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Schmerzen im Herzen bei Kummer: Ursachen, Broken-Heart-Syndrom und Warnzeichen

Chaghaf Team
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Schmerzen im Herzen bei Kummer: Ursachen, Broken-Heart-Syndrom und Warnzeichen

Starker Kummer, Angst oder eine belastende Lebenssituation können sich nicht nur auf die Stimmung, sondern auch körperlich bemerkbar machen. Manche Menschen verspüren in solchen Momenten Herzklopfen, Druck oder Schmerzen im Brustbereich. Angst und Stress können unter anderem mit einem schnelleren oder stärker wahrgenommenen Herzschlag, Atemnot, Schwindel und Brustschmerzen einhergehen. [1]

Allerdings sollte Brustschmerz nicht vorschnell als rein psychische Reaktion eingeordnet werden. Hinter Beschwerden im Brustbereich können auch Erkrankungen des Herzens oder andere körperliche Ursachen stecken. Besonders wichtig ist deshalb, zwischen stressbedingten Beschwerden, dem sogenannten Broken-Heart-Syndrom und einem möglichen Herzinfarkt zu unterscheiden. [2]

Warum kann Kummer Schmerzen im Brustbereich auslösen?

Emotionale Belastungen aktivieren die körperliche Stressreaktion. Dabei werden unter anderem Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Das kann Herzschlag, Atmung und andere körperliche Funktionen verändern. Bei Angst oder Panik können dadurch beispielsweise Herzklopfen, Schwindel, Atemnot und Schmerzen oder ein Engegefühl im Brustbereich auftreten. [1]

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Herz selbst erkrankt ist. Brustschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben. Neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen beispielsweise Magen und Speiseröhre, Lunge sowie Muskeln und Knochen als Auslöser infrage. Auch Angst- und Panikattacken können ähnliche Beschwerden hervorrufen. [2]

Broken-Heart-Syndrom: Wenn starker Stress das Herz belastet

Eine besondere Form körperlicher Reaktion auf außergewöhnlichen emotionalen oder körperlichen Stress ist das Broken-Heart-Syndrom. Medizinisch wird es als Takotsubo-Kardiomyopathie oder Stress-Kardiomyopathie bezeichnet. Dabei kommt es vorübergehend zu einer Beeinträchtigung der Herzfunktion, die Beschwerden wie bei einem Herzinfarkt verursachen kann. [3]

Auslöser können beispielsweise der Tod eines nahestehenden Menschen, ein heftiger Konflikt oder eine große finanzielle Belastung sein. Auch starke körperliche Belastungen wie eine schwere Erkrankung, eine Operation oder plötzlich auftretende starke Schmerzen können mit einem Broken-Heart-Syndrom in Verbindung stehen. [3]

Typische Beschwerden

Die Symptome können denen eines Herzinfarkts sehr ähnlich sein. Dazu gehören insbesondere:

  • plötzlich auftretende Schmerzen oder Druckgefühl im Brustbereich
  • Atemnot
  • Schwindel oder eine Ohnmacht
  • Herzrhythmusstörungen

Gerade weil die Beschwerden nicht zuverlässig anhand des Empfindens unterschieden werden können, sollten neue oder ungeklärte Brustschmerzen medizinisch abgeklärt werden. [3]

Was passiert beim Broken-Heart-Syndrom?

Die genauen biologischen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. Nach heftigem emotionalem oder körperlichem Stress kann es zu einem starken Anstieg von Stresshormonen kommen. Diese Stressreaktion wird als ein möglicher Faktor für die vorübergehende Beeinträchtigung des Herzmuskels angesehen. [3]

Ein wichtiger Unterschied zum klassischen Herzinfarkt besteht darin, dass beim Broken-Heart-Syndrom normalerweise keine relevante Verstopfung der Herzkranzgefäße vorliegt. Da sich die Beschwerden jedoch stark ähneln können, muss zunächst ein Herzinfarkt ausgeschlossen werden. [3]

Das Broken-Heart-Syndrom ist häufig vorübergehend. Dennoch handelt es sich nicht um eine harmlose Befindlichkeitsstörung. Möglich sind unter anderem niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Flüssigkeit in der Lunge, Herzschwäche oder Blutgerinnsel im Herzen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden. [3]

Kummer, Depression und Herzgesundheit

Auch länger anhaltende psychische Belastungen können für die Herzgesundheit relevant sein. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Depressionen und andere Formen einer ungünstigen psychischen Belastung stehen unter anderem mit kardiovaskulären Risikofaktoren und ungünstigeren gesundheitlichen Verläufen in Verbindung. [4]

Damit ist nicht gemeint, dass Kummer unmittelbar eine Herzerkrankung verursacht. Vielmehr bestehen komplexe Wechselwirkungen zwischen psychischer Belastung, körperlichen Stressreaktionen, Verhalten und bestehenden gesundheitlichen Risikofaktoren. Eine länger anhaltende Depression sollte deshalb ebenso ernst genommen werden wie körperliche Beschwerden. [4]

Wann sind Schmerzen im Herzen ein Notfall?

