recent
Neue Artikel

Zöliakie behandeln: Glutenfreie Ernährung, Nährstoffe und Therapie

Chaghaf Team
Startseite


Zöliakie behandeln: Glutenfreie Ernährung, Nährstoffe und Therapie

Was ist Zöliakie?

Zöliakie wird auch als gluten-sensitive Enteropathie oder Zöliakie-Sprue bezeichnet. Die Erkrankung entsteht durch eine Empfindlichkeit des Körpers gegenüber Gluten. Bei der Aufnahme von Gluten, einem Protein, das unter anderem in Weizen und Gerste vorkommt, löst der Körper im Dünndarm eine Immunreaktion aus.

Mit der Zeit kann dadurch die Schleimhaut des Dünndarms geschädigt werden. Dies kann zu einer beeinträchtigten Aufnahme von Nährstoffen führen. Als mögliche Beschwerden werden Durchfall, Gewichtsverlust, Blähungen, Müdigkeit und Blutarmut genannt.

Die Ärztin Ritu Verma, Leiterin des Zentrums für pädiatrische Verdauungserkrankungen am Children's Hospital of Philadelphia in den USA, weist im Ausgangstext darauf hin, dass Menschen bei einem Verdacht auf Zöliakie ihre Ernährung nicht sofort umstellen sollten. Beginnt man vor der Untersuchung mit einer glutenfreien Ernährung, könne das Ergebnis des Zöliakie-Tests ungenau werden.

Eine Behandlung, die Zöliakie vollständig heilt, gibt es laut Ausgangstext nicht. Es gibt jedoch Maßnahmen, mit denen Beschwerden gelindert oder vermieden werden können.

Glutenfreie Ernährung

Eine glutenfreie Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Die Auswahl geeigneter Lebensmittel kann allerdings schwierig sein.

Vermieden werden sollen Lebensmittel und Produkte mit folgenden Bestandteilen:

  • Weizen
  • Gerste
  • Bulgur
  • Grieß
  • Dinkel
  • Produkte, bei denen nicht angegeben ist, dass sie glutenfrei sind, darunter beispielsweise Hafer und Brot

Dagegen werden frisches, nicht paniertes oder mariniertes Fleisch, Geflügel und Fisch empfohlen. Auch Obst und Gemüse, insbesondere stärkehaltige Sorten wie Erbsen, Kartoffeln, Bohnen und Linsen, gehören zu den genannten Lebensmitteln.

Die meisten Milchprodukte werden ebenfalls genannt. Als glutenfreie Getreide und stärkehaltige Lebensmittel werden unter anderem Buchweizen, Reis und Quinoa aufgeführt.

Menschen mit Zöliakie sollen eine glutenfreie Ernährung einhalten, um die dadurch verursachten Komplikationen und gesundheitlichen Probleme zu vermeiden.

Vitamine und Mineralstoffe

Durch die Schädigung der Dünndarmschleimhaut kann die Aufnahme verschiedener Nährstoffe beeinträchtigt sein. Genannt werden unter anderem Eisen, Vitamin B12, Vitamin D und Folsäure.

Nach der Diagnose kann ein Arzt oder Ernährungsberater für sechs Monate Vitamin- und Mineralstoffpräparate empfehlen, nachdem Gluten aus der Ernährung entfernt wurde. Während sich das Verdauungssystem erholt, sollen diese Präparate den Körper mit den benötigten Nährstoffen versorgen und beispielsweise einen bestehenden Mangel wie eine Blutarmut ausgleichen.

Kupfer

Ein Kupfermangel kann verschiedene neurologische Erscheinungen verursachen, darunter eine Erkrankung des Rückenmarks, eine Schädigung des Sehnervs, eine Motoneuronerkrankung und eine Demyelinisierung des zentralen Nervensystems. Zusätzlich können Blutbildveränderungen wie Blutarmut und eine Verminderung der neutrophilen Granulozyten auftreten.

