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Nierenschmerzen erkennen: Wo sie auftreten, Symptome und mögliche Ursachen

Chaghaf Redaktion
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Nierenschmerzen erkennen: Wo sie auftreten, Symptome und mögliche Ursachen

Nierenschmerzen werden häufig mit Rückenschmerzen verwechselt. Das liegt vor allem daran, dass sich die Nieren im hinteren oberen Bauchbereich unterhalb der unteren Rippen befinden. Schmerzen aus diesem Bereich können deshalb als Beschwerden im Rücken oder an der Seite wahrgenommen werden. [1]

Typisch für Nierenschmerzen ist häufig ein eher tiefer Schmerz im Bereich der Flanke oder des Rückens. Je nach Ursache können zusätzlich Beschwerden beim Wasserlassen, Veränderungen des Urins, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit oder Erbrechen auftreten. [1] [2]

Wichtig ist allerdings: Die Schmerzstelle allein reicht nicht aus, um sicher festzustellen, ob tatsächlich die Nieren die Ursache sind. Auch Muskeln, Wirbelsäule und andere Organe können ähnliche Beschwerden verursachen. Eine zuverlässige Diagnose erfordert daher bei entsprechenden Beschwerden eine medizinische Untersuchung. [1]

Wo befinden sich die Nieren?

Der Mensch besitzt normalerweise zwei Nieren. Sie liegen rechts und links der Wirbelsäule im hinteren oberen Bauchraum und werden teilweise von den unteren Rippen geschützt. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut zu entfernen und daraus Urin zu bilden. Außerdem sind die Nieren an der Regulation von Flüssigkeit, Elektrolyten und weiteren wichtigen Körperfunktionen beteiligt. [3]

Weil die Nieren relativ weit hinten im Körper liegen, werden Beschwerden aus diesem Bereich häufig als Flanken- oder Rückenschmerzen wahrgenommen.

Wie fühlen sich Nierenschmerzen an?

Die Art der Schmerzen hängt stark von ihrer Ursache ab. Nierenschmerzen können beispielsweise dumpf, drückend oder stechend sein. Häufig befinden sie sich seitlich am Rücken unterhalb der Rippen und betreffen nur eine Körperseite. [1]

Bei Nierensteinen kann sich das Schmerzbild deutlich unterscheiden. Wenn ein Stein in den Harnleiter gelangt und den Urinfluss behindert, können sehr starke, krampfartige Schmerzen entstehen. Diese können in Wellen auftreten und von der Flanke in den Unterbauch oder in Richtung Leiste ausstrahlen. [2] [4]

Welche Symptome können gleichzeitig auftreten?

Neben den Schmerzen können weitere Beschwerden Hinweise auf die mögliche Ursache geben. Besonders bei Erkrankungen der Nieren oder Harnwege können Veränderungen beim Wasserlassen auftreten.

Typische Begleitbeschwerden bei Nierensteinen

  • starke Schmerzen in der Flanke oder im Rücken
  • Schmerzen, die in den Unterbauch oder die Leiste ausstrahlen können
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • Blut im Urin
  • häufiger oder starker Harndrang
  • Übelkeit und Erbrechen
  • veränderter Urin

Die Beschwerden hängen unter anderem von der Größe und Lage eines Nierensteins ab. Kleine Steine können teilweise ohne starke Beschwerden ausgeschieden werden, während ein Stein, der den Harnleiter blockiert, erhebliche Schmerzen verursachen kann. [4]

Hinweise auf eine Infektion

Wenn Schmerzen im Nierenbereich zusammen mit Fieber oder Schüttelfrost auftreten, sollte auch an eine Infektion der Harnwege beziehungsweise eine Beteiligung der Nieren gedacht werden. Je nach Erkrankung können zusätzlich Schmerzen beim Wasserlassen, häufigerer Harndrang, Übelkeit oder allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. [5]

Insbesondere Fieber und Schmerzen im Rücken oder in der Flanke sollten medizinisch abgeklärt werden, da eine Infektion der Nieren behandelt werden muss. [5]

Nierenschmerzen oder Rückenschmerzen – woran lässt sich das unterscheiden?

Eine klare Unterscheidung anhand der Schmerzstelle ist nicht immer möglich. Dennoch können bestimmte Merkmale Hinweise geben.

Nierenschmerzen werden häufig tiefer und seitlicher unterhalb der Rippen wahrgenommen. Rückenschmerzen entstehen dagegen oft im Bereich der Wirbelsäule oder der Muskulatur und können beispielsweise durch bestimmte Bewegungen oder Körperhaltungen beeinflusst werden. Allerdings gibt es Überschneidungen, sodass diese Merkmale keine sichere Diagnose ermöglichen. [1]

Begleitende Beschwerden können zusätzliche Hinweise liefern. Veränderungen beim Urin, Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Fieber sprechen eher für eine Erkrankung der Harnwege oder Nieren als für eine reine Muskelverspannung. [5]

Welche Ursachen können Nierenschmerzen haben?

Schmerzen im Nierenbereich können verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören insbesondere Erkrankungen der Harnwege und Nieren.

