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Vaginales Brennen: Ursachen, Behandlung und was wirklich hilft

Chaghaf Team
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Vaginales Brennen: Ursachen, Behandlung und was wirklich hilft

Ein Brennen im Bereich der Scheide oder der äußeren Genitalien ist häufig und kann sehr unangenehm sein. Es kann vorübergehend durch eine Reizung entstehen, aber auch auf eine Pilzinfektion, eine bakterielle Vaginose, eine sexuell übertragbare Infektion oder hormonell bedingte Veränderungen hinweisen. [1] [2]

Welche Behandlung bei vaginalem Brennen sinnvoll ist, hängt deshalb entscheidend von der Ursache ab. Eine pauschale Therapie gibt es nicht. Insbesondere sollten Medikamente gegen Pilzinfektionen oder andere Infektionen nicht allein aufgrund des Symptoms „Brennen“ eingesetzt werden, weil sich verschiedene Erkrankungen ähnlich äußern können. [1] [3]

Was bedeutet vaginales Brennen?

Vaginales Brennen beschreibt ein brennendes, stechendes oder wundes Gefühl im Bereich der Scheide beziehungsweise der Vulva. Die Beschwerden können dauerhaft vorhanden sein oder beispielsweise beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr stärker werden. Häufig treten zusätzlich Juckreiz, Rötung, Schmerzen, Trockenheit oder eine Veränderung des vaginalen Ausflusses auf. [1] [2]

Medizinisch ist es wichtig, zwischen Beschwerden im Inneren der Scheide und Beschwerden an der Vulva, also dem äußeren weiblichen Genitalbereich, zu unterscheiden. Beide Bereiche können von unterschiedlichen Erkrankungen oder Hautreizungen betroffen sein. [4]

Welche Ursachen kann vaginales Brennen haben?

Hinter einem Brennen im Intimbereich können verschiedene Ursachen stecken. Zu den häufigsten gehören Entzündungen und Infektionen, aber auch äußere Reize, Hauterkrankungen und hormonelle Veränderungen kommen infrage. [1] [2]

Scheidenpilz

Eine vulvovaginale Pilzinfektion wird meist durch eine übermäßige Vermehrung von Candida-Hefepilzen verursacht. Typische Beschwerden sind Juckreiz und Brennen an der Vulva, häufig begleitet von Rötung oder Schwellung. Der Ausfluss kann weiß und klumpig sein und weist bei einer Pilzinfektion häufig keinen starken Geruch auf. [3] [1]

Zur Behandlung kommen je nach Situation Antipilzmittel infrage, die lokal in der Scheide angewendet oder als Tablette eingenommen werden. Welche Behandlung geeignet ist, sollte insbesondere bei erstmaligen oder unklaren Beschwerden ärztlich geklärt werden. [3]

Bakterielle Vaginose

Bei einer bakteriellen Vaginose verändert sich das natürliche Gleichgewicht der Bakterien in der Scheide. Typisch ist ein dünnflüssiger Ausfluss mit auffälligem, häufig als fischig beschriebenem Geruch. Juckreiz und Brennen können ebenfalls vorkommen, stehen aber nicht bei jeder betroffenen Person im Vordergrund. [1] [5]

Eine symptomatische bakterielle Vaginose wird mit geeigneten Antibiotika behandelt. Die Wahl des Präparats und der Anwendungsform richtet sich nach der individuellen Situation. [5]

Sexuell übertragbare Infektionen

Auch sexuell übertragbare Infektionen können Brennen, Schmerzen, Reizungen oder ungewöhnlichen Ausfluss verursachen. Bei Trichomoniasis können beispielsweise gelblich-grünlicher Ausfluss und Reizungen auftreten. Auch andere sexuell übertragbare Infektionen können Beschwerden im Genitalbereich hervorrufen. [1] [2]

