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Feigwarzen (Genitalwarzen) beim Mann behandeln: Ursachen, Therapie und Vorbeugung

Chaghaf Team
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Genitalwarzen beim Mann behandeln: Ursachen, Therapie und Vorbeugung

Genitalwarzen, auch Feigwarzen oder Kondylome genannt, gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sie entstehen durch eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomavirus (HPV) und können unter anderem am Penis, an der Vorhaut, am Hodensack, in der Leiste oder rund um den After auftreten. [1]

Die sichtbaren Warzen können behandelt und entfernt werden. Die Behandlung beseitigt allerdings nicht zwangsläufig das HPV selbst. Deshalb können Genitalwarzen nach einer erfolgreichen Therapie erneut auftreten. [1]

Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von Anzahl, Größe und Lage der Warzen sowie von den persönlichen Umständen ab. Zur Verfügung stehen bestimmte Cremes und Lösungen zur Selbstanwendung sowie Verfahren wie Vereisung, operative Entfernung, Elektrochirurgie oder Laserbehandlung. [1] [2]

Was sind Genitalwarzen?

Genitalwarzen sind gutartige Haut- oder Schleimhautveränderungen, die durch bestimmte HPV-Typen verursacht werden. Etwa 90 Prozent der anogenitalen Warzen werden durch die HPV-Typen 6 und 11 verursacht. Diese HPV-Typen unterscheiden sich von denjenigen, die hauptsächlich mit bestimmten Krebserkrankungen in Verbindung gebracht werden. [1]

Die Warzen können flach, knötchenförmig oder gestielt sein. Sie verursachen häufig keine Beschwerden. Je nach Größe und Lage können jedoch Juckreiz, Schmerzen oder andere lokale Beschwerden auftreten. [1]

Wie werden Genitalwarzen beim Mann übertragen?

HPV wird vor allem durch engen sexuellen beziehungsweise genitalen Kontakt übertragen. Eine Übertragung ist auch ohne Penetration möglich. Kondome können das Infektionsrisiko reduzieren, schützen jedoch nicht vollständig, weil HPV auch Hautbereiche befallen kann, die von einem Kondom nicht bedeckt werden. [1]

Das Auftreten einer Genitalwarze lässt außerdem nicht zuverlässig darauf schließen, wann die Infektion erfolgt ist. Warzen können erst Monate oder sogar Jahre nach der Ansteckung sichtbar werden. [1]

Wie werden Genitalwarzen beim Mann diagnostiziert?

In den meisten Fällen kann eine Ärztin oder ein Arzt Genitalwarzen anhand ihres typischen Aussehens erkennen. Ein HPV-Test ist zur Diagnose sichtbarer Genitalwarzen nicht vorgesehen und hilft in der Regel nicht dabei, die geeignete Behandlung festzulegen. [1]

Eine Gewebeprobe kann erforderlich sein, wenn das Erscheinungsbild ungewöhnlich ist oder die Diagnose nicht eindeutig feststeht. Das gilt insbesondere bei pigmentierten, verhärteten, fest mit dem Untergrund verbundenen, blutenden oder geschwürig veränderten Läsionen. Auch bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Biopsie eher notwendig sein. [1]

Selbstdiagnosen sind deshalb problematisch: Nicht jede Veränderung im Genitalbereich ist eine Genitalwarze. Andere Erkrankungen können ähnlich aussehen und benötigen eine andere Behandlung.