  • Nierensteine
  • Infektionen der Harnwege oder Nieren
  • Verletzungen der Niere
  • Blutungen oder Durchblutungsstörungen der Niere
  • Nierenzysten und bestimmte Nierenerkrankungen
  • Erkrankungen oder Veränderungen der Harnwege
  • selten auch Tumorerkrankungen

Darüber hinaus können Medikamente oder andere Erkrankungen die Nieren belasten. Deshalb sollte bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden nicht allein anhand der Schmerzen auf eine bestimmte Ursache geschlossen werden.

Nierensteine als häufige Ursache starker Schmerzen

Nierensteine entstehen aus kristallinen Ablagerungen, die sich aus bestimmten Mineralstoffen und Salzen im Harn bilden können. Bleibt ein Stein in der Niere, verursacht er nicht zwangsläufig Beschwerden. Wandert er jedoch in den Harnleiter und behindert den Urinfluss, können sehr starke Schmerzen entstehen. [4]

Die Behandlung hängt unter anderem von Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins sowie von möglichen Komplikationen ab. Kleine Steine können häufig von selbst ausgeschieden werden. Größere oder problematische Steine können dagegen eine medizinische Behandlung oder einen Eingriff erforderlich machen. [4]

Was kann Nierensteinen vorbeugen?

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ein wichtiger Bestandteil der Vorbeugung von Nierensteinen. Darüber hinaus kann eine Verringerung der Salzaufnahme sinnvoll sein. Welche Maßnahmen im Einzelfall geeignet sind, hängt unter anderem von der Art des Nierensteins ab. Bei wiederkehrenden Nierensteinen kann eine ärztliche Untersuchung helfen, die Ursache genauer zu bestimmen und die Vorbeugung gezielt anzupassen. [4]

Wie werden Nierenschmerzen diagnostiziert?

Nierenschmerzen lassen sich nicht zuverlässig durch eine Selbstdiagnose feststellen. Für die Abklärung werden zunächst die Beschwerden und die Krankengeschichte erfasst. Anschließend können je nach Verdacht verschiedene Untersuchungen eingesetzt werden. [1]

Urin- und Blutuntersuchungen

Eine Urinuntersuchung kann beispielsweise Hinweise auf Blut, Entzündungszeichen oder andere Veränderungen liefern. Blutuntersuchungen können unter anderem Aufschluss über die Nierenfunktion geben. Zu den wichtigen Laborwerten gehört beispielsweise das Kreatinin, aus dem unter anderem die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) abgeleitet werden kann. [3]

Bildgebende Untersuchungen

Je nach Beschwerden und Verdachtsdiagnose können bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Ultraschall oder Computertomografie. Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von der vermuteten Ursache und der individuellen Situation ab. [2]

Wann sollte man mit Nierenschmerzen zum Arzt?

Starke oder anhaltende Schmerzen im Bereich der Flanke oder des Rückens sollten medizinisch abgeklärt werden, insbesondere wenn gleichzeitig weitere Beschwerden auftreten.

Eine zeitnahe ärztliche Untersuchung ist besonders wichtig bei:

  • starken oder zunehmenden Schmerzen
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • Blut im Urin
  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
  • anhaltendem Erbrechen
  • deutlich verändertem oder sehr wenig Urin
  • bekannten Nierensteinen mit starken Beschwerden

Starke Schmerzen zusammen mit Fieber oder Schüttelfrost können auf eine Infektion hinweisen und sollten nicht abgewartet werden. [5]

Fazit: Nierenschmerzen richtig einordnen

Nierenschmerzen werden meist im Bereich der Flanke oder des Rückens unterhalb der Rippen wahrgenommen und können einseitig auftreten. Besonders Nierensteine und Infektionen der Harnwege beziehungsweise Nieren kommen als mögliche Ursachen infrage. [1] [4] [5]

Entscheidend sind jedoch nicht nur Ort und Stärke des Schmerzes, sondern auch Begleitsymptome wie Fieber, Veränderungen des Urins, Schmerzen beim Wasserlassen oder Übelkeit. Da auch andere Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können, lässt sich die Ursache nicht zuverlässig allein zu Hause bestimmen. Bei starken, anhaltenden oder ungewöhnlichen Beschwerden ist eine medizinische Abklärung deshalb der sicherste Weg.

Quellen [+]

[1] Mayo Clinic: Kidney pain – Causes and definition. 11. Juli 2026. https://www.mayoclinic.org/symptoms/kidney-pain/basics/causes/sym-20050902

[2] National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK): Kidney Stones. Informationsseite. https://www.niddk.nih.gov/health-information/urologic-diseases/kidney-stones

[3] National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK): Your Kidneys & How They Work. Informationsseite. https://www.niddk.nih.gov/health-information/kidney-disease/kidneys-how-they-work

[4] Mayo Clinic: Kidney stones – Symptoms and causes. Informationsseite. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/kidney-stones/symptoms-causes/syc-20355755

[5] National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK): Symptoms & Causes of Kidney Infection (Pyelonephritis). Informationsseite. https://www.niddk.nih.gov/health-information/urologic-diseases/kidney-infection-pyelonephritis/symptoms-causes

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