Symptome einer Brustentzündung: Anzeichen, Ursachen und wann zum Arzt?
Eine sogenannte Brustentzündung bezeichnet im medizinischen Sprachgebrauch meist eine Infektion der unteren Atemwege. Dazu gehören vor allem die Bronchien und die Lunge. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen die akute Bronchitis, die Bronchiolitis bei Säuglingen und Kleinkindern sowie die Lungenentzündung. Die Beschwerden können sich je nach Erkrankung und Alter deutlich unterscheiden. [1]
Typische Symptome einer Brustinfektion sind Husten, Schleim oder Auswurf, Müdigkeit, Fieber, Atemnot, pfeifende Atemgeräusche und Beschwerden im Brustkorb. Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig auftreten. Entscheidend ist deshalb das gesamte Krankheitsbild und dessen Verlauf. [1]
Welche Symptome sind bei einer Brustinfektion typisch?
Eine Infektion der unteren Atemwege kann sich zunächst ähnlich wie eine Erkältung oder Grippe bemerkbar machen. Häufig entwickeln sich anschließend Husten und weitere Beschwerden, die stärker auf die Atemwege oder die Lunge hinweisen. [1] [2]
Zu den häufigen Beschwerden gehören:
- Husten, teilweise mit Schleim oder Auswurf
- Schmerzen oder ein Druckgefühl im Brustbereich
- Atemnot oder Kurzatmigkeit
- pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche
- Fieber oder erhöhte Temperatur
- Schüttelfrost
- Halsschmerzen und Schnupfen
- Kopfschmerzen
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, hängt unter anderem vom Erreger, vom betroffenen Abschnitt der Atemwege und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab. [1]
Symptome einer akuten Bronchitis
Bei einer akuten Bronchitis entzündet sich die Schleimhaut der Atemwege. Häufig entsteht die Erkrankung im Zusammenhang mit einer Infektion und bessert sich innerhalb einiger Wochen von selbst. [2]
Das wichtigste Symptom ist meist Husten. Dabei kann Schleim abgehustet werden. Zusätzlich können Halsschmerzen, Schnupfen, Fieber, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schmerzen im Brustkorb auftreten, insbesondere beim Husten. [2]
Der Husten kann länger bestehen bleiben als andere Beschwerden. Bei einer akuten Bronchitis können die Symptome ungefähr zwei bis drei Wochen andauern. Hält der Husten darüber hinaus an, verschlimmert er sich oder treten Atemprobleme auf, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen. [3]
Bronchitis bei Kindern
Auch Kinder können bei einer Bronchitis Husten, Schleim, Fieber oder Atemgeräusche entwickeln. Bei jüngeren Kindern ist besonders darauf zu achten, ob die Atmung erschwert ist oder das Kind deutlich weniger trinkt und ungewöhnlich matt wirkt.
Da sich Atemwegserkrankungen bei Kindern schneller verschlechtern können, sollten ausgeprägte Atemprobleme oder eine deutliche Verschlechterung ärztlich beurteilt werden.
Symptome einer Bronchiolitis bei Babys und Kleinkindern
Die Bronchiolitis ist eine Infektion der kleinsten Atemwege und betrifft vor allem Säuglinge und Kinder unter zwei Jahren. Zu Beginn ähneln die Beschwerden häufig einer gewöhnlichen Erkältung: Das Kind kann eine laufende oder verstopfte Nase, leicht erhöhte Temperatur und Husten entwickeln. [4]
Im weiteren Verlauf können typische Atemwegsbeschwerden hinzukommen:
- schnellere Atmung
- pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche
- erschwerte Atmung
- anhaltender Husten
- Probleme beim Trinken oder Füttern
- Reizbarkeit oder ungewöhnliche Müdigkeit
Die Beschwerden sind häufig zwischen dem dritten und fünften Krankheitstag am stärksten. Der Husten kann anschließend noch mehrere Wochen bestehen bleiben. [4]
Wann ist Bronchiolitis bei einem Baby gefährlich?
Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn ein Baby deutlich schlechter atmet, beim Atmen stöhnt, Atempausen zeigt oder die Haut beziehungsweise Lippen bläulich oder grau erscheinen. Auch wenn das Kind wegen der Atemprobleme nicht ausreichend trinken kann, sollte unverzüglich medizinische Hilfe gesucht werden. [4]
Symptome einer Lungenentzündung
Eine Lungenentzündung ist eine Infektion, bei der sich die Lungenbläschen entzünden und sich unter Umständen mit Flüssigkeit oder eitrigem Sekret füllen. Bakterien, Viren und Pilze können eine Pneumonie verursachen. [5]
Typische Symptome sind:
- Husten mit oder ohne Auswurf
- Fieber und Schüttelfrost
- Atemnot
- Brustschmerzen, die beim Atmen oder Husten stärker werden können
- Müdigkeit und ausgeprägte Schwäche
- Schwitzen
- gegebenenfalls Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
Bei älteren Menschen kann eine Lungenentzündung anders verlaufen als bei jüngeren Erwachsenen. Statt eines ausgeprägten Fiebers können beispielsweise Schwäche oder Verwirrtheit im Vordergrund stehen. Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind unter anderem ältere Menschen, kleine Kinder sowie Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem. [5]
Wie unterscheiden sich Brustinfektion und Allergie?
Eine Allergie kann teilweise ähnliche Beschwerden wie eine Atemwegsinfektion hervorrufen. Besonders bei allergischem Schnupfen treten Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase sowie tränende und juckende Augen auf. Typisch ist außerdem, dass die Beschwerden nach Kontakt mit einem bestimmten Allergen auftreten oder sich in bestimmten Jahreszeiten verstärken können. [6]
Bei einer Infektion sprechen dagegen Beschwerden wie Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen oder ein zunehmender Husten eher für einen infektiösen Auslöser. Eine eindeutige Unterscheidung ist anhand einzelner Symptome jedoch nicht immer möglich. [6]
Allergien können außerdem die Atemwege beeinflussen und bei Menschen mit Asthma Husten, pfeifende Atmung oder Atemnot auslösen. [6]
Wann sollte man mit Symptomen einer Brustinfektion zum Arzt?
Viele unkomplizierte Atemwegsinfektionen heilen von selbst aus. Eine ärztliche Untersuchung ist jedoch wichtig, wenn die Beschwerden ungewöhnlich stark sind, sich verschlimmern oder über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben. Bei einer Bronchitis sollte beispielsweise ein Husten, der länger als etwa drei Wochen anhält, ärztlich abgeklärt werden. [3]
Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll bei:
- anhaltendem oder zunehmendem Husten
- Atemnot oder Kurzatmigkeit
- Brustschmerzen, insbesondere beim Atmen oder Husten
- anhaltendem oder hohem Fieber
- Blut im Auswurf
- deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands
- bestehenden Herz-, Lungen- oder anderen chronischen Erkrankungen
- geschwächtem Immunsystem
Bei plötzlich schwerer Atemnot, bläulicher oder grauer Verfärbung der Lippen oder Haut, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen ist dagegen sofort medizinische Hilfe erforderlich. [2] [4]
Wie wird eine Brustinfektion diagnostiziert?
Welche Untersuchungen erforderlich sind, hängt von den Beschwerden und dem Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung ab. Zunächst werden unter anderem Krankheitsbeginn, Verlauf, Begleitsymptome, Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente erfragt. Anschließend kann die Ärztin oder der Arzt die Atmung und den Brustkorb untersuchen und die Lunge abhören.
Bei Verdacht auf eine Bronchitis kann je nach Situation beispielsweise eine Blutuntersuchung oder eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs eingesetzt werden, insbesondere wenn eine andere Erkrankung wie eine Lungenentzündung ausgeschlossen werden soll. [3]
Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung können je nach klinischem Bild ebenfalls bildgebende Untersuchungen und Laboruntersuchungen erforderlich sein. Welche Diagnostik sinnvoll ist, wird individuell entschieden. [5]
Wie werden Infektionen der Atemwege behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Eine unkomplizierte akute Bronchitis ist häufig durch Viren bedingt und heilt meist ohne Antibiotika ab. Ruhe, ausreichend Flüssigkeit und eine geeignete Behandlung einzelner Beschwerden können die Genesung unterstützen. [2] [3]
Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Deshalb sind sie bei einer gewöhnlichen viralen Bronchitis nicht grundsätzlich sinnvoll. Bei einer bakteriellen Infektion kann dagegen eine antibiotische Behandlung erforderlich sein. [3]
Bei einer Lungenentzündung hängt die Therapie ebenfalls vom verursachenden Erreger und vom Schweregrad ab. Bakterielle Pneumonien können mit Antibiotika behandelt werden. Schwere Verläufe können eine Behandlung im Krankenhaus und eine Unterstützung der Atmung erforderlich machen. [5]
Was kann man selbst gegen Beschwerden tun?