Neue, starke oder ungeklärte Schmerzen im Brustbereich sollten nicht einfach dem Kummer zugeschrieben werden. Ein Herzinfarkt kann sich beispielsweise durch Druck, Enge, Schmerzen oder ein Quetschgefühl im Brustkorb äußern. Die Beschwerden können außerdem in Arm, Schulter, Rücken, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen. Hinzu kommen können Atemnot, kalter Schweiß, Übelkeit, Schwindel oder ungewöhnliche Schwäche. [5]

Auch bei Frauen können Herzinfarkte mit weniger eindeutigen Beschwerden auftreten. Neben Brustbeschwerden sind beispielsweise Atemnot, Übelkeit, Rücken-, Schulter- oder Kieferschmerzen sowie ungewöhnliche Müdigkeit möglich. [5]

In Deutschland gilt: Bei starken Brustschmerzen, Atemnot, kaltem Schweiß, Bewusstlosigkeit oder anderen deutlichen Anzeichen eines medizinischen Notfalls sollte der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden. Wenn unklar ist, ob Lebensgefahr besteht, sollte im Zweifel ebenfalls der Notruf gewählt werden. [6]

Wie wird die Ursache von Brustschmerzen festgestellt?

Da sich die Beschwerden verschiedener Erkrankungen überschneiden können, reicht eine Beschreibung des Schmerzgefühls allein häufig nicht aus. Bei Verdacht auf ein Broken-Heart-Syndrom wird zunächst geprüft, ob ein Herzinfarkt oder eine andere akute Herzerkrankung vorliegt. [7]

Je nach Situation können unter anderem folgende Untersuchungen eingesetzt werden:

  • körperliche Untersuchung und Erhebung der Krankengeschichte
  • Elektrokardiogramm (EKG)
  • Blutuntersuchungen, unter anderem auf bestimmte Herzmarker
  • Echokardiografie
  • gegebenenfalls eine Untersuchung der Herzkranzgefäße
  • bei bestimmten Fragestellungen eine kardiale MRT

Welche Untersuchungen notwendig sind, hängt von den Beschwerden und dem klinischen Verdacht ab. Beim Broken-Heart-Syndrom werden insbesondere EKG, Blutuntersuchungen, Herzultraschall und gegebenenfalls weitere bildgebende oder invasive Untersuchungen eingesetzt. [7]

Was hilft bei stressbedingten Herzbeschwerden?

Wenn eine gefährliche körperliche Ursache ausgeschlossen wurde und die Beschwerden mit Angst oder starker psychischer Belastung zusammenhängen, richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei wiederkehrender Angst oder Panik kann eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung sinnvoll sein. [1]

Auch beim Broken-Heart-Syndrom steht zunächst die medizinische Behandlung der akuten Beschwerden und möglicher Komplikationen im Vordergrund. Je nach individuellem Befund können unter anderem Medikamente eingesetzt werden, die das Herz entlasten oder Komplikationen behandeln. Eine einheitliche Behandlung für alle Betroffenen gibt es nicht. [7]

Nach der akuten Phase kann es sinnvoll sein, die psychische Belastung genauer zu betrachten. Stressmanagement, Bewegung und soziale Unterstützung können zur allgemeinen Herzgesundheit beitragen. Welche Maßnahmen im Einzelfall geeignet sind, sollte insbesondere bei bestehenden Erkrankungen mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. [3]

Fazit: Kummer kann körperliche Symptome auslösen – Brustschmerzen gehören trotzdem abgeklärt

Schmerzen im Herzen bei Kummer können tatsächlich mit Stress, Angst oder einer starken emotionalen Belastung zusammenhängen. Das Spektrum reicht von körperlichen Symptomen einer Angstreaktion bis zum seltenen Broken-Heart-Syndrom. Gleichzeitig lässt sich anhand der Situation allein nicht sicher feststellen, ob Brustschmerzen harmlos oder möglicherweise Ausdruck einer ernsthaften Herzerkrankung sind. [1] [3]

Deshalb gilt besonders bei neuen, starken oder ungeklärten Beschwerden: Nicht abwarten und die Symptome nicht ausschließlich auf Kummer oder Stress zurückführen. Bei Anzeichen eines möglichen Herzinfarkts oder eines anderen medizinischen Notfalls ist in Deutschland der Notruf 112 die richtige Anlaufstelle. [5] [6]

Quellen [+]

[1] NHS: Anxiety, fear and panic. 2026. https://www.nhs.uk/mental-health/feelings-symptoms-behaviours/feelings-and-symptoms/anxiety-fear-panic/

[2] Mayo Clinic: Chest pain – Symptoms and causes. 2025. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/chest-pain/symptoms-causes/syc-20370838

[3] Mayo Clinic: Broken heart syndrome – Symptoms and causes. 2026. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/broken-heart-syndrome/symptoms-causes/syc-20354617

[4] American Heart Association: Mental health is important to overall health, and heart disease prevention and treatment. 2021. https://newsroom.heart.org/news/mental-health-is-important-to-overall-health-and-heart-disease-prevention-and-treatment

[5] American Heart Association: Warning Signs of a Heart Attack. 2025. https://www.heart.org/en/health-topics/heart-attack/warning-signs-of-a-heart-attack

[6] Bundesministerium für Gesundheit: Notruf und Notaufnahme. Stand: 23.04.2026. https://gesund.bund.de/wege-im-gesundheitswesen/erwachsenenleben/notfaelle/notruf-und-notaufnahme

[7] Mayo Clinic: Broken heart syndrome – Diagnosis and treatment. 2026. https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/broken-heart-syndrome/diagnosis-treatment/drc-20354623

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