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Weihrauch für die Haut: Vorteile, Anwendung und mögliche Risiken

Chaghaf Redaktion
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Weihrauch für die Haut: Vorteile, Anwendung und mögliche Risiken

Weihrauch ist vor allem als aromatisches Harz bekannt, das seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen verwendet wird. Auch in der Hautpflege findet insbesondere Weihrauchöl zunehmend Aufmerksamkeit. Ihm werden unter anderem beruhigende, entzündungshemmende und hautpflegende Eigenschaften zugeschrieben.

Allerdings sollte zwischen traditioneller Anwendung, Laboruntersuchungen und klinisch nachgewiesenen Wirkungen unterschieden werden. Einige kleine Studien haben tatsächlich untersucht, ob Bestandteile des Weihrauchs die Hautalterung beeinflussen können. Die wissenschaftliche Datenlage ist insgesamt jedoch noch begrenzt. [1] [2]

Was ist Weihrauch?

Weihrauch ist ein aromatisches Harz verschiedener Arten der Gattung Boswellia. Das Harz wird durch Einschnitte in die Rinde beziehungsweise den Stamm der Bäume gewonnen und anschließend getrocknet.

Aus dem Harz können unter anderem ätherische Öle gewonnen werden. Darüber hinaus enthält Weihrauch verschiedene Boswelliasäuren und weitere pflanzliche Inhaltsstoffe. Welche Zusammensetzung vorliegt, hängt unter anderem von der verwendeten Boswellia-Art und der Verarbeitung ab. [2]

Welche Vorteile kann Weihrauch für die Haut haben?

Die möglichen Wirkungen von Weihrauch auf die Haut werden vor allem mit seinen Inhaltsstoffen und deren entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften in Verbindung gebracht. Ein Teil dieser Erkenntnisse stammt jedoch aus Labor- oder experimentellen Untersuchungen und lässt sich nicht automatisch auf die Anwendung beim Menschen übertragen.

1. Kann die Hautalterung beeinflusst werden?

Eine kleine randomisierte, doppelblinde Studie untersuchte eine Creme mit 0,5 Prozent Boswelliasäuren bei licht- und altersbedingten Hautveränderungen. Nach 30 Tagen zeigten sich unter anderem Verbesserungen bei Hautrauigkeit, feinen Linien und bestimmten Messwerten der Hautelastizität im Vergleich zur Kontrollcreme.

Die Ergebnisse sind interessant, sollten aber vorsichtig interpretiert werden: An der Untersuchung nahmen nur 15 Frauen teil. Eine kleine Studie reicht deshalb nicht aus, um Weihrauch als bewährte Anti-Aging-Behandlung einzustufen. [3]

2. Mögliche entzündungshemmende Eigenschaften

Bestimmte Bestandteile von Boswellia, insbesondere Boswelliasäuren, zeigen in experimentellen Untersuchungen entzündungshemmende Eigenschaften. Auch klinische Untersuchungen zu Boswellia haben verschiedene entzündliche Erkrankungen untersucht.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Weihrauchöl Hautentzündungen zuverlässig behandeln kann. Das National Center for Complementary and Integrative Health weist darauf hin, dass die vorhandenen klinischen Daten insgesamt nicht ausreichen, um die Wirksamkeit von Boswellia bei bestimmten Erkrankungen eindeutig zu bestätigen. [1]

3. Antioxidative Eigenschaften

Oxidativer Stress spielt bei verschiedenen biologischen Prozessen eine Rolle und wird auch im Zusammenhang mit Hautalterung untersucht. Laboruntersuchungen mit Weihrauchharz zeigen antioxidative Eigenschaften.

Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung zu Boswellia sacra fand antioxidative und antimikrobielle Aktivitäten des Harzes beziehungsweise daraus gewonnener Extrakte. Die Untersuchung erfolgte allerdings überwiegend unter experimentellen Bedingungen. Daraus lässt sich noch kein gesicherter kosmetischer oder medizinischer Nutzen beim Menschen ableiten. [4]

4. Kann Weihrauch die Haut beruhigen?

Aufgrund der untersuchten entzündungshemmenden Eigenschaften wird Weihrauch häufig in Produkten für empfindliche oder beanspruchte Haut eingesetzt. Ob ein bestimmtes Weihrauchöl tatsächlich Rötungen oder Hautreizungen reduziert, hängt jedoch von seiner Konzentration, der Formulierung und der individuellen Hautverträglichkeit ab.

Bei empfindlicher Haut kann ein ätherisches Öl sogar selbst eine Reizung oder allergische Kontaktdermatitis auslösen. Deshalb sollte eine natürliche Herkunft nicht mit einer automatisch guten Verträglichkeit gleichgesetzt werden. [5]

Weihrauch gegen Falten: Was ist bekannt?

