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Braune Flecken auf der Haut bei Kindern: Ursachen, Formen und wann sie ärztlich abgeklärt werden sollten

Chaghaf Team
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Braune Flecken auf der Haut bei Kindern: Ursachen und Warnzeichen

Braune Flecken auf der Haut bei Kindern können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Häufig handelt es sich um harmlose Pigmentierungen oder angeborene Hautmale. Möglich sind aber auch Veränderungen, die im Zusammenhang mit Hautentzündungen oder bestimmten Erkrankungen stehen.

Entscheidend für die Einordnung sind unter anderem das Alter des Kindes, der Zeitpunkt des Auftretens, die Größe und Form der Flecken sowie deren Entwicklung. Auch die Anzahl der Hautveränderungen und weitere körperliche Beschwerden können wichtige Hinweise liefern.

Warum entstehen braune Flecken auf der Haut bei Kindern?

Braune Hautflecken entstehen meist durch eine veränderte Verteilung oder erhöhte Bildung des Hautpigments Melanin. Sie können bereits bei der Geburt vorhanden sein, sich während der Kindheit entwickeln oder nach einer Entzündung beziehungsweise Verletzung der Haut zurückbleiben.

Bei Kindern kommen beispielsweise Muttermale, Café-au-lait-Flecken, Sommersprossen und bestimmte angeborene Pigmentveränderungen infrage. Auch nach entzündlichen Hauterkrankungen können dunklere Hautareale zurückbleiben. Eine solche postinflammatorische Hyperpigmentierung entsteht durch eine verstärkte Pigmentbildung nach einer vorausgegangenen Hautentzündung oder Verletzung. [1]

Häufige Ursachen für braune Flecken bei Kindern

Angeborene Pigmentmale

Angeborene melanozytäre Nävi sind gutartige Hautmale, die bereits bei der Geburt vorhanden sein oder kurz danach sichtbar werden können. Sie entstehen durch eine lokale Vermehrung von Melanozyten, also pigmentbildenden Zellen der Haut.

Diese Muttermale können flach oder leicht erhaben sein und unterschiedliche Braun- oder Schwarztöne aufweisen. Manche sind rund oder oval, andere unregelmäßiger geformt. Häufig wachsen sie ungefähr proportional zum Kind mit. [2]

Bei kleinen und mittelgroßen angeborenen Nävi ist das Risiko einer bösartigen Veränderung sehr gering. Größere oder riesige angeborene Nävi erfordern dagegen eine sorgfältigere dermatologische Beobachtung, da bei ihnen das Melanomrisiko höher ist. [2]

Café-au-lait-Flecken

Café-au-lait-Flecken sind flache, hell- bis mittelbraune Hautveränderungen. Der Name beschreibt ihre typische Farbe, die an Milchkaffee erinnert. Sie können an verschiedenen Körperstellen vorkommen und verursachen normalerweise weder Schmerzen noch Juckreiz.

Einzelne oder wenige Café-au-lait-Flecken sind bei Kindern nicht ungewöhnlich und müssen nicht auf eine Erkrankung hinweisen. Mehrere solcher Flecken können jedoch ein Hinweis auf eine genetische Erkrankung wie die Neurofibromatose Typ 1 (NF1) sein. Sechs oder mehr Café-au-lait-Flecken gehören zu den klinischen Kriterien, die bei der Beurteilung einer möglichen NF1 berücksichtigt werden. [3] [4]

Allein aufgrund der Flecken lässt sich eine NF1 jedoch nicht diagnostizieren. Bei mehreren auffälligen Pigmentflecken oder zusätzlichen Veränderungen sollte das Kind kinderärztlich oder dermatologisch untersucht werden.

Dermale Melanozytose

Die angeborene dermale Melanozytose wird häufig als „Mongolenfleck“ bezeichnet. Sie erscheint meist als flache blaugraue bis graubraune Verfärbung, insbesondere am unteren Rücken oder am Gesäß. Die Flecken können optisch an einen Bluterguss erinnern.

Diese Pigmentveränderungen sind gutartig und verschwinden bei vielen Kindern im Laufe der Kindheit. Sie stehen nicht grundsätzlich für eine Erkrankung und benötigen normalerweise keine Behandlung. [5]

Sommersprossen

Sommersprossen, medizinisch Epheliden genannt, können bereits im Kindesalter auftreten. Sie sind besonders bei Menschen mit heller Haut und entsprechender genetischer Veranlagung verbreitet.

