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Schwarzer Stuhl: Ursachen, mögliche Blutungen und Behandlung

Chaghaf Team
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Schwarzer Stuhl: Ursachen, mögliche Blutungen und Behandlung

Schwarzer Stuhl kann verschiedene Ursachen haben. Manchmal verändert sich die Farbe durch Eisenpräparate, Medikamente mit Bismut oder bestimmte dunkel gefärbte Lebensmittel. Ein tiefschwarzer, teerartiger und häufig auffällig riechender Stuhl kann jedoch auf eine Blutung im Verdauungstrakt hindeuten und sollte ernst genommen werden. [1] [2]

Besonders wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen einer harmlosen Verfärbung und einer sogenannten Meläna. Dabei wird Blut aus einem meist höher gelegenen Abschnitt des Verdauungstrakts während der Passage durch den Magen-Darm-Trakt verändert und färbt den Stuhl schwarz. [1]

Was bedeutet schwarzer Stuhl?

Nicht jeder schwarze Stuhl ist automatisch ein Zeichen für eine Erkrankung. Die Farbe kann beispielsweise durch Eisenpräparate oder bismuthaltige Arzneimittel entstehen. Auch bestimmte sehr dunkle Lebensmittel können den Stuhl vorübergehend schwarz erscheinen lassen. [2]

Anders ist es bei einer Meläna. Typisch ist ein tiefschwarzer, teerartiger Stuhl, der durch verdautes Blut entsteht. Eine solche Schwarzfärbung weist häufig auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hin, also beispielsweise aus der Speiseröhre, dem Magen oder dem Zwölffingerdarm. Auch Blutungen aus dem Dünndarm oder dem rechten Dickdarm können in bestimmten Fällen zu schwarzem Stuhl führen. [1] [2]

Häufige Ursachen für schwarzen Stuhl

Blutungen im oberen Verdauungstrakt

Eine der wichtigsten Ursachen für schwarzen Teerstuhl ist eine Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt. Zu den möglichen Auslösern gehören unter anderem Magengeschwüre und Zwölffingerdarmgeschwüre, eine entzündlich geschädigte Magenschleimhaut, Entzündungen der Speiseröhre sowie Blutungen aus erweiterten Venen, den sogenannten Ösophagusvarizen. [1]

Auch ein Einriss der Schleimhaut am Übergang von Speiseröhre und Magen nach starkem oder wiederholtem Erbrechen kann Blutungen verursachen. Dieser sogenannte Mallory-Weiss-Riss gehört ebenfalls zu den möglichen Ursachen einer oberen Magen-Darm-Blutung. [1]

Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür

Peptische Geschwüre gehören zu den häufigen Ursachen einer Blutung im oberen Verdauungstrakt. Die beiden wichtigsten Auslöser sind eine Infektion mit Helicobacter pylori und die Einnahme bestimmter nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR), zu denen beispielsweise Ibuprofen, Naproxen und Acetylsalicylsäure gehören. [3]

Wenn ein Geschwür ein Blutgefäß verletzt, kann es zunächst zu einer langsamen Blutung kommen. Bei stärkerem Blutverlust können schwarzer, teerartiger Stuhl, blutiges Erbrechen oder Erbrechen mit einem Aussehen wie Kaffeesatz auftreten. [3]

Gastritis

Eine Entzündung oder Schädigung der Magenschleimhaut kann ebenfalls Blutungen verursachen. Zu den möglichen Ursachen einer Gastritis gehören unter anderem Helicobacter pylori, bestimmte Schmerzmittel und weitere Faktoren, die die Magenschleimhaut schädigen können. [4]

Wenn eine entzündete oder geschädigte Schleimhaut blutet, kann dies zu schwarzem, teerartigem Stuhl führen. Die Ursache sollte in diesem Fall medizinisch abgeklärt werden.

