Handpilz behandeln: Ursachen, Symptome, Therapie und Vorbeugung
Eine Pilzinfektion an der Hand kann sich durch trockene, schuppige, gerötete oder juckende Haut bemerkbar machen. Besonders typisch ist, dass zunächst nur eine Hand betroffen ist oder beide Hände unterschiedlich stark verändert sind. Medizinisch wird eine durch Dermatophyten verursachte Pilzinfektion der Hand als Tinea manuum bezeichnet. Sie kann sich auf weitere Hautbereiche oder auf die Nägel ausbreiten und sollte deshalb gezielt behandelt werden. [1]
Die Behandlung besteht in vielen Fällen aus einem geeigneten äußerlich angewendeten Antipilzmittel. Bei ausgedehnten, hartnäckigen oder wiederkehrenden Infektionen können jedoch weitere Untersuchungen und gegebenenfalls Medikamente zum Einnehmen erforderlich sein. [1][3]
Was ist Handpilz?
Handpilz ist eine Pilzinfektion der Haut an einer oder beiden Händen. Häufig handelt es sich um Dermatophyten, also Pilze, die sich von Keratin ernähren, das unter anderem in der obersten Hautschicht und in den Nägeln vorkommt. Zu den möglichen Erregern gehören beispielsweise Arten aus den Gattungen Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton. [1][2]
Handpilz ist deutlich seltener als Fußpilz. Nicht selten besteht gleichzeitig eine Pilzinfektion an den Füßen. Ein typisches Muster ist deshalb die sogenannte „Ein-Hand-zwei-Füße“-Konstellation: Eine Hand zeigt deutliche Veränderungen, während beide Füße von Fußpilz betroffen sind. [1]
Wie entsteht Handpilz?
Die Pilze können durch direkten Hautkontakt oder über kontaminierte Gegenstände übertragen werden. Möglich ist beispielsweise eine Ansteckung durch andere Menschen, infizierte Haustiere oder gemeinsam benutzte Handtücher. Auch Gegenstände, die mit Pilzsporen verunreinigt sind, können eine Rolle spielen. [1]
Das Risiko kann außerdem erhöht sein, wenn die Hände häufig feucht sind, stark schwitzen oder die Haut bereits durch eine Dermatitis beziehungsweise andere Hauterkrankungen geschädigt ist. Auch regelmäßige manuelle Arbeit kann die Hautbarriere belasten. [1]
Typische Symptome von Handpilz
Das Erscheinungsbild kann je nach Erreger und Verlauf unterschiedlich sein. Zu den möglichen Beschwerden gehören:
- trockene und schuppende Haut
- Juckreiz oder Brennen
- Rötungen
- verdickte Haut, insbesondere an der Handfläche
- kleine Bläschen an den Fingern oder Handflächen
- Risse und schmerzhafte Hautstellen
- eine scharf begrenzte oder ringförmige Rötung
- Veränderungen der Hautstruktur
Bei bestimmten Formen kann sich die Haut langsam über die Handfläche ausbreiten und zunehmend trocken und schuppig werden. Andere Formen beginnen eher entzündlich und können Bläschen oder einen deutlich erkennbaren Rand entwickeln. [1]
Handpilz oder Ekzem – woran erkennt man den Unterschied?
Nicht jede trockene, schuppige oder gerötete Hand ist automatisch von einem Pilz befallen. Ein Handekzem, eine Kontaktdermatitis, Schuppenflechte oder andere Hauterkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen. [1][2]
Ein Hinweis auf Tinea manuum kann sein, dass überwiegend eine Hand betroffen ist oder beide Hände asymmetrisch verändert sind. Trotzdem reicht das Aussehen der Haut nicht immer für eine sichere Diagnose aus. Bei unklaren Fällen kann eine Hautprobe mikroskopisch untersucht oder eine Pilzkultur angelegt werden. [1][3]
Wie wird Handpilz behandelt?
1. Antipilzcremes und andere äußerliche Medikamente
Bei einem leichten Handpilz kommen häufig äußerlich angewendete Antimykotika zum Einsatz. Je nach Wirkstoff können beispielsweise Präparate mit Terbinafin oder anderen geeigneten Antipilzmitteln verwendet werden. Die konkrete Anwendung und Behandlungsdauer sollte sich nach dem jeweiligen Präparat, der Diagnose und den medizinischen Empfehlungen richten. [1][4]
Wichtig ist, die Behandlung entsprechend der Packungsbeilage beziehungsweise der ärztlichen Empfehlung durchzuführen und nicht vorzeitig abzubrechen, nur weil die Haut bereits besser aussieht. Antimykotika wirken gegen Pilze und sollten gezielt eingesetzt werden. [3][4]
2. Tabletten bei bestimmten Verläufen
Wenn eine äußerliche Behandlung nicht ausreichend wirkt, die Infektion ausgeprägt ist oder besondere Umstände vorliegen, können ärztlich verordnete Antipilzmittel zum Einnehmen erforderlich sein. Bei Tinea manuum werden unter anderem Wirkstoffe wie Terbinafin oder Itraconazol eingesetzt. Ob eine solche Behandlung notwendig ist, sollte ärztlich entschieden werden. [1]
3. Begleitend die Haut trocken halten
Eine feuchte Umgebung kann Pilzwachstum begünstigen. Deshalb ist es sinnvoll, die Hände nach dem Waschen gründlich abzutrocknen und insbesondere Bereiche zwischen den Fingern nicht dauerhaft feucht zu lassen. Handtücher sollten nicht mit anderen Personen geteilt werden. [5]
Was ist mit Hausmitteln gegen Handpilz?
Im Internet werden zahlreiche Hausmittel gegen Hautpilz empfohlen, darunter Knoblauch, Essig, Natron, ätherische Öle oder verschiedene Pflanzenöle. Solche Methoden sind jedoch nicht mit einer medizinisch geprüften Antipilzbehandlung gleichzusetzen.
