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Abtreibung durch Kräuter? Warum vermeintliche „Abtreibungskräuter“ gefährlich sind

Chaghaf Team
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Kräuter für eine Abtreibung: Warum sogenannte „Abtreibungskräuter“ gefährlich sein können

Im Internet finden sich immer wieder Listen mit Kräutern, die angeblich eine Fehlgeburt oder einen schnellen Schwangerschaftsabbruch auslösen können. Solche Empfehlungen vermitteln jedoch einen gefährlichen Eindruck von Sicherheit. Pflanzliche Präparate sind nicht automatisch harmlos, und viele wurden bei Schwangeren nicht ausreichend untersucht. Einige können sogar schwere Vergiftungen, Blutungen, Leber- oder Nierenschäden verursachen. [1] [2]

Wichtig ist deshalb die Unterscheidung zwischen der Frage, ob eine Pflanze möglicherweise Wehen oder Gebärmutterkontraktionen beeinflussen kann, und der Frage, ob sie einen Schwangerschaftsabbruch zuverlässig und sicher herbeiführt. Für die Selbstbehandlung mit Kräutern gibt es keine verlässliche, medizinisch anerkannte Methode. Ein unsicherer Versuch kann die Gesundheit der Schwangeren gefährden, ohne die Schwangerschaft vollständig zu beenden.

Gibt es Kräuter, die eine Fehlgeburt auslösen können?

Einige pflanzliche Substanzen wurden traditionell zur Beeinflussung der Menstruation oder der Gebärmutter eingesetzt. Bei bestimmten Pflanzen wurden außerdem Wirkungen wie Gebärmutterkontraktionen oder hormonelle Veränderungen beschrieben. Daraus lässt sich jedoch keine sichere oder vorhersehbare Wirkung auf eine bestehende Schwangerschaft ableiten. [1]

Die Datenlage ist bei vielen pflanzlichen Produkten besonders problematisch: Häufig fehlen hochwertige Studien an Schwangeren, die Zusammensetzung von Präparaten kann variieren und Produkte können verunreinigt sein oder nicht deklarierte Inhaltsstoffe enthalten. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich. [3]

Welche Pflanzen gelten als besonders problematisch?

In traditionellen Quellen und älteren Berichten werden verschiedene Pflanzen mit einer möglichen Beeinflussung der Gebärmutter oder einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftskomplikationen in Verbindung gebracht. Dazu gehören unter anderem Blauer Cohosh, Rainfarn, Beifuß, Schafgarbe, Raute und Pennyroyal. Auch bestimmte andere pflanzliche Präparate werden in diesem Zusammenhang genannt. [1] [2]

Diese Aufzählung ist ausdrücklich keine Anleitung zur Anwendung. Die Wirkung solcher Pflanzen ist nicht zuverlässig dosierbar, und die Menge, die möglicherweise eine Schwangerschaft beeinflusst, kann gleichzeitig eine schwere Vergiftung verursachen. Deshalb sollten solche Mittel nicht verwendet werden, um eigenständig eine Schwangerschaft zu beenden.

Blauer Cohosh

Blauer Cohosh wurde traditionell unter anderem zur Beeinflussung der Wehentätigkeit verwendet. Für die Schwangerschaft gilt er jedoch als problematisch. Pflanzliche Bestandteile können unter anderem das Herz-Kreislauf-System beeinflussen, und es wurden schwere unerwünschte Wirkungen beschrieben. [1]

Raute und Pennyroyal

Besonders bedenklich sind Pflanzen wie Raute und Pennyroyal, die in Berichten über selbst herbeigeführte Schwangerschaftsabbrüche vorkommen. Vergiftungen können unter anderem Leber- und Nierenschäden, Krampfanfälle, Atemprobleme und schwere Kreislaufkomplikationen verursachen. In dokumentierten Fällen kam es nach der Einnahme pflanzlicher Präparate zur Herbeiführung einer Fehlgeburt sogar zu lebensbedrohlichen Vergiftungen. [2]

Beifuß, Schafgarbe und weitere Pflanzen

Auch Beifuß und Schafgarbe werden in traditionellen Anwendungen mit der Menstruation in Verbindung gebracht. Daraus folgt jedoch nicht, dass sie eine Schwangerschaft sicher beenden können. Gerade während der Schwangerschaft fehlen für viele pflanzliche Produkte ausreichende Sicherheitsdaten. [3]

Warum „natürlich“ nicht mit „sicher“ gleichzusetzen ist

Ein häufiger Irrtum besteht darin, pflanzliche Mittel grundsätzlich für sanfter oder sicherer als Arzneimittel zu halten. Das Gegenteil kann der Fall sein. Bei Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Präparaten können Wirkstoffgehalt und Zusammensetzung schwanken. Außerdem sind zahlreiche Produkte während der Schwangerschaft nicht ausreichend untersucht. [3]

Hinzu kommt, dass manche Präparate Verunreinigungen wie Schwermetalle, Pestizide oder Mikroorganismen enthalten können. Flüssige Produkte und Tinkturen können zudem Alkohol enthalten. „Natürlich“ bedeutet daher keineswegs automatisch, dass ein Präparat für eine Schwangere oder den Embryo unbedenklich ist. [3]

Warum Kräuter keinen sicheren Schwangerschaftsabbruch ermöglichen

Ein Schwangerschaftsabbruch ist ein medizinischer Vorgang, bei dem Methode und Vorgehen an die Schwangerschaftsdauer und die individuelle Situation angepasst werden müssen. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt evidenzbasierte medikamentöse und operative Verfahren und unterscheidet diese klar von unsicheren Methoden. [4] [5]

Bei einem Versuch mit unbekannten Kräutern besteht dagegen die Gefahr, dass die Schwangerschaft nicht vollständig beendet wird. Gleichzeitig können starke Blutungen, Vergiftungen oder andere Komplikationen auftreten. Ein unvollständiger Schwangerschaftsabbruch kann anschließend eine medizinische Behandlung erforderlich machen.

