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Schlechte Gewohnheiten am Arbeitsplatz: 10 Verhaltensweisen, die Kollegen belasten

Chaghaf Redaktion
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Schlechte Gewohnheiten am Arbeitsplatz: 10 Verhaltensweisen, die Kollegen belasten

Ein gutes Arbeitsklima entsteht nicht allein durch fachliche Kompetenz. Ebenso wichtig sind Zuverlässigkeit, respektvolle Kommunikation, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, konstruktiv mit anderen zusammenzuarbeiten. Vertrauen spielt dabei eine zentrale Rolle: Es beeinflusst Kommunikation, Koordination und Teamarbeit. [1]

Umgekehrt können bestimmte Verhaltensweisen das Verhältnis zu Kolleginnen und Kollegen erheblich belasten. Nicht jede schlechte Angewohnheit macht jemanden automatisch zu einem schwierigen Mitarbeiter. Werden bestimmte Verhaltensmuster jedoch dauerhaft gezeigt, können sie Vertrauen schwächen, Konflikte verstärken und die Zusammenarbeit erschweren. [2]

1. Ständiges Jammern und Nörgeln

Probleme am Arbeitsplatz anzusprechen ist sinnvoll und kann sogar dazu beitragen, Arbeitsabläufe zu verbessern. Etwas anderes ist es, wenn sich nahezu jedes Gespräch um Beschwerden, Frustration oder vermeintliche Missstände dreht, ohne dass nach Lösungen gesucht wird.

Wer regelmäßig nur kritisiert und dabei keine Bereitschaft zeigt, an einer Lösung mitzuwirken, kann die Zusammenarbeit unnötig erschweren. Eine bessere Alternative besteht darin, konkrete Probleme sachlich anzusprechen und möglichst auch einen konstruktiven Vorschlag einzubringen.

2. Unehrlichkeit und Täuschung

Vertrauen gehört zu den Grundlagen funktionierender Arbeitsbeziehungen. Unehrlichkeit, das bewusste Verschweigen wichtiger Informationen oder betrügerisches Verhalten können dieses Vertrauen erheblich beschädigen. [3]

Dabei geht es nicht nur um schwerwiegenden Betrug. Auch kleine Unwahrheiten können problematisch werden, wenn Kolleginnen und Kollegen dadurch Entscheidungen auf einer falschen Grundlage treffen oder sich nicht mehr auf Aussagen verlassen können.

Professionelles Verhalten bedeutet deshalb, Fehler einzugestehen, Informationen korrekt weiterzugeben und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

3. Eine dauerhaft pessimistische Haltung

Niemand muss im Berufsalltag ständig gut gelaunt sein. Stress, Enttäuschungen und schwierige Situationen gehören zum Arbeitsleben. Problematisch wird eine pessimistische Grundhaltung vor allem dann, wenn sie jede neue Aufgabe grundsätzlich negativ bewertet und andere von vornherein davon überzeugt werden sollen, dass etwas nicht funktionieren kann.

Eine konstruktive Haltung bedeutet nicht, Schwierigkeiten zu ignorieren. Sie bedeutet vielmehr, Probleme realistisch zu benennen und gleichzeitig nach Möglichkeiten zu suchen, mit ihnen umzugehen.

Ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen offen sprechen und unterschiedliche Sichtweisen einbringen können, unterstützt dagegen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. [1]

4. Verantwortung vermeiden

Fehler passieren. Entscheidend ist, wie jemand damit umgeht. Wer regelmäßig versucht, Aufgaben abzuschieben, Verantwortung für eigene Fehler anderen zuzuschreiben oder unangenehme Aufgaben grundsätzlich zu vermeiden, kann schnell als unzuverlässig wahrgenommen werden.

Verantwortungsbewusstsein bedeutet nicht, jede Aufgabe allein bewältigen zu müssen. Es bedeutet, die eigene Rolle ernst zu nehmen, Absprachen einzuhalten und frühzeitig um Unterstützung zu bitten, wenn ein Problem nicht allein gelöst werden kann.

Gerade in Teams sind klare Verantwortlichkeiten und verlässliche Zusammenarbeit wichtig, damit Aufgaben koordiniert und gemeinsame Ziele erreicht werden können. [1]

5. Herausforderungen ständig aus dem Weg gehen

Unsicherheit bei einer neuen Aufgabe ist völlig normal. Problematisch kann es werden, wenn Herausforderungen grundsätzlich vermieden oder Schwierigkeiten dramatisiert werden, bevor überhaupt nach einer Lösung gesucht wurde.

