigneten Creme gepflegt werden. [2]
Kann man Hornhaut einfach abschneiden?
Nein. Hornhaut sollte nicht mit einer Schere, einem Messer oder einer Rasierklinge selbst abgeschnitten werden. Dadurch können Verletzungen entstehen und Keime in die Haut gelangen. Die American Academy of Dermatology empfiehlt stattdessen, verhärtete Haut vorsichtig aufzuweichen und mit einem Bimsstein beziehungsweise einer geeigneten Feile sanft abzutragen. [1]
Auch sogenannte Hornhauthobel sollten insbesondere von Personen mit erhöhtem Risiko für Fußverletzungen nicht eigenständig verwendet werden.
Die richtigen Schuhe helfen gegen neue Hornhaut
Wenn Schuhe dauerhaft drücken oder an bestimmten Stellen reiben, kann sich die Hornhaut immer wieder verstärken. Gut sitzende Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen und einer geeigneten, stützenden Sohle können deshalb helfen, die Belastung zu reduzieren. [1]
Auch gepolsterte Socken oder weiche Einlagen können an stark belasteten Stellen den Druck reduzieren. [1]
Hornhaut oder Fußpilz – nicht miteinander verwechseln
Nicht jede schuppige oder sich abschälende Haut an den Füßen ist Hornhaut. Auch Fußpilz kann zu trockener, schuppiger und sich ablösender Haut führen. Typisch sind beispielsweise Juckreiz, schuppige Stellen, Rötungen, Risse oder weißlich aufgeweichte Haut zwischen den Zehen. [3]
Fußpilz kann außerdem die Fußsohlen und Seiten der Füße betreffen und sich unbehandelt auf die Zehennägel ausbreiten. [4]
Wenn die Haut stark juckt, sich entzündet, zwischen den Zehen weißlich aufgeweicht ist oder wiederholt aufreißt, sollte daher nicht einfach nur gefeilt werden. In solchen Fällen kann eine gezielte Behandlung gegen den Pilz erforderlich sein. [3][4]
Wann sollte man Hornhaut ärztlich untersuchen lassen?
Bei gesunden Erwachsenen ist normale Hornhaut meistens harmlos. Eine medizinische Untersuchung ist jedoch sinnvoll, wenn die Haut stark schmerzt, blutet, nässt oder sich entzündet. Auch wenn die Beschwerden trotz regelmäßiger Pflege nicht besser werden, sollte die Ursache abgeklärt werden. [1]
Besondere Vorsicht gilt bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder einem geschwächten Immunsystem. In diesen Situationen können kleine Verletzungen am Fuß schwerwiegender sein. Die eigenständige Entfernung von Hühneraugen oder starker Hornhaut sollte dann vermieden und mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden. [1]
So bleiben die Füße dauerhaft weich
- Füße regelmäßig mit einer milden Reinigung pflegen.
- Die Haut nach dem Waschen sanft trocknen.
- Besonders trockene Fersen täglich eincremen.
- Bei starker Hornhaut geeignete Cremes mit Urea verwenden.
- Verhärtete Haut nur vorsichtig mit Bimsstein oder Fußfeile bearbeiten.
- Zu enge und schlecht sitzende Schuhe vermeiden.
- Offene oder rissige Stellen nicht aggressiv peelen.
- Fußpilz bei entsprechenden Symptomen gezielt behandeln lassen.
Bei trockenen und rissigen Fersen empfiehlt die American Academy of Dermatology außerdem, die Füße nach dem Baden oder Duschen zeitnah einzucremen und auf gut sitzendes Schuhwerk zu achten. [2]
Fazit
Abgestorbene und verhärtete Haut an den Füßen lässt sich meist schonend behandeln. Ein kurzes warmes Fußbad, vorsichtiges Feilen mit einem Bimsstein und regelmäßiges Eincremen sind eine einfache Möglichkeit, raue Stellen und Hornhaut schrittweise zu reduzieren. [1][2]
Auf aggressives Schrubben, starkes Säurepeeling oder das Abschneiden der Hornhaut mit scharfen Gegenständen sollte dagegen verzichtet werden. Wer Diabetes, Durchblutungsprobleme oder eine andere Erkrankung hat, die die Wundheilung beeinträchtigen kann, sollte Hornhaut nicht eigenständig entfernen. [1]
Wichtig ist außerdem, schuppige Haut nicht automatisch als trockene Haut einzustufen. Bei Juckreiz, Rötung, Rissen oder Veränderungen zwischen den Zehen kann auch Fußpilz dahinterstecken und entsprechend behandelt werden. [3]
Quellen [+]
[1] American Academy of Dermatology: How to treat corns and calluses. https://www.aad.org/public/everyday-care/injured-skin/burns/treat-corns-calluses
[2] American Academy of Dermatology: How to care for dry, cracked heels. https://www.aad.org/public/everyday-care/skin-care-basics/dry/dry-heels
[3] NHS: Athlete's foot. https://www.nhs.uk/conditions/athletes-foot/
[4] Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust: Athlete's foot – Overview. https://www.guysandstthomas.nhs.uk/health-information/athletes-foot
