recent
Neue Artikel

Leichter Schlaganfall: Symptome einer TIA erkennen und richtig handeln

Chaghaf Team
Startseite

Leichter Schlaganfall: Symptome einer TIA erkennen und richtig handeln

Ein „leichter Schlaganfall“ ist kein klar definierter medizinischer Fachbegriff. Im Alltag wird damit häufig eine transitorische ischämische Attacke (TIA) oder ein Schlaganfall mit zunächst milden Beschwerden bezeichnet. Eine TIA entsteht durch eine vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn. Die Beschwerden können sich wieder vollständig zurückbilden – trotzdem handelt es sich um einen medizinischen Notfall. [1] [2]

Entscheidend ist deshalb nicht, wie stark die Beschwerden erscheinen oder wie schnell sie verschwinden. Plötzlich auftretende Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, Taubheitsgefühle oder Gleichgewichtsstörungen müssen umgehend medizinisch abgeklärt werden. [1]

Was ist ein „leichter Schlaganfall“?

Der Begriff „leichter Schlaganfall“ kann irreführend sein. Medizinisch wird zwischen einem Schlaganfall und einer transitorischen ischämischen Attacke unterschieden. Bei einem Schlaganfall wird ein Bereich des Gehirns durch eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung geschädigt. Bei einer TIA sind die neurologischen Ausfälle dagegen vorübergehend. [1] [3]

Eine TIA kann beispielsweise entstehen, wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß im Gehirn vorübergehend blockiert und sich der Verschluss anschließend wieder löst. Typische Beschwerden ähneln denen eines Schlaganfalls und können nach wenigen Minuten oder Stunden wieder verschwinden. [1] [3]

Dass die Symptome verschwinden, bedeutet jedoch nicht, dass die Situation harmlos war. Eine TIA kann ein Warnsignal für einen bevorstehenden Schlaganfall sein und muss deshalb dringend untersucht werden. [1]

Welche Symptome können bei einer TIA auftreten?

Die Beschwerden beginnen typischerweise plötzlich. Welche Symptome auftreten, hängt davon ab, welcher Bereich des Gehirns vorübergehend nicht ausreichend durchblutet wird. Zu den wichtigsten Warnzeichen gehören:

  • plötzliche Schwäche oder Lähmung, häufig auf einer Körperseite
  • Taubheitsgefühle oder andere Gefühlsstörungen
  • hängender Mundwinkel oder eine auffällige Asymmetrie des Gesichts
  • Probleme beim Sprechen oder Verstehen von Sprache
  • Sehstörungen oder ein plötzlich eingeschränktes Gesichtsfeld
  • Schwindel und Schwierigkeiten beim Gehen oder beim Halten des Gleichgewichts
  • plötzlich auftretende, ungewöhnlich starke Kopfschmerzen

Diese Beschwerden gehören sowohl zu den möglichen Anzeichen einer TIA als auch eines Schlaganfalls. [1] [2]

Hängender Mundwinkel und Gesichtslähmung

Eine plötzlich auftretende Schwäche einer Gesichtshälfte kann sich beispielsweise durch einen herabhängenden Mundwinkel zeigen. Auffällig kann auch sein, dass das Lächeln plötzlich asymmetrisch wirkt. Eine solche Veränderung sollte insbesondere dann ernst genommen werden, wenn gleichzeitig eine Schwäche oder Taubheit an Arm oder Bein auftritt. [2]

Sprach- und Sprechstörungen

Bei einer Durchblutungsstörung im Gehirn kann die Fähigkeit, Sprache zu verstehen oder selbst zu formulieren, beeinträchtigt sein. Betroffene können beispielsweise plötzlich Schwierigkeiten haben, die richtigen Wörter zu finden, sinnvolle Sätze zu bilden oder Gesprochenes zu verstehen. [1] [2]

Davon zu unterscheiden sind Sprechstörungen, bei denen die Aussprache selbst beeinträchtigt ist. Die Sprache kann dann beispielsweise undeutlich oder verwaschen klingen. Auch eine solche plötzlich auftretende Veränderung ist ein Warnsignal. [2]

Sehstörungen

Eine TIA kann auch die für das Sehen zuständigen Hirnbereiche betreffen. Möglich sind beispielsweise plötzlich verschwommenes Sehen, Doppelbilder oder ein Ausfall eines Teils des Gesichtsfeldes. [1] [2]

Auch eine plötzlich auftretende Sehstörung, die nach kurzer Zeit wieder verschwindet, sollte nicht einfach als vorübergehendes Augenproblem abgetan werden. Sie kann ein neurologisches Warnzeichen sein.

Taubheitsgefühle und Schwäche

Typisch können plötzlich auftretende Gefühlsstörungen oder eine Schwäche auf einer Körperseite sein. Häufig betrifft dies Gesicht, Arm oder Bein einer Seite. Betroffene können beispielsweise einen Arm nicht mehr normal anheben oder bemerken, dass sich eine Körperhälfte anders anfühlt. [1] [2]

Schwindel und Gleichgewichtsstörungen

Eine TIA kann sich auch durch plötzlich einsetzenden Schwindel, unsicheres Gehen oder Koordinationsprobleme bemerkbar machen. Solche Beschwerden sind besonders ernst zu nehmen, wenn sie gleichzeitig mit Seh-, Sprach- oder Bewegungsstörungen auftreten. [1] [2]

Wie lange dauern die Symptome eines „leichten Schlaganfalls“?