Erkrankungen der Speiseröhre und Ösophagusvarizen

Erweiterte Venen in der Speiseröhre oder im oberen Magenbereich können bei bestimmten Lebererkrankungen entstehen. Wenn solche Varizen reißen, kann es zu einer erheblichen Blutung kommen. Schwarzer Teerstuhl und Bluterbrechen sind mögliche Anzeichen. [1]

Eine solche Blutung kann akut lebensbedrohlich werden und benötigt umgehend medizinische Behandlung.

Darmerkrankungen, Polypen und Tumoren

Auch Erkrankungen des Darms können Blutungen verursachen. Dazu zählen beispielsweise entzündliche Darmerkrankungen, Gefäßveränderungen, Polypen und Tumorerkrankungen. Je nachdem, wo die Blutungsquelle liegt und wie schnell das Blut den Darm passiert, kann der Stuhl schwarz oder rot erscheinen. [1]

Polypen im Dickdarm verursachen häufig überhaupt keine Beschwerden. Wenn sie jedoch bluten, kann Blut im Stuhl auftreten und bei entsprechender Blutungsquelle auch zu einer dunklen oder schwarzen Färbung führen. [5]

Angiodysplasie

Bei einer Angiodysplasie handelt es sich um krankhafte Veränderungen von Blutgefäßen im Verdauungstrakt. Solche Gefäßveränderungen können Blutungen auslösen, die entweder sichtbar oder nur durch Untersuchungen nachweisbar sind. Befindet sich die Blutungsquelle im oberen Verdauungstrakt, kann eine Meläna entstehen. [6]

Schwarzer Stuhl ohne Blutung: Weitere mögliche Ursachen

Eisenpräparate

Eisenpräparate können den Stuhl deutlich dunkler bis schwarz färben. Diese Verfärbung ist eine bekannte Begleiterscheinung der Einnahme und muss nicht bedeuten, dass eine Blutung vorliegt. [2]

Dennoch sollte ein neu aufgetretener schwarzer Stuhl nicht allein aufgrund der Einnahme eines Eisenpräparats automatisch als harmlos angesehen werden. Bei Unsicherheit oder zusätzlichen Beschwerden ist eine medizinische Einschätzung sinnvoll.

Bismuthaltige Medikamente

Auch Arzneimittel mit Bismut können den Stuhl schwarz verfärben. Eine solche Verfärbung ist von einer Meläna nicht immer allein anhand der Farbe sicher zu unterscheiden. Entscheidend sind deshalb auch Konsistenz, Begleitsymptome, Medikamente und die persönliche Krankengeschichte. [2]

Dunkle Lebensmittel

Bestimmte stark pigmentierte Lebensmittel können den Stuhl vorübergehend sehr dunkel erscheinen lassen. Deshalb sollte bei einer auffälligen Verfärbung auch berücksichtigt werden, was in den vergangenen Tagen gegessen und welche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel eingenommen wurden. [2]

Welche Symptome können bei einer Magen-Darm-Blutung auftreten?

Neben schwarzem, teerartigem Stuhl können weitere Beschwerden auf eine Blutung im Verdauungstrakt hinweisen. Dazu gehören Bauchschmerzen, Schwindel, Schwäche, Müdigkeit und Atemnot. Bei einer stärkeren akuten Blutung können außerdem Herzrasen, Blässe, kalter Schweiß, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit auftreten. [1]

Blutungen können auch chronisch und zunächst unauffällig verlaufen. Ein länger anhaltender geringer Blutverlust kann beispielsweise zu einer Blutarmut führen. Typische Folgen einer solchen Anämie sind Müdigkeit, Blässe und Kurzatmigkeit. [1]

Wann ist schwarzer Stuhl ein Notfall?