Genitalwarzen beim Mann behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

Eine Behandlung kann die sichtbaren Warzen entfernen und Beschwerden lindern. Sie beseitigt jedoch nicht zuverlässig die zugrunde liegende HPV-Infektion. Deshalb sind Rückfälle möglich. [1]

Die Wahl der Therapie richtet sich unter anderem nach Größe, Anzahl und genauer Lage der Warzen. Auch mögliche Nebenwirkungen, Kosten, Bequemlichkeit und die Erfahrung der behandelnden Person spielen eine Rolle. Es gibt keine einzelne Behandlung, die für alle Betroffenen gleichermaßen geeignet ist. [1]

Imiquimod

Imiquimod ist eine Creme zur äußerlichen Behandlung bestimmter Genitalwarzen. Der Wirkstoff unterstützt die lokale Immunreaktion und wird von den Betroffenen selbst angewendet. Je nach Konzentration gelten unterschiedliche Anwendungsschemata. [1] [2]

Häufige lokale Reaktionen sind Rötungen, Reizungen, Entzündungen oder Erosionen der Haut. Deshalb sollte die Anwendung entsprechend der ärztlichen beziehungsweise arzneimittelbezogenen Vorgaben erfolgen. [1]

Podophyllotoxin

Podophyllotoxin ist ein Wirkstoff, der Warzengewebe gezielt schädigt. Für bestimmte äußere anogenitale Warzen kann er als Lösung oder Creme zur Selbstanwendung eingesetzt werden. Die Behandlung erfolgt in wiederkehrenden Anwendungszyklen. [1] [2]

Da Podophyllotoxin gesundes Gewebe reizen oder schädigen kann, sollte es nur entsprechend der ärztlichen Anleitung angewendet werden. Eine eigenständige Behandlung unklarer Hautveränderungen ist nicht empfehlenswert.

Trichloressigsäure

Trichloressigsäure (TCA) wird von medizinischem Fachpersonal direkt auf die Genitalwarzen aufgetragen. Die Substanz zerstört das behandelte Warzengewebe durch eine chemische Reaktion. Da TCA auch gesundes Gewebe schädigen kann, muss es gezielt und sorgfältig angewendet werden. [1]

Bei einer fehlerhaften oder zu umfangreichen Anwendung können Schmerzen, Reizungen oder Verätzungen entstehen. Die Behandlung gehört deshalb in fachkundige Hände.

Grüntee-Extrakt mit Sinecatechinen

Sinecatechine sind Bestandteil einer äußerlich angewendeten Salbe, die bei bestimmten äußeren Genitalwarzen eingesetzt werden kann. Auch hier können lokale Hautreaktionen wie Rötung, Juckreiz, Brennen oder Schmerzen auftreten. [1]

Ob diese Behandlung geeignet ist, hängt von der Lage und dem Erscheinungsbild der Warzen sowie von individuellen Faktoren ab.

Genitalwarzen entfernen: Vereisung und andere Verfahren

Kryotherapie

Bei der Kryotherapie werden die Warzen mit flüssigem Stickstoff behandelt. Die extreme Kälte zerstört das behandelte Gewebe, sodass die Warze anschließend abheilen kann. Je nach Anzahl und Größe der Warzen können mehrere Sitzungen erforderlich sein. [1] [2]

Nach der Behandlung können Schmerzen, Blasenbildung, Hautreizungen oder vorübergehende Veränderungen der Haut auftreten. Die Methode sollte deshalb fachgerecht durchgeführt werden.

Elektrochirurgie

Bei der Elektrochirurgie beziehungsweise Elektrokauterisation wird das Warzengewebe mithilfe elektrischer Energie zerstört. Das Verfahren kann insbesondere bei bestimmten äußeren Warzen eingesetzt werden. [1]

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Schmerzen, Blutungen, Wundheilungsstörungen und Narbenbildung. Die Behandlung entfernt die sichtbaren Warzen, beseitigt aber nicht automatisch das HPV.

Operative Entfernung

Genitalwarzen können bei geeigneten Befunden auch chirurgisch entfernt werden. Dazu kommen beispielsweise eine tangentiale Exzision, Abtragung, Kürettage oder andere operative Verfahren infrage. [1]

Die operative Entfernung hat den Vorteil, dass viele Warzen unmittelbar in einer Behandlung entfernt werden können. Je nach Umfang des Eingriffs können jedoch Schmerzen, Blutungen, Infektionen oder Narben auftreten.