Weihrauch wird häufig als natürliches Mittel gegen Falten und feine Linien beworben. Dafür gibt es zumindest einen kleinen klinischen Hinweis: In einer randomisierten Studie mit einer Creme, die 0,5 Prozent Boswelliasäuren enthielt, verbesserten sich bestimmte Merkmale lichtgealterter Haut gegenüber der Kontrollbehandlung. [3]

Das bedeutet jedoch nicht, dass reines Weihrauchöl Falten nachweislich beseitigt. Die untersuchte Creme enthielt eine definierte Konzentration von Boswelliasäuren und wurde unter kontrollierten Bedingungen getestet. Die Ergebnisse können daher nicht ohne Weiteres auf jedes frei verkäufliche Weihrauchöl übertragen werden.

Weihrauch bei Aknenarben

In der traditionellen Hautpflege wird Weihrauch teilweise zur Behandlung von Narben und Aknenarben verwendet. Für eine zuverlässige Wirkung von Weihrauchöl gegen Aknenarben gibt es jedoch keine ausreichenden klinischen Belege.

Aknenarben können außerdem sehr unterschiedlich aussehen. Eingesunkene Narben benötigen beispielsweise andere Behandlungen als oberflächliche Verfärbungen. Dermatologische Fachgesellschaften empfehlen deshalb eine individuell angepasste Behandlung, wenn Aknenarben deutlich ausgeprägt sind. [6]

Weihrauch bei Wunden und Hautinfektionen

Die traditionelle Verwendung von Weihrauch umfasst auch die Anwendung auf verletzter oder entzündeter Haut. Experimentelle Untersuchungen haben antimikrobielle Eigenschaften von Weihrauchharz gezeigt. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Weihrauch eine medizinische Behandlung von Wunden oder Infektionen ersetzen kann. [4]

Bei offenen, tiefen oder infizierten Wunden sollte deshalb nicht eigenständig ätherisches Öl aufgetragen werden. Besonders bei zunehmender Rötung, Überwärmung, Schwellung, Eiter, starken Schmerzen oder Fieber ist eine medizinische Beurteilung wichtig.

Weihrauch bei Cellulitis: Vorsicht mit Hausmitteln

Einige traditionelle Empfehlungen raten dazu, Weihrauchöl bei einer sogenannten Cellulitis anzuwenden. Hier ist jedoch besondere Vorsicht erforderlich.

Eine bakterielle Cellulitis ist eine Haut- und Weichteilinfektion, die medizinisch behandelt werden muss. Ätherisches Weihrauchöl sollte deshalb nicht als Ersatz für eine ärztliche Therapie verwendet werden.

Bei schnell zunehmender Rötung oder Schwellung, starken Schmerzen, Fieber oder allgemeinem Krankheitsgefühl sollte unverzüglich ärztliche Hilfe gesucht werden.

Weihrauch zur Entfernung von Muttermalen?

Von der im Ausgangstext beschriebenen Anwendung von Weihrauchöl zur Entfernung eines Muttermals ist ausdrücklich abzuraten.

Ein Muttermal sollte nicht mit ätherischen Ölen, Säuren oder anderen Hausmitteln weggeätzt oder selbst entfernt werden. Eine Veränderung eines Muttermals kann unter Umständen ein Hinweis auf Hautkrebs sein. Dermatologen können auffällige Muttermale fachgerecht untersuchen und gegebenenfalls entfernen und das entfernte Gewebe mikroskopisch untersuchen lassen. [7]

Auch die American Academy of Dermatology warnt davor, Muttermale zu Hause selbst zu entfernen. Dabei können Narben und Infektionen entstehen und eine mögliche Hautkrebserkrankung kann später erkannt werden. [8]

Weihrauch gegen Warzen?

Auch für die Behandlung von Warzen mit Weihrauchöl fehlen überzeugende klinische Belege. Warzen werden durch bestimmte humane Papillomviren verursacht und können sich unterschiedlich verhalten.

Für einige kleine Warzen nennt die Dermatologie andere etablierte Behandlungsmöglichkeiten, beispielsweise Salicylsäure. Warzen im Gesicht oder Genitalbereich sowie veränderte, schmerzhafte oder blutende Hautveränderungen sollten dagegen ärztlich beurteilt werden. [9]

Weihrauchöl richtig anwenden

Wenn Weihrauchöl kosmetisch verwendet werden soll, sollte es nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Substanzen und können bei direkter Anwendung Hautreizungen oder Sensibilisierungen verursachen.

Eine geeignete kosmetische Formulierung mit einer geprüften Konzentration ist grundsätzlich besser geeignet als die eigenständige Verwendung von konzentriertem ätherischem Öl.

Vor der ersten Anwendung

  • Das Produkt zunächst an einer kleinen Hautstelle testen.
  • Ätherisches Weihrauchöl nicht unverdünnt auftragen.
  • Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden.
  • Nicht auf tiefe, stark entzündete oder infizierte Wunden auftragen.
  • Bei Brennen, Juckreiz, Rötung oder Schwellung die Anwendung abbrechen.

Kann Weihrauchöl Hautreizungen verursachen?

Ja. Auch natürliche ätherische Öle können allergische Kontaktdermatitis verursachen. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Rötung, Schuppung oder entzündliche Hautveränderungen. Eine solche Reaktion kann verzögert auftreten und muss nicht unmittelbar nach dem Auftragen beginnen. [5]

Für Weihrauchöl selbst sind ebenfalls Fälle einer allergischen Kontaktdermatitis beschrieben worden. Eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2021 dokumentierte eine allergische Kontaktreaktion auf Boswellia carterii-Öl. [10]

Besonders bei empfindlicher oder bereits geschädigter Haut sollte deshalb vorsichtig vorgegangen werden.