Typischerweise zeigen sich die kleinen hell- bis mittelbraunen Flecken an sonnenexponierten Körperstellen wie Gesicht, Hals, Armen oder dem oberen Brustbereich. Sonnenlicht kann dazu führen, dass Sommersprossen deutlicher sichtbar werden.

Leberflecken und andere erworbene Nävi

Auch während der Kindheit können neue Muttermale entstehen. Ein gewöhnlicher Nävus kann flach oder erhaben sein und unterschiedliche Farbtöne aufweisen. Die meisten Muttermale sind harmlos.

Wichtig ist jedoch, Veränderungen eines bestehenden Hautmals zu beobachten. Eine auffällige Veränderung von Größe, Form, Farbe oder Oberfläche sollte ärztlich beurteilt werden, insbesondere wenn das Hautmal neu unregelmäßig erscheint oder sich deutlich von den übrigen Muttermalen unterscheidet.

Postinflammatorische Hyperpigmentierung

Braune Flecken können auch nach einer Hautentzündung zurückbleiben. Dazu gehören beispielsweise Veränderungen nach Ekzemen, Infektionen, Verletzungen oder anderen entzündlichen Hautreaktionen. Die dunklere Pigmentierung entsteht nach der Entzündung und kann sich mit der Zeit wieder zurückbilden. [1]

Wie lange die Verfärbung bestehen bleibt, hängt unter anderem von der Tiefe und Stärke der vorausgegangenen Entzündung sowie vom individuellen Hauttyp ab. Bei dunkleren Hauttypen kann die Pigmentveränderung besonders deutlich ausgeprägt und länger sichtbar sein. [1]

Transiente neonatale pustulöse Melanose

Bei Neugeborenen kann eine seltene, gutartige Hautveränderung namens transiente neonatale pustulöse Melanose auftreten. Charakteristisch sind kleine Pusteln, die bereits bei der Geburt vorhanden sein können. Nach dem Abheilen bleiben teilweise dunklere Pigmentflecken zurück.

Diese Flecken können mehrere Wochen oder Monate sichtbar bleiben, bevor sie allmählich verblassen. Die Erkrankung verursacht normalerweise keine allgemeinen Beschwerden und benötigt in der Regel keine Behandlung. [6]

Ekzem und andere entzündliche Hauterkrankungen

Bei Kindern kann insbesondere ein atopisches Ekzem zu entzündeten, geröteten und trockenen Hautstellen führen. Nach dem Abklingen der Entzündung können vorübergehend Farbveränderungen zurückbleiben.

Ein brauner Fleck ist deshalb nicht immer die ursprüngliche Hautveränderung, sondern kann auch das Ergebnis einer bereits abgeheilten Entzündung sein. Bei gleichzeitigem Juckreiz, trockener Haut, Schuppung oder wiederkehrenden entzündlichen Stellen sollte eine Hauterkrankung als Ursache berücksichtigt werden.

Sind braune Flecken auf der Haut bei Kindern gefährlich?

In vielen Fällen sind braune Flecken bei Kindern harmlos. Typische Muttermale, einzelne Café-au-lait-Flecken, Sommersprossen und bestimmte angeborene Pigmentveränderungen stellen häufig keinen Grund zur Sorge dar. [3] [5]

Trotzdem sollte nicht jeder neue oder sich verändernde Fleck automatisch als harmlos betrachtet werden. Entscheidend ist, ob sich die Hautveränderung im Laufe der Zeit auffällig verändert oder zusammen mit anderen Symptomen auftritt.

Wann sollten braune Flecken ärztlich untersucht werden?

Eine ärztliche Untersuchung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn ein Fleck neu entstanden ist und sich deutlich verändert. Auch ungewöhnlich große, stark unterschiedlich gefärbte oder unregelmäßig begrenzte Hautmale sollten fachlich beurteilt werden.