Zur Korrektur eines Kupfermangels bei Menschen mit Zöliakie werden im Ausgangstext etwa 2 mg Kupfer täglich genannt.

Folsäure

Folsäure ist für die Herstellung und Reparatur der DNA wichtig. Sie kann außerdem dazu beitragen, das Risiko eines Schlaganfalls zu verringern, indem sie den Homocysteinspiegel senkt.

Zur Behandlung eines Folsäuremangels bei Zöliakie werden 0,8 mg Folsäure täglich genannt.

Eisen

Eisen ist ein wesentlicher Bestandteil des Häms, eines Nicht-Protein-Bestandteils verschiedener eisenhaltiger Proteine wie Hämoglobin. Ein Eisenmangel kann bei Zöliakie zu Blutarmut führen.

Im Ausgangstext wird die Einnahme von Eisenpräparaten in einer Dosierung von 200 mg zweimal täglich zur Behandlung der Blutarmut und zur Auffüllung der körpereigenen Eisenspeicher genannt.

Vitamin B12

Vitamin B12 kann ebenso wie Folsäure dazu beitragen, den Homocysteinspiegel zu senken. Ein erhöhter Homocysteinspiegel wird mit einem höheren Risiko für Gefäßstörungen und venöse Thrombosen in Verbindung gebracht.

Vitamin B12 ist außerdem wichtig, um einer megaloblastären Anämie vorzubeugen. Im Ausgangstext wird eine Einnahme von 1000 Mikrogramm Vitamin B12 genannt, bis der Wert wieder normal ist.

Vitamin D

Vitamin D gehört zu den wichtigen Vitaminen für die Knochendichte. Bei Menschen mit Zöliakie wurde ein Mangel beobachtet.

Genannt wird eine Supplementierung mit 50.000 Internationalen Einheiten Vitamin D pro Woche über 8 Wochen. Anschließend soll die Dosis reduziert werden, bis ein normaler Wert erreicht ist.

Vitamin K

Vitamin K ist für Gerinnungsfaktoren wichtig und trägt damit dazu bei, Blutungen zu verhindern. Ein Vitamin-K-Mangel bei Zöliakie kann Blutergüsse und ein erhöhtes Blutungsrisiko im Zusammenhang mit einem Prothrombinmangel verursachen.

Der Ausgangstext nennt 75–120 Mikrogramm Vitamin K täglich für Männer und 75–90 Mikrogramm täglich für Frauen, bis ein normaler Wert erreicht ist.

Zink

Zink unterstützt das Immunsystem und ist an der Aktivität von etwa 100 Enzymen beteiligt. Außerdem spielt es eine Rolle bei der Wundheilung, der DNA-Synthese und der Bildung von Hämoglobin.

Ein Zinkmangel kann zu verzögertem Wachstum und einer verzögerten sexuellen Reifung führen. Für Menschen mit Zöliakie werden 25–40 mg Zink täglich genannt.

Die Einnahme von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten wird im Ausgangstext insbesondere in den ersten sechs Monaten nach der Diagnose als wichtig beschrieben.

Medikamente gegen die Darmentzündung

Bei einer therapieresistenten Zöliakie oder einer starken Schädigung des Dünndarms kann der Arzt Medikamente zur Kontrolle der Entzündung verordnen. Sie können starke Beschwerden und Anzeichen von Verdauungsstörungen während der Heilung des Darms lindern.

Genannt werden:

  • Steroide
  • Azathioprin
  • Budesonid

Bei einer Therapieresistenz können unter anderem Steroide verordnet werden.

Behandlung der Dermatitis herpetiformis

Bei der Dermatitis herpetiformis kommt es aufgrund einer Glutenunverträglichkeit zu Juckreiz und Hautausschlag. Eine glutenfreie Ernährung ist Bestandteil der Behandlung.