Bei einer unkomplizierten Brustinfektion können einige einfache Maßnahmen dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern. Dazu gehören vor allem ausreichende Ruhe und Flüssigkeitszufuhr. Flüssigkeit kann dabei helfen, Schleim leichter abzuhusten. [1]
- ausreichend trinken
- sich körperlich schonen und ausreichend schlafen
- Rauch und andere Atemwegsreizstoffe vermeiden
- bei Fieber oder Schmerzen geeignete Schmerz- und Fiebermittel nach Packungsbeilage beziehungsweise ärztlicher Empfehlung verwenden
- beim Husten und Niesen auf gute Hand- und Hustenhygiene achten
Rauchen kann Beschwerden verschlimmern und die Atemwege zusätzlich belasten. Ein Rauchstopp ist deshalb sowohl während einer Infektion als auch zur langfristigen Vorbeugung von Atemwegserkrankungen sinnvoll. [3]
Wie lassen sich Brustinfektionen vorbeugen?
Ein vollständiger Schutz vor Atemwegsinfektionen ist nicht möglich. Das Infektionsrisiko lässt sich jedoch durch einige Maßnahmen reduzieren. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, eine gute Husten- und Niesetikette sowie das Vermeiden von Tabakrauch. Je nach Alter und individuellem Risiko können außerdem Impfungen gegen bestimmte Atemwegserkrankungen sinnvoll sein. [1] [3]
Menschen mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen beziehungsweise einem geschwächten Immunsystem sollten bei neuen oder zunehmenden Atemwegsbeschwerden besonders aufmerksam sein, da das Risiko für schwere Verläufe erhöht sein kann. [5]
Fazit: Symptome einer Brustentzündung richtig einordnen
Die Symptome einer Brustentzündung können sehr unterschiedlich ausfallen. Husten, Schleim, Fieber, Müdigkeit, Atemnot und Brustbeschwerden gehören zu den häufigsten Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege. Bei einer Bronchitis stehen häufig Husten und Schleim im Vordergrund, während bei einer Lungenentzündung zusätzlich Fieber, Atemnot und Schmerzen beim Atmen oder Husten auftreten können. [2] [5]
Bei Säuglingen und Kleinkindern kann sich eine Bronchiolitis vor allem durch schnelle oder erschwerte Atmung und Probleme beim Trinken bemerkbar machen. Schwere Atemnot, bläuliche Haut oder Lippen, Verwirrtheit oder eine deutliche Verschlechterung sind Warnzeichen, die eine sofortige medizinische Beurteilung erfordern. [4]
Da sich verschiedene Atemwegs- und Lungenerkrankungen in ihren Symptomen überschneiden, lässt sich die genaue Ursache nicht zuverlässig allein anhand einer Symptombeschreibung bestimmen. Bei starken, anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollte deshalb ärztlicher Rat eingeholt werden.
Quellen [+]
[1] NHS: Chest infection. Zuletzt geprüft am 21. Juni 2023. https://www.nhs.uk/conditions/chest-infection/
[2] NHS: Bronchitis. Zuletzt geprüft am 18. August 2026. https://www.nhs.uk/conditions/bronchitis/
[3] National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI): Bronchitis. https://www.nhlbi.nih.gov/health/bronchitis
[4] NHS: Bronchiolitis. Aktualisierte Fachinformation. https://www.nhs.uk/conditions/bronchiolitis/
[5] Mayo Clinic: Pneumonia – Symptoms and causes. Aktualisierte Fachinformation. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/pneumonia/symptoms-causes/syc-20354204
[6] Mayo Clinic: Allergies – Symptoms and causes. Aktualisierte Fachinformation. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/allergies/symptoms-causes/syc-20351497
