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Thymiantee: Wirkung, Vorteile, Anwendung und mögliche Risiken

Chaghaf Redaktion
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Thymiantee: Wirkung, Vorteile, Anwendung und mögliche Risiken

Thymian gehört zu den bekanntesten Küchen- und Heilkräutern. Besonders als Tee wird er traditionell bei Erkältungsbeschwerden und Husten verwendet. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erkennt bestimmte Thymianzubereitungen aufgrund ihrer langjährigen Anwendung als traditionelle pflanzliche Arzneimittel bei produktivem Husten im Zusammenhang mit Erkältungen an. [1]

Gleichzeitig wird Thymian wegen seiner Inhaltsstoffe wie Thymol und Carvacrol wissenschaftlich untersucht. Für viele der ihm zugeschriebenen Wirkungen stammen die Erkenntnisse allerdings aus Labor- oder experimentellen Untersuchungen. Daraus lässt sich nicht automatisch eine nachgewiesene therapeutische Wirkung beim Menschen ableiten. [2] [3]

Was ist Thymian?

Thymian bezeichnet unter anderem die Pflanzenarten Thymus vulgaris und Thymus zygis. Das aromatische Kraut gehört zur Familie der Lippenblütler und wird sowohl als Gewürz als auch für pflanzliche Arzneimittel verwendet. Für medizinische Zubereitungen kommen unter anderem getrocknete Blätter und Blüten sowie verschiedene Extrakte zum Einsatz. [1]

Zu den charakteristischen Bestandteilen des ätherischen Thymianöls gehört Thymol. Auch Carvacrol ist ein wichtiger Bestandteil bestimmter Thymianöle. Beide Stoffe zeigen in experimentellen Untersuchungen unter anderem antimikrobielle, antioxidative und entzündungsbezogene Eigenschaften. [2] [3]

Thymiantee bei Husten und Erkältung

Die bekannteste traditionelle Anwendung von Thymian betrifft die Atemwege. Die EMA bewertet bestimmte Thymianzubereitungen als traditionelle pflanzliche Arzneimittel zur Anwendung bei produktivem, also schleimproduzierendem Husten im Zusammenhang mit einer Erkältung. Diese Einstufung beruht vor allem auf der langjährigen traditionellen Verwendung und nicht auf einem eindeutigen Nachweis durch hochwertige klinische Studien. [1]

Thymiantee kann deshalb insbesondere bei einer Erkältung als wohltuendes warmes Getränk empfunden werden. Die Aussage, Thymian könne Husten zuverlässig „heilen“, wäre dagegen zu weitgehend.

Bei Husten, der länger als etwa eine Woche anhält oder sich verschlimmert, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Gleiches gilt bei Fieber, Atemnot oder anderen deutlichen Krankheitszeichen. [1]

Welche Inhaltsstoffe machen Thymian interessant?

Thymian enthält eine Vielzahl pflanzlicher Verbindungen. Besonders gut untersucht sind Bestandteile des ätherischen Öls, darunter Thymol und Carvacrol. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden für diese Substanzen unter anderem antioxidative, antimikrobielle und entzündungsbezogene Aktivitäten beschrieben. [2] [3]

Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen einem einzelnen isolierten Inhaltsstoff, einem konzentrierten ätherischen Öl und einem gewöhnlichen Thymiantee. Die Konzentration und Zusammensetzung können sich deutlich unterscheiden. Ergebnisse aus Laboruntersuchungen lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf eine Tasse Tee übertragen.

Kann Thymian die Verdauung unterstützen?

Thymian wird traditionell nicht nur bei Atemwegsbeschwerden, sondern auch im Zusammenhang mit Verdauungsproblemen verwendet. Für verschiedene pharmakologische Eigenschaften der Pflanze gibt es experimentelle Untersuchungen. Ein eindeutiger klinischer Nachweis dafür, dass Thymiantee Verdauungsstörungen, Blähungen oder andere Magen-Darm-Beschwerden zuverlässig behandelt, ist jedoch nicht ausreichend vorhanden. [3]

Wer gelegentlich nach einer Mahlzeit eine Tasse Thymiantee trinkt und ihn gut verträgt, kann ihn als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung genießen. Bei wiederkehrenden oder starken Verdauungsbeschwerden sollte jedoch die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Ist Thymian entzündungshemmend?