Da die Abheilung des Hautausschlags lange dauern kann, kann der Arzt Dapson verschreiben. Das Medikament wird oral zweimal täglich eingenommen, um die Heilung des Ausschlags zu beschleunigen.

Zur Kontrolle der Dermatitis herpetiformis kann eine Behandlung bis zu zwei Jahre erforderlich sein. Anschließend soll die glutenfreie Ernährung ausreichend lange fortgeführt werden, um den Hautausschlag zu kontrollieren. Üblicherweise wird die niedrigste wirksame Dapson-Dosis eingesetzt. Als mögliche Nebenwirkungen werden Depressionen und Kopfschmerzen genannt.

Medikamente und andere Produkte mit möglichem Glutenanteil vermeiden

Der Verzicht auf Gluten kann die Beschwerden verbessern, indem die Entzündung im Dünndarm reduziert wird. Laut Ausgangstext können selbst kleine Glutenmengen Schäden verursachen, auch wenn keine Beschwerden bemerkt werden.

Möglicherweise glutenhaltig sind unter anderem:

  • verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Medikamente
  • Zahnpasta und Mundspülungen
  • Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate
  • Knetmasse
  • Klebstoff für Briefmarken und Umschläge
  • Lippenstift

Daher wird empfohlen, bestimmte Lebensmittel, Medikamente und andere Produkte mit möglichem Glutenanteil zu meiden, darunter auch pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel.

Ist Zöliakie gefährlich?

Im Ausgangstext wird eine im Jahr 2020 von Ärzten der Columbia University in den USA und der Universität Örebro in Schweden durchgeführte Studie beschrieben. Sie untersuchte den Zusammenhang zwischen Zöliakie und dem Sterberisiko in einer schwedischen Bevölkerung.

Erfasst wurden Personen in Schweden, bei denen zwischen 1969 und 2017 eine Zöliakie anhand histopathologischer Berichte diagnostiziert worden war. Insgesamt nahmen 49.829 Menschen mit Zöliakie an der Untersuchung teil. Jede Person wurde anhand von Alter, Geschlecht, Stadt und Kalenderzeit mit 5 Personen aus der Allgemeinbevölkerung als Kontrollgruppe verglichen.

Von den 49.829 Betroffenen waren 24 % zwischen 2010 und 2017 diagnostiziert worden. Das durchschnittliche Alter bei der Diagnose betrug 32,2 Jahre, und 62,4 % der Betroffenen waren Frauen.

Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 12,5 Jahren starben 13,2 % beziehungsweise 6.596 Personen. Bei den Betroffenen lag die Gesamtsterblichkeit bei 9,7 Todesfällen pro 1000 Personen und Jahr gegenüber 8,6 in der Kontrollgruppe.

Ein relativ erhöhtes Sterberisiko wurde in allen Altersgruppen beobachtet, besonders deutlich bei Personen, bei denen die Diagnose im Alter von 18 bis 39 Jahren gestellt worden war. Außerdem wurde bei Menschen mit Zöliakie im Vergleich zur Kontrollgruppe ein höheres Sterberisiko aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen beobachtet.

Die Studie kam laut Ausgangstext zu dem Ergebnis, dass bei Menschen mit Zöliakie im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein statistisch signifikant erhöhtes Sterberisiko besteht.

Bei fehlender oder verspäteter Behandlung können weitere Komplikationen auftreten. Genannt werden:

  • Schädigung des Zahnschmelzes
  • Mangelernährung
  • Laktoseintoleranz
  • Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten
  • neurologische Probleme wie Schmerzen, Krampfanfälle und Taubheitsgefühle an Händen und Füßen
  • geschwächte Knochen
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
  • Krebs des Dünndarms und intestinale Lymphome

Nach den im Ausgangstext dargestellten Studien kann Zöliakie das Sterberisiko erhöhen und bei fehlender Behandlung aufgrund möglicher Komplikationen gefährlicher werden.

google-playkhamsatmostaqltradent