Bei einer TIA bilden sich die neurologischen Beschwerden wieder zurück. Sie können nur wenige Minuten andauern oder mehrere Stunden bestehen. Nach der klassischen Definition sind die Symptome innerhalb von 24 Stunden verschwunden. [1] [3]

Für Betroffene ist die Dauer jedoch kein verlässliches Kriterium, um selbst zwischen einer TIA und einem Schlaganfall zu unterscheiden. Auch wenn eine Lähmung, Sprachstörung oder Sehstörung nach kurzer Zeit vollständig verschwindet, sollte deshalb nicht abgewartet werden. [1] [4]

TIA oder Schlaganfall: Warum die Unterscheidung schwierig ist

Zu Beginn lässt sich nicht sicher vorhersagen, ob vorübergehende neurologische Beschwerden wieder verschwinden oder bleibende Schäden zurückbleiben. Deshalb wird ein Verdacht auf TIA zunächst ebenso ernst genommen wie ein möglicher Schlaganfall. [1]

Die medizinische Untersuchung soll unter anderem klären, was die Beschwerden verursacht hat und ob tatsächlich eine TIA vorlag. Je nach Situation kommen beispielsweise bildgebende Untersuchungen des Gehirns und weitere Untersuchungen der Blutgefäße und des Herz-Kreislauf-Systems infrage. [1] [2]

Was tun bei plötzlich auftretenden Symptomen?

Bei plötzlich auftretenden Schlaganfall-Symptomen sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden. Das gilt auch dann, wenn die Beschwerden nach einigen Minuten wieder verschwinden. [1] [4]

Hilfreich ist es, sich den Zeitpunkt zu merken, an dem die Beschwerden erstmals aufgefallen sind. Diese Information kann für die medizinische Versorgung wichtig sein. [4]

Betroffene sollten nicht selbst mit dem Auto in eine Klinik fahren und nicht darauf warten, dass die Beschwerden von allein verschwinden. Bei einem möglichen Schlaganfall zählt eine möglichst schnelle medizinische Versorgung. [2] [4]

Der FAST-Test als schnelle Orientierung

Der sogenannte FAST-Test kann helfen, typische Schlaganfallzeichen schnell zu erkennen:

  • F – Face: Die betroffene Person soll lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab?
  • A – Arms: Beide Arme nach vorne strecken. Sinkt ein Arm ab?
  • S – Speech: Einen einfachen Satz nachsprechen lassen. Klingt die Sprache plötzlich ungewöhnlich oder undeutlich?
  • T – Time: Bei einem auffälligen Ergebnis sofort die 112 wählen.

Der FAST-Test ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Er dient dazu, mögliche Schlaganfallzeichen schnell zu erkennen und keine wertvolle Zeit zu verlieren. [4] [5]

Warum eine TIA ein wichtiges Warnsignal ist

Eine TIA kann darauf hinweisen, dass ein erhöhtes Risiko für einen späteren Schlaganfall besteht. Deshalb sollte die Ursache möglichst schnell festgestellt und behandelt werden. [1] [3]

Zu den Faktoren, die das Schlaganfallrisiko erhöhen können, gehören unter anderem Bluthochdruck, Rauchen, Vorhofflimmern, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Bewegungsmangel und starkes Übergewicht. Auch eine familiäre beziehungsweise erbliche Veranlagung kann eine Rolle spielen. [2] [3]

Welche Maßnahmen nach einer TIA sinnvoll sind, hängt von der ermittelten Ursache und den individuellen Risikofaktoren ab. Möglich sind beispielsweise die Behandlung eines zu hohen Blutdrucks, die Therapie von Fettstoffwechselstörungen oder eine Behandlung von Vorhofflimmern. [2] [3]

Sind Schwindel, Geruchs- oder Geschmacksstörungen typische TIA-Symptome?

Nicht jedes plötzlich auftretende körperliche Symptom ist automatisch ein Zeichen für eine TIA. Schwindel kann beispielsweise bei verschiedenen Erkrankungen auftreten. Auch Veränderungen des Geruchs- oder Geschmackssinns gehören nicht zu den typischen Leitsymptomen einer TIA. [1]

Neu auftretende neurologische Beschwerden sollten dennoch medizinisch beurteilt werden, insbesondere wenn sie plötzlich beginnen oder zusammen mit anderen möglichen Schlaganfallzeichen auftreten. Eine Selbstdiagnose anhand eines einzelnen Symptoms ist nicht zuverlässig.

Fazit: Auch ein „leichter“ Schlaganfall kann ein Notfall sein

Der Begriff „leichter Schlaganfall“ wird häufig für vorübergehende oder vergleichsweise milde neurologische Beschwerden verwendet. Medizinisch kann dahinter unter anderem eine transitorische ischämische Attacke stecken. Typische TIA-Symptome sind plötzlich auftretende Schwäche oder Lähmung, Sprach- und Sehstörungen, Taubheitsgefühle sowie Probleme mit Gleichgewicht und Koordination. [1] [2]

Das Entscheidende: Auch wenn die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder verschwinden, muss eine TIA als Notfall behandelt werden. Bei entsprechenden Symptomen sollte deshalb unverzüglich die 112 gewählt werden, statt auf eine spontane Besserung zu warten. [1] [4]

Quellen [+]

[1] gesund.bund.de: Transitorische ischämische Attacke (TIA). Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://gesund.bund.de/transitorische-ischaemische-attacke-tia

[2] gesund.bund.de: Schlaganfall – Symptome und Behandlung. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://gesund.bund.de/schlaganfall

[3] Gesundheitsinformation.de: TIA – Transitorische ischämische Attacke. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.gesundheitsinformation.de/glossar/tia.html

[4] Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Verhalten im Notfall – Schlaganfall und TIA erkennen und richtig handeln. Aktualisierte Information. https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/verstehen-vermeiden/verhalten-im-notfall

[5] Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Schlaganfall – Symptome erkennen mit dem FAST-Test. Aktualisierte Information. https://www.schlaganfall-hilfe.de/de/start

google-playkhamsatmostaqltradent