Weihrauchöl und Zitrusöle: Warum besondere Vorsicht nötig ist

In manchen Hausrezepten wird Weihrauchöl mit Zitronenöl und weiteren ätherischen Ölen kombiniert. Von solchen selbst gemischten Rezepturen ist insbesondere bei empfindlicher Haut abzuraten.

Ätherische Öle können Hautreizungen oder allergische Reaktionen verursachen. Bestimmte Zitrusöle können außerdem bei Sonneneinstrahlung phototoxische Hautreaktionen auslösen. Deshalb sollte man selbst hergestellte Mischungen nicht einfach als sichere Hautpflege betrachten.

Was sagt die Forschung insgesamt?

Die Forschung zu Weihrauch ist interessant, aber noch nicht ausreichend, um zahlreiche traditionelle oder im Internet verbreitete Hautpflegeversprechen zu bestätigen.

Eine randomisierte Studie zeigte bei einer speziellen Boswelliasäure-Creme gewisse Verbesserungen bei lichtgealterter Haut. Gleichzeitig war die Teilnehmerzahl sehr klein. Andere Untersuchungen zu Weihrauch zeigen antioxidative oder entzündungsbezogene Effekte, stammen aber teilweise aus Labor- oder experimentellen Modellen. [3] [4]

Für die Behandlung von Muttermalen, Warzen, Zysten, Cellulitis oder ausgeprägten Narben gibt es dagegen keine ausreichende Grundlage, Weihrauchöl als Ersatz für etablierte dermatologische Behandlungen zu empfehlen.

Wer sollte besonders vorsichtig sein?

Besondere Vorsicht ist bei Kindern, Menschen mit sehr empfindlicher Haut sowie während Schwangerschaft und Stillzeit angebracht. Für die medizinische Anwendung von Boswellia in Schwangerschaft und Stillzeit liegen nur begrenzte Sicherheitsdaten vor. [1]

Wer regelmäßig Medikamente verwendet oder eine chronische Hauterkrankung hat, sollte die Anwendung konzentrierter pflanzlicher Produkte vorher mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker besprechen.

Fazit

Weihrauch und Weihrauchöl besitzen interessante pflanzliche Inhaltsstoffe und werden traditionell auch für die Haut verwendet. Erste klinische Untersuchungen zu Boswelliasäuren liefern Hinweise auf mögliche Verbesserungen bestimmter Zeichen lichtgealterter Haut. Die vorhandene Forschung reicht jedoch nicht aus, um Weihrauch als allgemein wirksames Mittel gegen Falten, Narben oder Hautkrankheiten zu betrachten.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen kosmetischer Hautpflege und medizinischer Behandlung. Muttermale, Hautinfektionen, Zysten und auffällige oder sich verändernde Hautveränderungen sollten nicht mit Hausmitteln behandelt werden. Auch bei ätherischen Ölen gilt: „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch reizfrei oder sicher.

Wer Weihrauchöl kosmetisch verwenden möchte, sollte auf eine geeignete Verdünnung beziehungsweise ein geprüftes Fertigprodukt achten und bei empfindlicher Haut zunächst vorsichtig testen.

Quellen [+]

[1] National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH): Boswellia: Usefulness and Safety. Aktualisiert. https://www.nccih.nih.gov/health/boswellia

[2] Efferth T. et al.: Anti-inflammatory and anti-cancer activities of frankincense: Targets, treatments and toxicities. 2020. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32027979/

[3] Pedretti A. et al.: Effects of topical boswellic acid on photo and age-damaged skin: clinical, biophysical, and echographic evaluations in a double-blind, randomized, split-face study. 2010. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19918712/

[4] Al-Saban A. et al.: Antimicrobial and antioxidant properties of Boswellia sacra resin: extraction, evaluation, and formulation into a topical cream for dermatological applications. 2025. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40927190/

[5] DermNet: Allergic contact dermatitis to essential oils. Aktualisiert. https://dermnetnz.org/topics/allergic-contact-dermatitis-to-essential-oils

[6] American Academy of Dermatology: Acne scars: Consultation and treatment. Aktualisiert. https://www.aad.org/public/diseases/acne/derm-treat/scars/treatment

[7] American Academy of Dermatology: When is a mole a problem? Aktualisiert. https://www.aad.org/public/diseases/a-z/when-is-a-mole-a-problem

[8] American Academy of Dermatology: Moles: Diagnosis and treatment. Aktualisiert. https://www.aad.org/public/diseases/a-z/moles-treatment

[9] American Academy of Dermatology: Warts: Dermatologists’ tips for at-home treatment. Aktualisiert. https://www.aad.org/public/diseases/a-z/warts-self-care

[10] Buonomo M., Hylwa S.: Allergic contact dermatitis from Boswellia carterii (frankincense) oil. 2021. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33963563/

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