Thymol, Carvacrol und weitere Bestandteile des Thymians zeigen in experimentellen Untersuchungen entzündungsbezogene Aktivitäten. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten beschäftigen sich deshalb mit den möglichen entzündungshemmenden Eigenschaften von Thymianöl und seinen Inhaltsstoffen. [2] [3]

Diese Forschung ist interessant, bedeutet aber nicht, dass Thymiantee chronische Entzündungserkrankungen beim Menschen behandeln kann. Für eine solche Aussage wären belastbare klinische Studien erforderlich.

Thymian und das Immunsystem

Thymian wird häufig als natürliches Mittel zur Unterstützung des Immunsystems beworben. Für einige Inhaltsstoffe wurden in experimentellen Untersuchungen immunmodulierende Eigenschaften beschrieben. [3]

Ein gesicherter Nachweis, dass regelmäßiges Trinken von Thymiantee das Immunsystem beim Menschen stärkt oder Infektionen verhindert, liegt daraus jedoch nicht vor. Thymian sollte deshalb nicht als Ersatz für etablierte Maßnahmen zur Vorbeugung oder Behandlung von Infektionskrankheiten verstanden werden.

Kann Thymian vor Viren und Bakterien schützen?

Thymol und Carvacrol zeigen in Laboruntersuchungen antimikrobielle Eigenschaften. Auch für Thymianöl wurden entsprechende Aktivitäten untersucht. [2] [3]

Solche Ergebnisse sind jedoch nicht gleichbedeutend mit einer nachgewiesenen antiviralen oder antibakteriellen Wirkung eines Thymiantees beim Menschen. Insbesondere lässt sich aus Laborergebnissen nicht ableiten, dass Thymiantee eine Virusinfektion verhindern oder behandeln kann.

Thymian und Antioxidantien

Verschiedene Inhaltsstoffe des Thymians besitzen antioxidative Eigenschaften, die in experimentellen Untersuchungen beschrieben wurden. [2] [3]

Der Begriff „Antioxidans“ wird in der Werbung allerdings häufig mit weitreichenden Gesundheitsversprechen verbunden. Aus der antioxidativen Aktivität einzelner Pflanzenstoffe folgt nicht automatisch, dass der Verzehr von Thymiantee das Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere chronische Krankheiten messbar senkt.

Kann Thymiantee chronischen Krankheiten vorbeugen?

Dem Thymian werden teilweise sehr weitreichende Wirkungen zugeschrieben – beispielsweise ein Schutz vor Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen chronischen Krankheiten. Für solche Aussagen reicht die derzeitige klinische Evidenz jedoch nicht aus.

Vor allem experimentelle Untersuchungen zu Thymol, Carvacrol und anderen Pflanzenstoffen liefern Hinweise auf mögliche biologische Wirkmechanismen. Daraus kann jedoch keine konkrete Vorbeugung oder Behandlung einer Erkrankung beim Menschen abgeleitet werden. [2] [3]

Thymiantee, Haut und Mundgesundheit

Die antimikrobiellen Eigenschaften von Thymianbestandteilen sind auch für die Forschung zu kosmetischen und mundhygienischen Anwendungen interessant. [2]

Das bedeutet jedoch nicht, dass das Trinken von Thymiantee Hauterkrankungen behandelt oder die Mundgesundheit nachweislich verbessert. Für solche Anwendungen müssen die jeweilige Zubereitung, Konzentration und Art der Anwendung getrennt betrachtet werden.

Thymiantee oder Thymianöl – wo liegt der Unterschied?

Thymiantee und ätherisches Thymianöl sind nicht dasselbe. Ein Tee wird aus der Pflanze beziehungsweise geeigneten getrockneten Pflanzenteilen hergestellt, während ätherisches Öl ein stark konzentriertes Produkt ist. Die EMA bewertet Thymianöl als eigene pflanzliche Zubereitung und weist ausdrücklich auf mögliche allergische Reaktionen und Hautreizungen hin. [4]

Ätherisches Thymianöl sollte deshalb nicht einfach wie ein gewöhnlicher Kräutertee verwendet oder unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Für Arzneimittel mit Thymianöl gelten je nach Produkt bestimmte Anwendungshinweise und Altersgrenzen. [4]

Wie wird Thymiantee zubereitet?