Schwarzer, teerartiger Stuhl sollte insbesondere dann dringend medizinisch abgeklärt werden, wenn keine plausible harmlose Erklärung wie ein Eisenpräparat besteht. Eine akute Magen-Darm-Blutung kann sich schnell verschlechtern. [1]

Sofortige medizinische Hilfe ist besonders wichtig bei:

  • schwarzem, teerartigem Stuhl zusammen mit Schwindel oder Schwäche
  • Bluterbrechen oder Erbrechen mit kaffeesatzartigem Inhalt
  • Ohnmacht oder ausgeprägter Benommenheit
  • schnellem Herzschlag oder Kreislaufproblemen
  • starken oder plötzlich auftretenden Bauchschmerzen
  • Atemnot oder deutlicher Blässe
  • kaltem Schweiß, Verwirrtheit oder anderen Anzeichen eines Schocks

Bei schweren Symptomen sollte nicht abgewartet werden. Eine akute starke Magen-Darm-Blutung kann lebensbedrohlich sein. [1] [3]

Wie wird schwarzer Stuhl untersucht?

Bei Verdacht auf eine Magen-Darm-Blutung beginnt die ärztliche Untersuchung mit der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung. Dabei sind unter anderem bestehende Erkrankungen, aktuelle Medikamente und der zeitliche Verlauf der Beschwerden wichtig. [7]

Blutuntersuchungen können unter anderem zeigen, wie stark sich ein Blutverlust auf den Körper ausgewirkt hat und ob eine Blutarmut vorliegt. Je nach Situation können außerdem Stuhluntersuchungen, eine Endoskopie oder bildgebende Untersuchungen eingesetzt werden, um die Blutungsquelle zu finden. [7]

Eine obere Magen-Darm-Spiegelung kann dabei nicht nur zur Diagnose beitragen. In geeigneten Fällen kann eine Blutungsquelle während der Untersuchung auch direkt behandelt werden. [7]

Wie wird schwarzer Stuhl behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Wenn eine Blutung vorliegt, steht zunächst die Stabilisierung des Kreislaufs und die Kontrolle der Blutungsquelle im Vordergrund. Je nach Schweregrad können Flüssigkeiten über eine Vene, Bluttransfusionen, Medikamente oder endoskopische Verfahren erforderlich sein. [1] [2]

Bei einer blutenden Geschwürserkrankung können endoskopische Verfahren eingesetzt werden, um die Blutung zu stoppen. Die weitere Behandlung richtet sich anschließend nach dem Auslöser, beispielsweise einer Helicobacter-pylori-Infektion oder der Einnahme auslösender Medikamente. [3]

Wenn Medikamente oder Lebensmittel lediglich für eine harmlose Schwarzfärbung verantwortlich sind, ist dagegen keine Behandlung einer Blutung erforderlich. Ob tatsächlich keine Blutung vorliegt, lässt sich bei unklaren Beschwerden jedoch nicht zuverlässig allein anhand der Farbe feststellen.

Kann schwarzer Stuhl auf eine Lebererkrankung hinweisen?

Schwarzer Stuhl ist kein eigenständiges Zeichen für eine Leberschädigung. Bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen können jedoch Komplikationen wie Ösophagusvarizen entstehen. Wenn diese erweiterten Venen bluten, kann schwarzer Teerstuhl auftreten. [1]

Schwarzer Stuhl sollte daher nicht vorschnell als Hinweis auf eine bestimmte Erkrankung wie eine Lebererkrankung interpretiert werden. Die zugrunde liegende Ursache muss medizinisch festgestellt werden.

Ist schwarzer Stuhl in der Schwangerschaft normal?

Auch während einer Schwangerschaft kann sich der Stuhl durch Eisenpräparate schwarz färben. Eisen wird häufig bei einem erhöhten Bedarf eingesetzt und kann diese Farbveränderung verursachen.