Laserbehandlung

Eine Laserbehandlung kann bei bestimmten ausgedehnten oder schwer behandelbaren Warzen eingesetzt werden. Sie gehört zu den Verfahren, die von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden. [1]

Der Laser entfernt das sichtbare Warzengewebe, behandelt aber ebenfalls nicht automatisch die HPV-Infektion. Zudem können Schmerzen, Wundheilungsprobleme und Narben entstehen.

Kann man Genitalwarzen auch unbehandelt lassen?

Nicht jede Genitalwarze muss zwingend sofort behandelt werden. Unbehandelte anogenitale Warzen können von selbst verschwinden, über längere Zeit unverändert bleiben oder größer beziehungsweise zahlreicher werden. Die CDC beschreibt deshalb für bestimmte Betroffene auch ein kontrolliertes Abwarten als mögliche Option. [1]

Ob Abwarten sinnvoll ist, sollte dennoch ärztlich besprochen werden. Dabei können die Anzahl und Lage der Warzen, Beschwerden, persönliche Präferenzen und mögliche diagnostische Unsicherheiten berücksichtigt werden.

Sind Genitalwarzen gefährlich?

Die HPV-Typen, die für die meisten Genitalwarzen verantwortlich sind, gelten als nicht onkogene HPV-Typen. Das bedeutet: Die typischen Warzen selbst sind nicht gleichbedeutend mit Krebs. Die HPV-Typen, die Genitalwarzen verursachen, unterscheiden sich von den Hochrisiko-HPV-Typen, die an der Entstehung bestimmter Krebsarten beteiligt sein können. [1]

Eine Genitalwarze sollte trotzdem ärztlich beurteilt werden, insbesondere wenn sie ungewöhnlich aussieht, blutet, verhärtet ist, schnell wächst oder nicht auf eine übliche Behandlung anspricht. Solche Veränderungen können eine andere Ursache haben und gegebenenfalls weiter untersucht werden. [1]

Verschwinden Genitalwarzen von allein?

Ja. Bei manchen Menschen verschwinden Genitalwarzen ohne Behandlung innerhalb eines bestimmten Zeitraums von selbst. Bei anderen bleiben sie bestehen oder nehmen an Größe und Anzahl zu. [1]

Auch nach erfolgreicher Entfernung können neue Warzen entstehen. Der Grund dafür ist, dass die Behandlung vor allem die sichtbaren Läsionen beseitigt und nicht zuverlässig sämtliche HPV-infizierten Zellen entfernt. [1]

Kann eine Behandlung HPV vollständig beseitigen?

Eine spezifische antivirale Behandlung, mit der eine bestehende HPV-Infektion zuverlässig aus dem Körper entfernt wird, steht nicht zur Verfügung. Die Therapie richtet sich gegen die sichtbaren Warzen beziehungsweise gegen krankhafte Veränderungen, die durch HPV verursacht wurden. [1]

Viele HPV-Infektionen werden vom Immunsystem im Laufe der Zeit kontrolliert und sind schließlich nicht mehr nachweisbar. Eine sichtbare Warze kann daher verschwinden, ohne dass daraus sicher abgeleitet werden kann, dass jede HPV-Infektion vollständig beseitigt wurde.

Was sollte man bei Genitalwarzen mit dem Sexualpartner beachten?

HPV kann auch dann übertragen werden, wenn keine sichtbaren Warzen vorhanden sind. Sexualpartner können deshalb bereits mit HPV infiziert sein, ohne Symptome zu haben. Ein spezieller HPV-Test des Partners allein aufgrund einer Genitalwarze wird bei Männern nicht empfohlen. [1]

Bei Genitalwarzen kann außerdem eine Untersuchung auf andere sexuell übertragbare Infektionen sinnvoll sein. Welche Tests erforderlich sind, hängt von der individuellen Situation und den jeweiligen Risikofaktoren ab. [1]

Kondome und andere Barrieremethoden können das Risiko einer HPV-Übertragung reduzieren, bieten aber keinen vollständigen Schutz. [1]

Kann eine HPV-Impfung Genitalwarzen verhindern?

