recent
Neue Artikel

Eisentabletten: Nebenwirkungen, Risiken und richtige Einnahme

Chaghaf Team
Startseite

Eisentabletten: Nebenwirkungen, Risiken und richtige Einnahme

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Der Körper benötigt es unter anderem für die Bildung von Hämoglobin, den Sauerstofftransport und verschiedene Stoffwechselprozesse. Bei einem nachgewiesenen Eisenmangel können Eisentabletten oder andere Eisenpräparate helfen, die Eisenspeicher wieder aufzufüllen.

Allerdings sind Eisenpräparate nicht völlig nebenwirkungsfrei. Besonders bei höheren Dosierungen können Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall auftreten. Eine unnötige oder langfristig zu hohe Einnahme kann außerdem zu einer Eisenüberversorgung führen.

Dieser Artikel erklärt, welche Nebenwirkungen bei Eisentabletten häufig sind, wann eine Einnahme sinnvoll sein kann, worauf bei der Anwendung zu achten ist und wann ärztlicher Rat erforderlich ist.

Warum braucht der Körper Eisen?

Eisen gehört zu den lebensnotwendigen Spurenelementen. Ein großer Teil des Eisens im Körper befindet sich im Hämoglobin der roten Blutkörperchen. Dort trägt es wesentlich dazu bei, Sauerstoff von der Lunge in das Gewebe zu transportieren.

Darüber hinaus ist Eisen an weiteren Stoffwechselprozessen beteiligt, unter anderem an der Energiegewinnung und verschiedenen enzymatischen Reaktionen. Eine dauerhaft unzureichende Eisenversorgung kann zu Eisenmangel und schließlich zu einer Eisenmangelanämie führen.

Wann werden Eisentabletten eingesetzt?

Eisentabletten sind vor allem dann sinnvoll, wenn tatsächlich ein Eisenmangel festgestellt wurde oder eine medizinische Fachkraft eine entsprechende Behandlung empfiehlt. Ein niedriger Eisenwert sollte möglichst nicht allein aufgrund unspezifischer Beschwerden selbst behandelt werden.

Ein Eisenmangel kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise eine unzureichende Zufuhr über die Ernährung, erhöhte Eisenverluste durch Blutungen oder ein erhöhter Bedarf. Besonders menstruierende Frauen und Schwangere gehören zu den Personengruppen, bei denen eine ausreichende Eisenversorgung besonders wichtig ist.

Welche Nebenwirkungen können Eisentabletten verursachen?

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Eisenpräparaten betreffen den Magen-Darm-Trakt. Das Risiko hängt unter anderem von der verwendeten Eisenverbindung, der Dosis und der individuellen Verträglichkeit ab.

  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen oder Magenbeschwerden
  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Erbrechen

Bei höheren Dosen treten solche Beschwerden häufiger auf. Eisenpräparate können außerdem zu einer dunklen oder schwarzen Färbung des Stuhls führen. Das kann bei einer Eisenbehandlung vorkommen und ist nicht automatisch ein Zeichen für eine gefährliche Erkrankung.

Warum verursachen Eisentabletten oft Verstopfung?

Verstopfung gehört zu den bekannten Beschwerden bei der Einnahme von Eisenpräparaten. Nicht aufgenommenes Eisen kann den Magen-Darm-Trakt reizen und die Verdauung beeinflussen.

Wer unter Verstopfung leidet, sollte die Dosierung nicht eigenständig stark verändern oder das Präparat einfach absetzen. Stattdessen kann es sinnvoll sein, mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt über eine andere Dosierung oder ein besser verträgliches Präparat zu sprechen.

Eisentabletten können den Magen belasten

Eisen kann insbesondere bei höheren Dosen Magenbeschwerden verursachen. Dazu zählen Übelkeit, Bauchschmerzen, Völlegefühl und Erbrechen. Die Einnahme mit einer Mahlzeit kann solche Beschwerden bei manchen Menschen reduzieren, auch wenn dadurch die Eisenaufnahme beeinflusst werden kann.