Professioneller Umgang mit Herausforderungen bedeutet nicht, keine Angst oder Zweifel zu haben. Vielmehr geht es darum, diese Gefühle nicht zum alleinigen Maßstab für das eigene Handeln zu machen. Fragen zu stellen, Unterstützung einzuholen und Probleme Schritt für Schritt anzugehen, sind meist sinnvoller als sie dauerhaft aufzuschieben.

6. Klatsch und Gerüchte verbreiten

Ein wenig informeller Austausch gehört zu vielen Arbeitsplätzen. Problematisch wird es, wenn aus Gesprächen über Kollegen unbelegte Gerüchte, persönliche Angriffe oder gezielte Rufschädigung werden. Solches Verhalten kann Spannungen verstärken und das Vertrauen innerhalb eines Teams beeinträchtigen. [2]

Besonders heikel ist es, wenn private Informationen oder vertrauliche Angelegenheiten anderer weitergegeben werden. Professioneller Umgang bedeutet, persönliche Themen anderer zu respektieren und Informationen nicht unnötig weiterzutragen. [2]

Wer ein tatsächliches Problem mit einem Kollegen hat, sollte es möglichst direkt und sachlich ansprechen, statt die Angelegenheit im Team weiterzuerzählen. Bei Konflikten können auch ein vertrauliches Gespräch oder – je nach Situation – eine Mediation helfen. [4]

7. Heuchelei und mangelnde Aufrichtigkeit

Nach außen freundlich aufzutreten und gleichzeitig hinter dem Rücken anderer abwertend über sie zu sprechen, kann Beziehungen am Arbeitsplatz langfristig beschädigen. Authentizität bedeutet dabei nicht, jede Meinung ungefiltert auszusprechen. Professionelle Aufrichtigkeit verbindet Ehrlichkeit mit Respekt.

Wer Kritik sachlich und direkt äußert, schafft eher die Grundlage für eine lösungsorientierte Zusammenarbeit als jemand, der Konflikte vor anderen versteckt und anschließend hinter ihrem Rücken darüber spricht.

8. Übermäßiger Stolz und das Herabsetzen anderer

Selbstbewusstsein ist im Berufsleben hilfreich. Überheblichkeit ist etwas anderes. Wer die eigenen Leistungen ständig hervorhebt, Fehler grundsätzlich bei anderen sucht oder Kollegen wegen ihrer Fähigkeiten abwertet, erschwert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Gerade leistungsfähige Teams sind darauf angewiesen, dass Mitarbeiter Wissen teilen, unterschiedliche Perspektiven zulassen und sich gegenseitig vertrauen. [5]

Professioneller Stolz zeigt sich deshalb nicht darin, andere kleiner zu machen, sondern darin, die eigene Leistung anzuerkennen und gleichzeitig die Beiträge anderer zu respektieren.

9. Absprachen und Termine nicht einhalten

Pünktlichkeit und Verlässlichkeit wirken auf den ersten Blick wie einfache Umgangsformen. Im Arbeitsalltag haben sie jedoch eine praktische Bedeutung: Wenn eine Person vereinbarte Termine wiederholt nicht einhält, können sich Aufgaben anderer Teammitglieder verzögern.

Natürlich lassen sich Verzögerungen nicht immer vermeiden. Entscheidend ist der Umgang damit. Wer frühzeitig Bescheid gibt, einen realistischen neuen Termin nennt und Verantwortung für die Verzögerung übernimmt, schafft deutlich mehr Vertrauen als jemand, der Absprachen wiederholt ignoriert.

10. Respektlosigkeit und persönliche Angriffe

Unhöflichkeit, abwertende Bemerkungen, Einschüchterung oder wiederholte persönliche Angriffe können ein Arbeitsverhältnis erheblich belasten. Solches Verhalten sollte nicht als bloße „schlechte Angewohnheit“ verharmlost werden. Je nach Situation kann es sich um Mobbing oder Belästigung handeln. [6]

Zu einem respektvollen Umgang gehören deshalb sachliche Kommunikation, die Anerkennung anderer Sichtweisen und die Fähigkeit, Kritik ohne persönliche Herabsetzung zu äußern. Respektvolle Kommunikation schafft außerdem bessere Voraussetzungen dafür, Konflikte konstruktiv zu lösen. [7]

Wie lassen sich schlechte Gewohnheiten am Arbeitsplatz verändern?