Eine HPV-Impfung kann vor bestimmten HPV-Typen schützen, die unter anderem Genitalwarzen verursachen. Sie ist eine vorbeugende Maßnahme und dient nicht dazu, bereits vorhandene Genitalwarzen oder eine bestehende HPV-Infektion zu behandeln. [3]

Die WHO weist darauf hin, dass HPV-Impfstoffe einen hohen Schutz vor bestimmten HPV-Typen bieten und dass Impfstoffe, die HPV 6 und 11 abdecken, auch einen hohen Schutz vor anogenitalen Warzen vermitteln. [3]

Ob eine Impfung im individuellen Fall empfohlen wird, hängt insbesondere vom Alter, Impfstatus und den nationalen Impfempfehlungen ab.

Wann sollte man mit Genitalwarzen zum Arzt?

Eine ärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn zum ersten Mal warzenartige Veränderungen im Genitalbereich auftreten. Das gilt auch dann, wenn die Veränderungen klein und schmerzlos sind, weil verschiedene Hautveränderungen ähnlich aussehen können.

Besonders wichtig ist eine medizinische Abklärung bei:

  • unklaren oder ungewöhnlich aussehenden Hautveränderungen
  • blutenden, verhärteten oder geschwürigen Stellen
  • schnell zunehmenden oder sehr zahlreichen Warzen
  • starken Schmerzen oder ausgeprägtem Juckreiz
  • Warzen, die trotz Behandlung nicht verschwinden oder sich weiter ausbreiten
  • einem geschwächten Immunsystem
  • gleichzeitigen Beschwerden, die auf eine andere sexuell übertragbare Infektion hindeuten könnten

Bei auffälligen oder diagnostisch unklaren Veränderungen kann eine Gewebeprobe notwendig sein. [1]

Fazit

Genitalwarzen beim Mann lassen sich in vielen Fällen gut behandeln. Zur Verfügung stehen unter anderem Imiquimod, Podophyllotoxin oder Sinecatechine sowie ärztliche Verfahren wie Kryotherapie, operative Entfernung, Elektrochirurgie und in bestimmten Fällen Laserbehandlung. [1] [2]

Die Therapie entfernt jedoch in erster Linie die sichtbaren Warzen und nicht zuverlässig das verursachende HPV. Deshalb sind Rückfälle möglich. Eine ärztliche Diagnose ist wichtig, weil nicht jede warzenartige Veränderung tatsächlich eine Genitalwarze ist. [1]

Wer neue Veränderungen im Genitalbereich feststellt, sollte deshalb auf aggressive Hausmittel oder eigenständige Behandlung mit nicht dafür vorgesehenen Warzenmitteln verzichten und die Hautveränderung zunächst medizinisch beurteilen lassen.

Quellen [+]

[1] Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Sexually Transmitted Infections Treatment Guidelines – Anogenital Warts / Human Papillomavirus (HPV) Infection. 2021. https://www.cdc.gov/mmwr/volumes/70/rr/rr7004a1.htm

[2] World Health Organization (WHO): Recommendation on treatment of anogenital warts caused by HPV. 2023. https://kmhhs-uat.who.int/ksp/groups/a78687c4-622e-4de9-9d62-9b7967abf6f8/content?id=23&resource=afcb9c1f-0fb8-47ee-89ec-aca4a7eaf2e0&unit=2bd18056-f39e-40b6-9d34-f946cc6e5235

[3] World Health Organization (WHO): Human papillomavirus (HPV) vaccines. Aktualisiert 2024. https://www.who.int/teams/immunization-vaccines-and-biologicals/diseases/human-papillomavirus-vaccines-%28HPV%29

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