Deshalb sollte die Einnahme möglichst entsprechend der Empfehlung des verwendeten Präparats oder der ärztlichen Anweisung erfolgen. Wenn ein Präparat dauerhaft schlecht vertragen wird, gibt es verschiedene Eisenverbindungen und Einnahmeschemata, die medizinisch geprüft werden können.

Kann zu viel Eisen schädlich sein?

Ja. Eisen wird vom Körper gespeichert, weshalb eine unnötig hohe Zufuhr über längere Zeit problematisch sein kann. Eine starke Eisenüberversorgung kann insbesondere die Leber belasten. Hoch dosierte Eisenpräparate können außerdem deutliche Beschwerden im Magen-Darm-Trakt verursachen.

Bei extrem hohen Mengen können schwere Vergiftungserscheinungen auftreten. Dazu gehören unter anderem schwere Schäden des Magen-Darm-Trakts und bei massiver Überdosierung auch ein Versagen mehrerer Organe.

Eine besonders wichtige Gefahr besteht bei versehentlicher Einnahme größerer Mengen durch Kinder. Eisenhaltige Präparate sollten deshalb immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Wie viel Eisen braucht der Körper?

Der Eisenbedarf unterscheidet sich unter anderem nach Alter und Geschlecht. Nach den aktuellen Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt die empfohlene Zufuhr bei erwachsenen Männern bei etwa 11 mg Eisen pro Tag. Für menstruierende Frauen werden 16 mg pro Tag angegeben, für Frauen nach der Menopause 14 mg. Während der Schwangerschaft liegt der Referenzwert bei 27 mg pro Tag.

Diese Werte beziehen sich auf die tägliche Eisenversorgung über die Ernährung und sind nicht mit der Dosierung einer medizinischen Eisenbehandlung gleichzusetzen.

Eisen aus Lebensmitteln statt unnötiger Nahrungsergänzung

Wenn kein behandlungsbedürftiger Eisenmangel vorliegt, lässt sich der Eisenbedarf grundsätzlich über eine ausgewogene Ernährung decken.

Zu den eisenhaltigen Lebensmitteln gehören beispielsweise:

  • Fleisch und andere tierische Lebensmittel
  • Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen
  • Vollkornprodukte
  • grünes Gemüse
  • Nüsse und Samen

Eisen aus tierischen Lebensmitteln kann der Körper im Allgemeinen besser aufnehmen als pflanzliches Eisen. Vitamin C kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen verbessern. Dagegen können bestimmte Pflanzenstoffe sowie Kaffee und insbesondere schwarzer Tee die Eisenaufnahme vermindern.

Kann man Eisentabletten mit anderen Medikamenten einnehmen?

Eisen kann die Aufnahme beziehungsweise Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise Levothyroxin und Levodopa. Auch Calcium kann die Eisenaufnahme beeinträchtigen, weshalb eine zeitlich getrennte Einnahme sinnvoll sein kann.

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte deshalb vor Beginn einer Eisenbehandlung prüfen lassen, ob ein zeitlicher Abstand oder eine andere Einnahmeregelung notwendig ist.

Wie nimmt man Eisentabletten richtig ein?

Die genaue Einnahme hängt vom jeweiligen Präparat und der verordneten Dosis ab. Wichtig ist vor allem, die empfohlene Dosierung nicht eigenständig zu überschreiten.

Wenn Eisentabletten Magenprobleme verursachen, sollte man nicht einfach dauerhaft eine höhere Dosis auf eigene Faust einnehmen. Stattdessen kann eine ärztliche Rücksprache klären, ob beispielsweise eine andere Eisenverbindung, eine geringere Einzeldosis oder ein anderes Einnahmeschema besser geeignet ist.

Auch die Einnahme zusammen mit bestimmten Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln kann die Eisenaufnahme verändern. Besonders Calcium sollte bei einer gleichzeitigen Einnahme berücksichtigt werden.

Wer sollte bei Eisenpräparaten besonders vorsichtig sein?