Besteht ein entsprechendes Risiko, sollte die Ursache durch eine medizinische Untersuchung und gegebenenfalls einen Abstrich oder Labortest festgestellt werden. Die Behandlung richtet sich anschließend nach dem nachgewiesenen Erreger. [1]

Reizung oder Kontaktdermatitis

Nicht jedes Brennen wird durch eine Infektion verursacht. Seifen, Duftstoffe, Waschmittel, Intimsprays, bestimmte Hygieneprodukte oder andere Substanzen können die empfindliche Haut im äußeren Genitalbereich reizen. Eine solche Kontaktdermatitis kann Brennen, Stechen, Rötung und Juckreiz verursachen. [4]

In diesem Fall besteht die wichtigste Maßnahme darin, den auslösenden Reiz zu vermeiden. Bei stärker ausgeprägten Beschwerden kann eine ärztliche Behandlung erforderlich sein. [4]

Hormonell bedingte Trockenheit

Ein niedriger Östrogenspiegel kann zu trockeneren und empfindlicheren Schleimhäuten führen. Dies kann insbesondere während der Perimenopause und nach der Menopause auftreten, aber auch in bestimmten anderen hormonellen Situationen. Mögliche Beschwerden sind Trockenheit, Brennen, Reizungen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. [4]

Je nach Ursache können Feuchtigkeitsprodukte und Gleitmittel Beschwerden lindern. Bei ausgeprägten hormonell bedingten Beschwerden kann eine lokale Östrogentherapie infrage kommen, die ärztlich verordnet und individuell abgewogen werden sollte. [4]

Hauterkrankungen und andere Ursachen

Auch Hauterkrankungen wie Kontaktdermatitis, Lichen sclerosus oder Lichen planus können Brennen, Juckreiz und Schmerzen an der Vulva verursachen. Daneben gibt es chronische Schmerzerkrankungen wie Vulvodynie, bei denen brennende oder stechende Beschwerden ohne eindeutig erkennbare Ursache auftreten können. [4]

Bei anhaltenden Beschwerden ist deshalb eine genaue Diagnose wichtiger als eine Behandlung auf Verdacht.

Wie wird vaginales Brennen behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Eine Pilzinfektion benötigt eine andere Therapie als eine bakterielle Vaginose oder eine Hautreizung. [1]

  • Bei einer Pilzinfektion: kommen geeignete Antipilzmittel infrage, beispielsweise lokale Präparate oder – in bestimmten Fällen – eine orale Behandlung. [3]
  • Bei einer bakteriellen Vaginose: werden bei vorhandenen Beschwerden Antibiotika eingesetzt. [5]
  • Bei bestimmten sexuell übertragbaren Infektionen: richtet sich die Behandlung nach dem nachgewiesenen Erreger. [1]
  • Bei Hautreizungen: sollte der auslösende Stoff möglichst konsequent vermieden werden. [4]
  • Bei hormonell bedingter Trockenheit: können Feuchtigkeitsprodukte, Gleitmittel oder gegebenenfalls eine lokale Hormontherapie helfen. [4]

Wichtig ist, eine vermeintliche Pilzinfektion nicht wiederholt selbst zu behandeln, wenn die Beschwerden nicht verschwinden. Brennen und Juckreiz sind keine eindeutigen Beweise für eine Pilzinfektion; eine falsche Selbstbehandlung kann die richtige Diagnose verzögern. [3]

Was kann man selbst gegen vaginales Brennen tun?

Bei einer leichten Reizung können einige einfache Maßnahmen helfen, die empfindliche Haut zu schonen:

  • Den äußeren Intimbereich vorsichtig mit lauwarmem Wasser reinigen.
  • Auf parfümierte Seifen, Intimsprays und andere Duftprodukte im Genitalbereich verzichten.
  • Keine Vaginalspülungen durchführen.
  • Enge Kleidung möglichst vermeiden und atmungsaktive Baumwollunterwäsche tragen.
  • Feuchte Kleidung nach dem Sport oder Schwimmen möglichst zeitnah wechseln.
  • Bei äußerer Hautreizung können kühle Umschläge die Beschwerden vorübergehend lindern.