Was tun, wenn bereits ein pflanzliches Mittel eingenommen wurde?

Wer während einer bestehenden oder möglicherweise bestehenden Schwangerschaft ein unbekanntes pflanzliches Präparat eingenommen hat, sollte nicht versuchen, die Wirkung durch weitere Kräuter oder andere Mittel zu verstärken. Stattdessen sollte möglichst schnell medizinischer Rat eingeholt werden.

Hilfreich ist es, die Verpackung oder den Namen des Präparats, die enthaltenen Inhaltsstoffe und – soweit bekannt – den Zeitpunkt der Einnahme bereitzuhalten. Bei Verdacht auf eine Vergiftung kann zusätzlich eine Giftinformationsstelle kontaktiert werden. Bei schweren Beschwerden ist unverzüglich medizinische Hilfe erforderlich. [2]

Wann ist sofortige medizinische Hilfe notwendig?

Nach der Einnahme eines pflanzlichen Präparats während der Schwangerschaft sollten insbesondere folgende Beschwerden ernst genommen werden:

  • starke oder zunehmende vaginale Blutungen,
  • starke oder anhaltende Bauch- beziehungsweise Unterbauchschmerzen,
  • Ohnmacht, ausgeprägter Schwindel oder Kreislaufprobleme,
  • Atemnot,
  • Krampfanfälle,
  • anhaltendes Erbrechen,
  • Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen.

Solche Symptome können auf eine ernste Komplikation oder Vergiftung hinweisen und sollten nicht zu Hause mit weiteren Hausmitteln behandelt werden. Bei akuten oder schweren Beschwerden ist der örtliche Notruf beziehungsweise eine Notaufnahme die richtige Anlaufstelle. [2]

Welche Möglichkeiten gibt es bei einer ungewollten Schwangerschaft?

Wenn eine Schwangerschaft nicht fortgesetzt werden soll, sollte die betroffene Person medizinische Beratung zu den verfügbaren Möglichkeiten erhalten. Nach den Empfehlungen der WHO können je nach Schwangerschaftsdauer evidenzbasierte medikamentöse oder operative Verfahren eingesetzt werden. Welche Möglichkeit geeignet ist, hängt unter anderem von der Schwangerschaftsdauer, dem Gesundheitszustand und den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen ab. [4] [5]

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu sogenannten „Abtreibungskräutern“: Medizinisch etablierte Verfahren beruhen auf untersuchten Wirkstoffen beziehungsweise standardisierten Methoden, während die Wirkung pflanzlicher Mischungen häufig nicht zuverlässig vorhersehbar ist.

Fazit: Keine Selbstbehandlung mit Abtreibungskräutern

Es gibt keine wissenschaftlich abgesicherte Kräutermethode, mit der sich eine Schwangerschaft zuverlässig und sicher beenden lässt. Einige Pflanzen können zwar biologisch auf die Gebärmutter oder andere Organe wirken, doch gerade dadurch können gefährliche Vergiftungen und Schwangerschaftskomplikationen entstehen. [1] [2]

Wer eine ungewollte Schwangerschaft beenden möchte, sollte deshalb nicht auf Kräutertees, konzentrierte Extrakte oder ätherische Öle zurückgreifen. Eine medizinische Beratungsstelle oder qualifizierte medizinische Fachperson kann über sichere, evidenzbasierte Möglichkeiten informieren. Wer bereits ein solches Präparat eingenommen hat und Beschwerden entwickelt, sollte umgehend medizinische Hilfe suchen.

Quellen anzeigen

[1] Sotor, Tigreed Omar: „أعشاب تسبب الإجهاض الفوري“ (Kräuter, die eine sofortige Fehlgeburt verursachen), zuletzt aktualisiert 29. Oktober 2023. Quelle auf Sotor

[2] Poison Control: „Is herbal abortion safe?“, aktuelle Fachinformation zu Vergiftungsrisiken durch pflanzliche Präparate zur Herbeiführung einer Fehlgeburt. Poison Control – Herbal abortion

[3] MotherToBaby: „Herbal Products“, 1. April 2025. Informationen zu pflanzlichen Produkten in Schwangerschaft und Stillzeit, fehlenden Sicherheitsdaten, Verunreinigungen und möglichen Wechselwirkungen. MotherToBaby – Herbal Products

[4] World Health Organization (WHO): „Abortion“, 8. Dezember 2025. Informationen zu sicheren und unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen sowie evidenzbasierten Verfahren. WHO – Abortion

[5] World Health Organization (WHO): „Abortion care guideline“, 2. Auflage, 2025. Evidenzbasierte Empfehlungen zur medikamentösen und operativen Versorgung bei Schwangerschaftsabbrüchen. WHO – Abortion care guideline

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