Eine Eisenbehandlung sollte insbesondere bei Personen mit bestimmten Erkrankungen oder einer möglichen Eisenüberladung nicht ohne medizinische Kontrolle erfolgen.

Ein Beispiel ist die hereditäre Hämochromatose. Bei dieser erblichen Erkrankung kann sich zu viel Eisen im Körper ansammeln. Eine zusätzliche Einnahme von Eisen kann das Problem verstärken und sollte daher nicht ohne ärztliche Empfehlung erfolgen.

Auch bei ungeklärten Blutbildveränderungen sollte nicht automatisch Eisen eingenommen werden. Nicht jede Form einer Blutarmut entsteht durch Eisenmangel. Bei bestimmten chronischen Erkrankungen kann beispielsweise genügend Eisen im Körper vorhanden sein, aber nicht ausreichend für die Blutbildung zur Verfügung stehen.

Was sagt EFSA zur sicheren Eisenaufnahme?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat ihre Bewertung zur sicheren Eisenaufnahme im Jahr 2024 aktualisiert. Aufgrund der verfügbaren Daten konnte kein klassischer tolerierbarer oberer Grenzwert (UL) für Eisen festgelegt werden. Stattdessen wurde für Erwachsene eine sichere Gesamtaufnahme von 40 mg Eisen pro Tag abgeleitet.

Dieser Wert ist ausdrücklich nicht mit einer ärztlich überwachten Behandlung eines Eisenmangels gleichzusetzen. Bei der medizinischen Behandlung einer Eisenmangelanämie können zeitweise höhere Mengen eingesetzt werden, wenn dies medizinisch begründet ist.

Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

Bei starken oder anhaltenden Beschwerden während der Einnahme von Eisen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Das gilt insbesondere bei starkem Erbrechen, starken Bauchschmerzen oder Verdacht auf eine Überdosierung.

Nach der Einnahme einer größeren Menge Eisen durch ein Kind sollte nicht abgewartet werden. Eine mögliche Eisenvergiftung kann schwerwiegend sein und erfordert eine schnelle medizinische Einschätzung.

Fazit: Eisentabletten sind bei Mangel sinnvoll, aber nicht harmlos

Eisentabletten können bei einem nachgewiesenen Eisenmangel eine wichtige Behandlung darstellen. Gleichzeitig gehören Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung, Bauchschmerzen und Durchfall zu den häufigsten Problemen bei höher dosierten Eisenpräparaten.

Eine unnötige oder langfristig zu hohe Eisenaufnahme sollte vermieden werden, da eine Eisenüberversorgung insbesondere die Leber belasten kann. Die richtige Dosierung sollte sich deshalb am tatsächlichen Bedarf und – wenn eine Behandlung notwendig ist – an der medizinischen Empfehlung orientieren.

Wer Eisenpräparate schlecht verträgt oder unsicher ist, ob überhaupt ein Eisenmangel besteht, sollte nicht einfach dauerhaft selbst weiterbehandeln. Eine gezielte Untersuchung kann klären, ob Eisen tatsächlich benötigt wird und welche Behandlung geeignet ist.

Quellen [+]

[1] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Eisen – Referenzwerte für die Zufuhr. https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/

[2] Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Eisen. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/eisen/

[3] National Institutes of Health (NIH), Office of Dietary Supplements: Iron – Fact Sheet for Consumers. https://ods.od.nih.gov/factsheets/iron-consumer/

[4] National Institutes of Health (NIH), Office of Dietary Supplements: Iron – Health Professional Fact Sheet. https://ods.od.nih.gov/factsheets/Iron-HealthProfessional/

[5] European Food Safety Authority (EFSA): Scientific opinion on the tolerable upper intake level for iron, 2024. https://www.efsa.europa.eu/en/plain-language-summary/scientific-opinion-tolerable-upper-intake-level-iron

[6] EFSA: Summary tables – Safe levels of intake for minerals, 2024. https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/assets/UL_Summary_tables.pdf

google-playkhamsatmostaqltradent