Diese Maßnahmen können Reizungen reduzieren, ersetzen aber keine Behandlung einer Infektion oder einer anderen Erkrankung. [2] [4]

Warum Vaginalspülungen und Duftprodukte keine gute Lösung sind

Die Scheide besitzt ein eigenes mikrobiologisches Gleichgewicht. Vaginalspülungen und parfümierte Produkte können dieses Gleichgewicht beziehungsweise die empfindliche Haut zusätzlich reizen. Fachgesellschaften empfehlen deshalb, auf Vaginalduschen und parfümierte Intimpflege zu verzichten. [1] [4]

Für die äußere Reinigung genügt in der Regel lauwarmes Wasser. Aggressive oder stark parfümierte Reinigungsprodukte sind bei empfindlicher Vulvahaut nicht erforderlich. [4]

Wann sollte man mit vaginalem Brennen zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist besonders sinnvoll, wenn das Brennen erstmals auftritt, stark ausgeprägt ist, wiederkehrt oder nicht innerhalb kurzer Zeit verschwindet. Das gilt auch bei ungewöhnlichem Ausfluss, auffälligem Geruch, Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr sowie Veränderungen der Haut. [1] [2]

Eine Untersuchung ist außerdem wichtig, wenn eine sexuell übertragbare Infektion möglich ist. Für die genaue Diagnose können neben der körperlichen Untersuchung auch Abstriche oder andere Labortests erforderlich sein. Die Beschwerden allein reichen häufig nicht aus, um die Ursache sicher zu bestimmen. [1] [3]

Wie wird die Ursache festgestellt?

Bei der Untersuchung fragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem nach Beginn und Art der Beschwerden, Ausfluss, Geruch, Schmerzen, Sexualkontakten, verwendeten Pflegeprodukten und bisherigen Behandlungen. Je nach Befund kann ein Abstrich des vaginalen Sekrets untersucht werden. [1] [2]

Eine solche Untersuchung ist besonders hilfreich, weil verschiedene Ursachen sehr ähnliche Symptome verursachen können. Der Nachweis eines Erregers oder einer anderen Erkrankung ermöglicht anschließend eine gezielte Behandlung. [1]

Fazit: Vaginales Brennen nicht automatisch als Pilzinfektion behandeln

Vaginales Brennen kann durch eine Pilzinfektion, bakterielle Vaginose, sexuell übertragbare Infektionen, Hautreizungen, hormonelle Veränderungen oder andere Erkrankungen entstehen. Deshalb hängt die richtige Behandlung immer von der Ursache ab. [1] [4]

Bei einer leichten äußeren Reizung können eine schonende Intimpflege, der Verzicht auf Duftstoffe und luftige Kleidung die Beschwerden lindern. Hält das Brennen an, ist es stark ausgeprägt oder treten Ausfluss, Geruch, Schmerzen oder andere auffällige Symptome hinzu, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Quellen [+]

[1] Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Diseases Characterized by Vulvovaginal Itching, Burning, Irritation, Odor or Discharge. 2021. https://www.cdc.gov/std/treatment-guidelines/vaginal-discharge.htm

[2] NHS: Vaginitis. Zuletzt geprüft 27. Februar 2023. https://www.nhs.uk/conditions/vaginitis/

[3] Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Vulvovaginal Candidiasis – STI Treatment Guidelines. 2021. https://www.cdc.gov/std/treatment-guidelines/candidiasis.htm

[4] American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG): Disorders of the Vulva: Common Causes of Vulvar Pain, Burning, and Itching. 2024. https://www.acog.org/womens-health/faqs/disorders-of-the-vulva-common-causes-of-vulvar-pain-burning-and-itching

[5] Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Bacterial Vaginosis – STI Treatment Guidelines. 2021. https://www.cdc.gov/std/treatment-guidelines/bv.htm

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