Für einen einfachen Thymiantee werden die getrockneten Blätter und Blüten mit heißem Wasser übergossen und anschließend ziehen gelassen. Bei medizinischen Fertigpräparaten sollten dagegen immer die jeweiligen Angaben auf der Verpackung beachtet werden, da Zusammensetzung und Dosierung unterschiedlich sein können. [1]

Für die alltägliche Ernährung muss Thymian nicht als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Das Kraut lässt sich ebenso als Gewürz in verschiedenen Gerichten verwenden.

Gibt es Nebenwirkungen bei Thymian?

Thymian wird als Küchengewürz üblicherweise in relativ kleinen Mengen verwendet. Bei konzentrierten Zubereitungen – insbesondere ätherischem Öl – sind jedoch Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten möglich. Die EMA nennt unter anderem allergische Reaktionen und Hautreizungen im Zusammenhang mit Thymianöl. [4]

Das Risiko hängt unter anderem von der verwendeten Zubereitung und der Art der Anwendung ab. Ein Tee ist deshalb nicht mit der Einnahme oder äußerlichen Anwendung von konzentriertem ätherischem Öl gleichzusetzen.

Wann sollte man mit Thymian vorsichtig sein?

Bei Beschwerden, die ungewöhnlich stark sind, länger anhalten oder sich verschlimmern, sollte nicht ausschließlich auf Thymiantee gesetzt werden. Insbesondere Atemnot, hohes Fieber oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands gehören medizinisch abgeklärt. [1]

Bei Arzneimitteln mit Thymianöl gelten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen. Die EMA weist unter anderem darauf hin, dass entsprechende Präparate nicht bei einer bekannten Allergie gegen Thymianöl angewendet werden dürfen. Bestimmte Anwendungen, etwa Vollbäder mit Thymianöl, sind bei bestimmten Erkrankungen und Beschwerden ebenfalls nicht geeignet. [4]

Was kann Thymiantee wirklich?

Thymian ist ein aromatisches Küchen- und Heilmittel mit einer langen Tradition. Am besten abgesichert ist seine traditionelle Verwendung bestimmter Zubereitungen bei produktivem Husten im Zusammenhang mit Erkältungen. Die EMA stuft diese Anwendung als traditionelle Verwendung ein, wobei die klinische Evidenz begrenzt ist. [1]

Darüber hinaus zeigen Inhaltsstoffe wie Thymol und Carvacrol interessante antioxidative, antimikrobielle und entzündungsbezogene Eigenschaften in experimentellen Untersuchungen. Ob daraus relevante gesundheitliche Wirkungen durch das Trinken von Thymiantee entstehen, ist für viele der häufig beworbenen Anwendungsgebiete jedoch nicht ausreichend belegt. [2] [3]

Fazit

Thymiantee kann eine angenehme Möglichkeit sein, bei einer Erkältung ausreichend zu trinken und einen produktiven Husten traditionell zu begleiten. Für diese Anwendung existiert eine europäische Bewertung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel. [1]

Die häufig genannten zusätzlichen Wirkungen – etwa gegen chronische Entzündungen, Virusinfektionen, Krebs, Diabetes oder Depressionen – sollten dagegen nicht als wissenschaftlich bewiesene Eigenschaften von Thymiantee dargestellt werden. Viele der zugrunde liegenden Erkenntnisse stammen aus Labor- oder experimentellen Untersuchungen. [2] [3]

Als Gewürz und Tee kann Thymian eine sinnvolle Ergänzung einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Bei konzentriertem Thymianöl ist dagegen mehr Vorsicht erforderlich, da hier unter anderem allergische Reaktionen und Hautreizungen möglich sind. [4]

Quellen [+]

[1] European Medicines Agency (EMA): Thymi herba – Herbal medicinal product. Europäische Bewertung der traditionellen Anwendung von Thymian bei produktivem Husten im Zusammenhang mit Erkältungen. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/thymi-herba

[2] Salehi B. et al.: Thymol, thyme, and other plant sources: Health and potential uses. Phytotherapy Research. 2018. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29785774/

[3] Ramith Ramu A. et al.: A systematic review on ethnopharmacology, phytochemistry and pharmacological aspects of Thymus vulgaris Linn. Journal of Ethnopharmacology. 2021. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34041399/

[4] European Medicines Agency (EMA): Thymi aetheroleum – Herbal medicinal product. Europäische Bewertung von Thymianöl, einschließlich traditioneller Anwendungen und Sicherheitsinformationen. Aktualisierte Fachinformation. https://www.ema.europa.eu/en/medicines/herbal/thymi-aetheroleum

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