Favismus und G6PD-Mangel: Symptome, Ursachen, Behandlung und Vorbeugung
Was ist Favismus?
Favismus beziehungsweise ein Mangel des Enzyms Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD) ist eine vererbte Form der hämolytischen Anämie.
Bei dieser Form der Blutarmut werden rote Blutkörperchen schneller abgebaut, als der Körper sie ersetzen kann. Ursache ist eine verringerte Menge des Enzyms G6PD, das die roten Blutkörperchen vor Schäden schützt.
Die meisten Menschen mit Favismus haben glücklicherweise keine Beschwerden. Bestimmte Medikamente und Lebensmittel können jedoch den Abbau der roten Blutkörperchen verstärken und sollten von Betroffenen vermieden werden.
Symptome des G6PD-Mangels
Die meisten Betroffenen haben normalerweise keine Symptome. Beschwerden können jedoch auftreten, wenn bestimmte Medikamente oder Lebensmittel eingenommen werden oder eine Infektion zu einer vorzeitigen Zerstörung roter Blutkörperchen führt.
Nach Behandlung der zugrunde liegenden Ursache verschwinden die Beschwerden des G6PD-Mangels innerhalb weniger Wochen.
Mögliche Symptome sind:
- beschleunigter Herzschlag
- Atemnot
- dunkel gefärbter oder gelb-orangefarbener Urin
- Fieber
- Müdigkeit
- Schwindel
- blasses Gesicht
- Gelbsucht mit einer Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes
Ursachen und Risikofaktoren
Der G6PD-Mangel ist eine rezessiv vererbte Erkrankung, die mit dem X-Chromosom verbunden ist. Die genetische Veränderung kann von einem oder beiden Elternteilen auf das Kind übertragen werden.
Das betroffene Gen liegt auf dem X-Chromosom, einem der beiden Geschlechtschromosomen. Männer besitzen nur ein X-Chromosom, während Frauen zwei X-Chromosomen haben. Deshalb sind Männer häufiger von einem G6PD-Mangel betroffen. Bei Frauen müssen nach der Darstellung des Ausgangstextes beide X-Chromosomen das fehlerhafte Gen tragen, was weniger wahrscheinlich ist.
Bestimmte Faktoren können die Entwicklung einer hämolytischen Anämie begünstigen. Dazu gehören:
- eine Erkrankung oder Infektion, beispielsweise eine Virusinfektion
- bestimmte Medikamente, die eine negative Reaktion auslösen und dadurch den Abbau roter Blutkörperchen beschleunigen können
- bestimmte Lebensmittel wie Favabohnen
Zu den im Ausgangstext genannten Medikamenten gehören Mittel gegen Malaria, Parasiten und Tuberkulose sowie Medikamente, die Sulfonamide oder Antihistaminika enthalten. Auch einige Antibiotika wie Chinolone, Chloramphenicol, Penicillin und Cephalosporine werden aufgeführt.
Bestimmte Lebensmittel können bei Menschen mit G6PD-Mangel ebenfalls eine negative Reaktion auslösen. Dies gilt jedoch nicht für alle Betroffenen.
Diagnose des G6PD-Mangels
Der Arzt kann einen G6PD-Mangel durch eine einfache Blutuntersuchung feststellen, bei der die Konzentration des Enzyms G6PD bestimmt wird.
Weitere diagnostische Untersuchungen können sein:
- großes Blutbild
- Bestimmung des Hämoglobins im Blut
- Bestimmung der Retikulozytenzahl
Diese Untersuchungen liefern Informationen über die roten Blutkörperchen und können bei der Diagnose einer hämolytischen Anämie helfen.
Für die Diagnose ist es außerdem wichtig, dass der Arzt über die Ernährungsweise und die eingenommenen Medikamente des Patienten informiert ist.
Behandlung des G6PD-Mangels
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Wenn eine Infektion die Symptome ausgelöst hat, wird die zugrunde liegende Infektion entsprechend behandelt. Medikamente, die zur Zerstörung der roten Blutkörperchen beitragen, sollten abgesetzt werden.
In solchen Fällen kommt es zur Erholung, sobald der auslösende Faktor beseitigt wurde.
Wenn sich aus dem G6PD-Mangel eine hämolytische Anämie entwickelt, kann eine intensivere Behandlung notwendig werden. Dazu können in manchen Fällen Sauerstofftherapie und Bluttransfusionen gehören, um die Sauerstoffversorgung und die Zahl der roten Blutkörperchen wiederherzustellen.
Während dieser Behandlung kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein. Bei einer akuten hämolytischen Anämie wird eine genaue Überwachung als besonders wichtig beschrieben, um eine vollständige Genesung ohne Komplikationen sicherzustellen.
Außerdem wird im Ausgangstext Folsäure in einer Dosierung von 1 mg pro Tag empfohlen, da sie eine Verschlechterung der Anämie durch einen Folsäuremangel in dieser Patientengruppe verhindern könne.
Mögliche Komplikationen
Zu den Beschwerden einer hämolytischen Anämie gehören Atemnot, beschleunigter Herzschlag, blasse Haut und dunkler Urin.
Bei länger bestehendem, unbehandeltem G6PD-Mangel und fortgesetzter Einwirkung auslösender Faktoren können Betroffene unter anderem eine vergrößerte Milz, Gelbsucht und Hautgeschwüre entwickeln.
Die Blutarmut kann aufgrund der verminderten Zahl roter Blutkörperchen außerdem Auswirkungen auf Herz und Blutgefäße haben.
Wie lässt sich einem G6PD-Mangel vorbeugen?
Die meisten Menschen mit G6PD-Mangel haben im Alltag keine Beschwerden. Bestimmte Medikamente und Lebensmittel können jedoch den Abbau roter Blutkörperchen beschleunigen und dadurch Probleme verursachen.
Bestimmte Antibiotika vermeiden
Genannt werden Antibiotika mit Sulfonamiden wie Sulfamethoxazol-Trimethoprim. Auch Antibiotika aus der Gruppe der Chinolone, insbesondere Ciprofloxacin und Levofloxacin, sollen vermieden werden.
Weitere aufgeführte Antibiotika sind Nitrofurantoin und Dapson. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass es zahlreiche Antibiotika gibt, die Menschen mit G6PD-Mangel sicher anwenden können.
Medikamente gegen Malaria
Das Malariamittel Primaquin, das zur Behandlung oder Vorbeugung von Malaria eingesetzt wird, kann bei Menschen mit G6PD-Mangel hämolytische Krisen auslösen. Deshalb sollten Betroffene vor der Gabe des Medikaments getestet werden.
Bestimmte Krebsmedikamente
Auch einige Medikamente zur Krebsbehandlung werden als mögliche Auslöser genannt. Dazu gehören Rasburicase und Doxorubicin.
Aspirin
Aspirin, das üblicherweise gegen Schmerzen oder Entzündungen eingesetzt wird, soll nach Angaben des Ausgangstextes vermieden werden. Als Alternative werden andere Medikamente genannt.
Henna
Es gibt veröffentlichte Berichte, nach denen Henna bei Menschen mit G6PD-Mangel hämolytische Krisen auslösen kann. Neugeborene unter zwei Monaten scheinen für diese Reaktion besonders anfällig zu sein.
Hülsenfrüchte und Favabohnen
Favabohnen können bei Menschen mit G6PD-Mangel hämolytische Krisen auslösen. Auch der Kontakt mit dem Blütennektar der Pflanze wird als möglicher Auslöser genannt.
Einige empfehlen deshalb, sämtliche Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Erdnüsse zu meiden.