Einige Stoffe können die Haut zusätzlich reizen oder eine bereits geschädigte Hautbarriere weiter beeinträchtigen. Besonders konzentrierte ätherische Öle können Hautreaktionen auslösen. Deshalb sollte eine vermutete Pilzinfektion nicht ausschließlich mit Hausmitteln behandelt werden, insbesondere wenn sie sich ausbreitet oder nicht abheilt.
Die Behandlung sollte sich stattdessen an der tatsächlichen Ursache orientieren. Das ist besonders wichtig, weil ein Ekzem oder eine andere Hauterkrankung ähnlich aussehen kann und dann eine völlig andere Behandlung benötigt. [1][3]
Vorsicht mit Kortisoncremes
Eine wichtige Besonderheit bei Verdacht auf Hautpilz ist der Umgang mit Kortison. Kortisonhaltige Cremes können Entzündungen zwar reduzieren, eine Pilzinfektion aber gleichzeitig verschleiern oder verschlimmern. Deshalb sollten solche Präparate bei einem möglichen Ringelflechte- oder Dermatophytenbefall nicht eigenständig angewendet werden. [3]
Wenn eine kortisonhaltige Behandlung medizinisch erforderlich ist, sollte sie nur nach entsprechender ärztlicher Beurteilung erfolgen.
Wie kann man Handpilz vermeiden?
Einige einfache Maßnahmen können dabei helfen, eine Übertragung oder erneute Infektion zu vermeiden:
- Hände nach dem Waschen gründlich abtrocknen.
- Persönliche Handtücher nicht mit anderen Personen teilen.
- Handtücher und andere möglicherweise kontaminierte Textilien regelmäßig waschen.
- Die Füße ebenfalls kontrollieren, wenn gleichzeitig Fußpilz besteht.
- Bei Verdacht auf Fuß- oder Handpilz nicht an den betroffenen Stellen kratzen.
- Hautverletzungen möglichst vermeiden und die Hautbarriere pflegen.
- Gemeinsam benutzte persönliche Gegenstände wie Handtücher nicht teilen.
- Bei wiederkehrenden Infektionen nach einer möglichen Pilzquelle suchen lassen.
Besonders wichtig ist die Behandlung gleichzeitig bestehender Pilzinfektionen an anderen Körperstellen. Ein unbehandelter Fußpilz kann beispielsweise zur erneuten Besiedelung der Hand beitragen. [1][5]
Wann sollte man mit Handpilz zum Arzt?
Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn die Ursache des Hautausschlags unklar ist, sich die Beschwerden ausbreiten oder eine Behandlung mit einem geeigneten Antipilzmittel nicht ausreichend wirkt. Auch bei wiederkehrenden Infektionen sollte die Diagnose überprüft werden. [1][3]
Besonders wichtig ist eine Untersuchung, wenn die Nägel ebenfalls verändert sind. Eine Pilzinfektion kann gleichzeitig Haut und Nägel betreffen, wobei Nagelpilz häufig eine längere und gezieltere Behandlung benötigt. [1]
Bei starken Schmerzen, ausgeprägter Entzündung, rascher Ausbreitung oder zusätzlichen gesundheitlichen Beschwerden sollte ebenfalls zeitnah medizinischer Rat eingeholt werden.
Warum eine genaue Diagnose wichtig ist
Handpilz kann leicht mit einem Handekzem oder anderen Hauterkrankungen verwechselt werden. Eine unnötige Behandlung mit Antipilzmitteln hilft dann nicht weiter. Umgekehrt kann eine Pilzinfektion übersehen werden, wenn die Beschwerden vorschnell als trockene Haut oder Ekzem eingeordnet werden. [1][2]
Bei unklaren Fällen kann eine Untersuchung von Hautschuppen unter dem Mikroskop oder eine Pilzkultur helfen, die Diagnose zu bestätigen. Dadurch lässt sich die Behandlung gezielter auswählen. [1][3]
Fazit
Handpilz ist eine behandelbare Hautinfektion, die häufig durch Dermatophyten verursacht wird. Typische Anzeichen sind trockene und schuppige Haut, Juckreiz, Rötungen, verdickte Haut oder gelegentlich Bläschen. Besonders charakteristisch ist, dass häufig nur eine Hand oder beide Hände unterschiedlich stark betroffen sind. [1]
Bei einem leichten Befall können äußerlich angewendete Antipilzmittel ausreichend sein. Hartnäckige oder ausgedehnte Infektionen können dagegen eine ärztliche Untersuchung und gegebenenfalls eine Behandlung mit Medikamenten zum Einnehmen erfordern. Hausmittel sollten eine medizinisch geeignete Behandlung nicht ersetzen. Ebenso sollte Kortison bei einem möglichen Pilzbefall nicht eigenständig angewendet werden. [1][3]
Wer unsicher ist, ob es sich tatsächlich um Handpilz handelt, sollte die Haut ärztlich untersuchen lassen. Eine korrekte Diagnose ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche und möglichst schnelle Behandlung.
Quellen [+]
[1] DermNet: Tinea manuum – Dermatophytosis of the hand. https://dermnetnz.org/topics/tinea-manuum
[2] DermNet: Tinea – Dermatophytosis. https://dermnetnz.org/topics/tinea
[3] CDC: Ringworm Basics – Testing and Treatment. https://www.cdc.gov/ringworm/about/
[4] DermNet: Topical antifungal medication / Terbinafine. https://dermnetnz.org/topics/topical-antifungal-medication
[5] DermNet: Treatment of fungal infection – General measures and prevention of reinfection. https://dermnetnz.org/topics/treatment-of-fungal-infection