Eine Schwangerschaft schützt jedoch nicht vor Magen-Darm-Erkrankungen oder Blutungen. Schwarzer, teerartiger Stuhl, insbesondere zusammen mit Schwindel, Schwäche, Bauchschmerzen oder Erbrechen von Blut, sollte deshalb auch während der Schwangerschaft medizinisch abgeklärt werden. [1]

Schwarzer Stuhl bei Neugeborenen

Bei Neugeborenen ist schwarzer Stuhl in den ersten Lebenstagen normalerweise etwas anderes als die Meläna eines Erwachsenen. Das sogenannte Mekonium ist der erste Stuhl des Kindes und typischerweise dunkel bis schwarz. Es wird in den ersten Tagen nach der Geburt ausgeschieden und verändert anschließend seine Farbe.

Wenn ein Kind außerhalb dieser normalen frühen Phase weiterhin schwarzen oder teerartigen Stuhl hat oder weitere Beschwerden zeigt, sollte dies kinderärztlich beurteilt werden.

Was lässt sich gegen schwarzen Stuhl vorbeugen?

Eine allgemeine Vorbeugung ist nicht möglich, weil schwarzer Stuhl viele unterschiedliche Ursachen haben kann. Sinnvoll ist es jedoch, Medikamente nicht eigenständig abzusetzen oder zu verändern und bei wiederkehrenden Beschwerden die Ursache ärztlich abklären zu lassen.

Wer regelmäßig Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR einnimmt, sollte mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, ob die Einnahme für die betreffende Person geeignet ist. Diese Medikamente gehören zu den wichtigen Risikofaktoren für peptische Geschwüre und Magen-Darm-Blutungen. [3]

Fazit

Schwarzer Stuhl kann eine harmlose Begleiterscheinung von Eisenpräparaten, Bismut oder bestimmten Lebensmitteln sein. Ein schwarzer, teerartiger Stuhl kann jedoch auch auf eine Blutung im Verdauungstrakt hinweisen und ist deshalb nicht grundsätzlich harmlos. [1] [2]

Besondere Aufmerksamkeit verdienen zusätzliche Symptome wie Schwindel, Schwäche, Bluterbrechen, starke Bauchschmerzen, Atemnot oder Kreislaufprobleme. In solchen Situationen ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich. [1] [3]

Die Behandlung hängt vollständig von der Ursache ab. Deshalb sollte bei unklarem oder wiederkehrendem schwarzem Stuhl nicht versucht werden, lediglich die Farbe des Stuhls zu behandeln. Entscheidend ist, eine mögliche Blutungsquelle oder andere zugrunde liegende Erkrankung zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Quellen [+]

[1] National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK): Symptoms & Causes of Gastrointestinal (GI) Bleeding. Zuletzt überprüft Juli 2024. https://www.niddk.nih.gov/health-information/digestive-diseases/gastrointestinal-bleeding/symptoms-causes

[2] Merck Manual Professional Edition: Overview of Gastrointestinal Bleeding. Zuletzt aktualisiert November 2025. https://www.merckmanuals.com/professional/gastrointestinal-disorders/gastrointestinal-bleeding/overview-of-gastrointestinal-bleeding

[3] National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK): Symptoms & Causes of Peptic Ulcers (Stomach or Duodenal Ulcers). Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.niddk.nih.gov/health-information/digestive-diseases/peptic-ulcers-stomach-ulcers/symptoms-causes

[4] National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK): Symptoms & Causes of Gastritis & Gastropathy. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.niddk.nih.gov/health-information/digestive-diseases/gastritis-gastropathy/symptoms-causes

[5] National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK): Symptoms & Causes of Colon Polyps. Zuletzt überprüft Juli 2017. https://www.niddk.nih.gov/health-information/digestive-diseases/colon-polyps/symptoms-causes

[6] Merck Manual Professional Edition: Vascular Gastrointestinal Lesions. Aktualisierte medizinische Fachinformation. https://www.merckmanuals.com/professional/gastrointestinal-disorders/gastrointestinal-bleeding/vascular-gastrointestinal-lesions

[7] National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK): Diagnosis of GI Bleeding. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.niddk.nih.gov/health-information/digestive-diseases/gastrointestinal-bleeding/diagnosis

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