Der erste Schritt besteht darin, das eigene Verhalten ehrlich zu betrachten. Wiederkehrende Konflikte können ein Hinweis darauf sein, dass nicht nur die anderen beteiligt sind, sondern auch das eigene Kommunikations- oder Arbeitsverhalten eine Rolle spielt.

Hilfreich sind insbesondere folgende Fragen:

  • Halte ich meine Zusagen und Termine zuverlässig ein?
  • Wie reagiere ich auf Kritik?
  • Übernehme ich Verantwortung für eigene Fehler?
  • Rede ich mit Betroffenen direkt oder zunächst mit anderen über sie?
  • Lasse ich auch andere Meinungen zu?
  • Trage ich zu einer sachlichen und respektvollen Kommunikation bei?

Bei konkreten Konflikten ist ein direktes, ruhiges Gespräch häufig sinnvoller als gegenseitige Vorwürfe oder das Verbreiten von Gerüchten. Wenn ein Konflikt nicht auf diesem Weg gelöst werden kann, kommen je nach Situation weitere Möglichkeiten wie Mediation oder ein formelles Verfahren infrage. [4]

Respekt ist keine Einbahnstraße

Ein gutes Arbeitsklima lässt sich nicht allein dadurch schaffen, dass einzelne Beschäftigte „positiver“ sein sollen. Auch Führungskräfte und Organisationen tragen Verantwortung dafür, ein Umfeld zu schaffen, in dem Menschen respektvoll miteinander umgehen und Probleme offen ansprechen können. Vertrauen und psychologische Sicherheit sind wichtige Voraussetzungen für Kommunikation, Zusammenarbeit und gemeinsames Lernen. [1] [5]

Ebenso wichtig ist es, zwischen einer gelegentlichen schlechten Angewohnheit und ernsthaft problematischem Verhalten zu unterscheiden. Ein verspäteter Termin oder eine ungeschickte Bemerkung ist nicht automatisch ein schwerwiegender Konflikt. Wiederholte Respektlosigkeit, Mobbing, gezielte Gerüchte oder andere schädigende Verhaltensweisen sollten dagegen ernst genommen werden. [6]

Fazit

Schlechte Gewohnheiten am Arbeitsplatz können die Zusammenarbeit erschweren, vor allem wenn sie regelmäßig auftreten. Dauerndes Nörgeln, Unehrlichkeit, Pessimismus, das Abschieben von Verantwortung, Klatsch, Heuchelei, Überheblichkeit, Unzuverlässigkeit und respektloses Verhalten können Vertrauen und Teamarbeit beeinträchtigen.

Gleichzeitig muss niemand perfekt sein. Entscheidend ist die Bereitschaft, das eigene Verhalten zu reflektieren, Fehler zu korrigieren und anderen mit Respekt zu begegnen. Offene Kommunikation, Verlässlichkeit und gegenseitige Wertschätzung schaffen die Grundlage für ein Arbeitsumfeld, in dem Zusammenarbeit nicht nur möglich, sondern auch langfristig tragfähig ist. [1] [7]

Quellen [+]

[1] Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD): Trust and psychological safety: An evidence review. 2024. https://www.cipd.org/uk/knowledge/evidence-reviews/trust-psychological-safety/

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[2] Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD): Dealing with bullying and workplace conflict: Guide for managers. 2024. https://www.cipd.org/en/knowledge/guides/workplace-conflict-people-manager-guide/

[3] Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD): Staff fraud and dishonesty. 2025. https://www.cipd.org/en/knowledge/guides/staff-fraud/

Advisory, Conciliation and Arbitration Service (Acas): How to raise a problem – Talking with your employer about a problem. 2025. https://www.acas.org.uk/how-to-raise-a-problem-at-work

Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD): High-performing teams: An evidence review. 2023. https://www.cipd.org/en/knowledge/evidence-reviews/high-performing-teams/

Advisory, Conciliation and Arbitration Service (Acas): What bullying is – Bullying at work. 2025. https://www.acas.org.uk/bullying-at-work

Advisory, Conciliation and Arbitration Service (Acas): Respectful communication and behaviour at work. Aktuell abgerufen 2026. https://www.acas.org.uk/respectful-behaviour

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