Bei Kindern sollte außerdem auf die Anzahl der Café-au-lait-Flecken geachtet werden. Mehrere solcher Flecken können zwar auch ohne Erkrankung vorkommen, bei sechs oder mehr Flecken sollte jedoch geprüft werden, ob weitere Merkmale einer Neurofibromatose Typ 1 vorliegen. [3] [4]

Eine ärztliche Abklärung ist ebenfalls empfehlenswert, wenn:

  • ein bestehender Fleck deutlich größer oder dunkler wird,
  • sich Form oder Begrenzung auffällig verändern,
  • mehrere neue Pigmentflecken innerhalb kurzer Zeit entstehen,
  • ein Hautmal wiederholt blutet, nässt oder sich entzündet,
  • zusätzliche Hautveränderungen oder andere körperliche Beschwerden auftreten,
  • die Ursache eines auffälligen Flecks unklar ist.

Wie werden braune Hautflecken bei Kindern untersucht?

Die Diagnose beginnt meist mit einer sorgfältigen Betrachtung der Haut. Dabei interessieren unter anderem Farbe, Größe, Form, Begrenzung und Oberfläche der Flecken. Ebenso wichtig sind Angaben dazu, ob die Veränderung seit der Geburt besteht oder erst später aufgetreten ist.

Bei auffälligen Muttermalen kann eine dermatologische Untersuchung mit einem Dermatoskop sinnvoll sein. Dabei wird die Hautveränderung vergrößert und mit speziellen optischen Verfahren beurteilt.

Wenn mehrere Café-au-lait-Flecken vorhanden sind und weitere Auffälligkeiten bestehen, kann zusätzlich eine kinderärztliche oder humangenetische Abklärung erforderlich sein. Die Diagnose einer NF1 stützt sich nicht allein auf das Vorhandensein brauner Flecken, sondern auf eine Kombination klinischer Merkmale. [4]

Was können Eltern selbst beobachten?

Eltern können Veränderungen der Haut regelmäßig kontrollieren. Hilfreich ist es, auffällige Flecken gelegentlich zu fotografieren und dabei möglichst ähnliche Lichtverhältnisse zu verwenden. So lässt sich leichter erkennen, ob sich Größe oder Aussehen tatsächlich verändert haben.

Ein einzelner stabiler, seit langer Zeit unveränderter Fleck ist anders zu bewerten als eine Hautveränderung, die innerhalb kurzer Zeit deutlich wächst oder ihr Erscheinungsbild verändert. Bei Unsicherheit sollte die Veränderung dem Kinderarzt oder einem Hautarzt gezeigt werden.

Braune Flecken bei Kindern richtig einordnen

Braune Flecken auf der Haut bei Kindern haben zahlreiche mögliche Ursachen. Häufig handelt es sich um harmlose Pigmentmale wie Café-au-lait-Flecken, Muttermale oder Sommersprossen. Ebenso können Hautveränderungen nach einer Entzündung oder bestimmte angeborene Pigmentstörungen zu einer dunkleren Hautfarbe führen.

Besonders bei mehreren Café-au-lait-Flecken, auffälligen Muttermalen oder neu auftretenden und sich verändernden Hautveränderungen ist eine ärztliche Beurteilung sinnvoll. Das Erscheinungsbild allein erlaubt jedoch nicht immer eine sichere Diagnose. Eine fachärztliche Untersuchung kann klären, ob lediglich eine harmlose Pigmentierung vorliegt oder weitere Untersuchungen notwendig sind.

Quellen [+]

[1] DermNet New Zealand: Postinflammatory hyperpigmentation. Aktualisierte Fachinformation. https://dermnetnz.org/topics/postinflammatory-hyperpigmentation

[2] DermNet New Zealand: Congenital melanocytic naevi. Aktualisiert 2024. https://dermnetnz.org/topics/congenital-melanocytic-naevi

[3] NHS: Birthmarks – Café-au-lait spots. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.nhs.uk/conditions/birthmarks/

[4] NHS Genomics Education Programme: Presentation – Child with multiple café-au-lait macules. Aktualisierte Fachinformation. https://www.genomicseducation.hee.nhs.uk/genotes/in-the-clinic/presentation-child-with-multiple-cafe-au-lait-macules/

[5] NHS: Birthmarks – Blue-grey spots / congenital dermal melanocytosis. Aktualisierte Gesundheitsinformation. https://www.nhs.uk/conditions/birthmarks/

[6] DermNet New Zealand: Transient neonatal pustular melanosis. Aktualisierte Fachinformation. https://dermnetnz.org/topics/transient-neonatal-pustular-melanosis

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